Innodata Aktie: Motion-Capture-Labor — was bringt das?

Innodata bereitet ein Sprachprogramm für sieben Sprachen vor und sieht Chancen bei zwei Millionen Stunden egozentrischer Daten.

Die Kernpunkte:
  • Sprachprogramm für sieben Einzelsprachen in Vorbereitung
  • Chance auf rund zwei Millionen Datenstunden
  • Motion-Capture-Labor mit Vicon eröffnet
  • Yorkville Ives startet mit Kaufempfehlung

Innodata erschließt zusätzliche Wachstumsfelder im Bereich komplexer Trainingsdaten für Künstliche Intelligenz. Neben neuen Initiativen zur Sprachverarbeitung stehen dabei vor allem visuelle und räumliche Datensätze im Mittelpunkt, die für das Training moderner KI-Modelle benötigt werden.

Medienberichten zufolge bereitet das Unternehmen derzeit ein mehrsprachiges Programm vor, das sieben Einzelsprachen abdecken soll. Parallel dazu eröffnen sich für den Dienstleister substanzielle Volumina bei der Verarbeitung von Daten aus der Ich-Perspektive.

Millionenvolumen bei egozentrischen Datensätzen

Ein wichtiger Hebel für das operative Geschäft zeichnet sich bei sogenannten egozentrischen Daten ab. Nach erfolgreichen Ergebnissen in vorangegangenen Pilotprojekten steht eine Chance im Raum, die ein Volumen von rund zwei Millionen Stunden an derartigem Datenmaterial umfasst.

Solche Aufnahmen, die die Umwelt unmittelbar aus dem Blickwinkel handelnder Personen oder Systeme erfassen, gewinnen rasant an Bedeutung, um multimodale Modelle für reale Arbeits- und Handlungsumgebungen fit zu machen.

Zusammen mit den Vorbereitungen für das neue Sprachprogramm über sieben Sprachen adressiert das Unternehmen damit zwei zentrale Engpässe bei der Weiterentwicklung fortgeschrittener Systeme: kulturell und linguistisch breit gefächerte Sprachdaten sowie hochkomplexe Blickfelddaten zur Interaktion.

Ausbau der physischen KI mit Vicon

Bereits am 30. September hatte Innodata zudem den operativen Schritt in Richtung der physischen Künstlichen Intelligenz verstärkt. Gemeinsam mit dem Partner Vicon eröffnete der Konzern ein spezielles Motion-Capture-Labor im US-Bundesstaat New Jersey. Die Einrichtung dient dazu, hochpräzise 3D-Daten zu generieren, die für das Training sowie die unabhängige Evaluierung humanoider Roboter und anderer physischer Systeme erforderlich sind.

Die Verbindung aus Bewegungsdaten und optischen 3D-Modellen ergänzt die bestehenden Datenverarbeitungsdienste des Unternehmens. Während viele Standard-KI-Anwendungen vor allem textbasierte Informationen verarbeiten, erfordert die nächste Generation autonomer Hardware detailliert erfasste Bewegungsabläufe aus der realen Welt.

Analystenlob und veränderte Bewertung

Am Kapitalmarkt stoßen die jüngsten Initiativen auf positive Resonanz. Am 7. Oktober nahm Yorkville Ives die Beobachtung der Aktie mit einer Kaufempfehlung unter dem Votum „Outperform“ auf. Die Analysten setzten ihr Kursziel für den Titel bei $90.00 an.

Die Aktie notiert aktuell bei 53,50 € und verzeichnet damit seit Jahresanfang ein Plus von 20 %. Vor gut drei Wochen war zudem der Hunterbrook-Bericht erschienen, und Admiral Rogers wurde in den Verwaltungsrat berufen; seither ging es für das Papier um 12,6 % abwärts. Mit den neuen operativen Projekten im Datenbereich versucht das Unternehmen nun, die Grundlage für die weitere operative Expansion zu untermauern.

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