Innogy: Nach gutem Börsenstart folgt leichte Ernüchterung

Der Börsengang von RWE-Tochter Innogy vergangenen Freitag war mit einem Volumen von rund fünf Milliarden Euro der größte in Deutschland seit dem Jahr 2000. Nach der Euphorie zu Beginn des IPO festigt sich die Aktie nun etwa bei dem Ausgabepreis von 36 Euro. Ob die RWE-Tochter, wie von manchen erhofft, der neue Börsenstar des Energie-Sektors wird, bleibt weiter abzuwarten.

© Innogy
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Die Vorzeichen waren alles andere als schlecht: Mit Innogy hat RWE praktisch seine Zukunft ausgelagert und vorbörslich wurde das Papier sogar mit knapp 38 Euro gehandelt. Als der große Tag dann gekommen war, lag die Erstnotiz bei 37,30 Euro – bei einem Ausgabepreis von 36 Euro. Doch nicht nur die RWE-Aktie ging beim IPO kräftig auf Talfahrt, auch das Innogy-Papier rutschte bereits am ersten Börsentag zeitweise unter den Ausgabepreis.

RWE-Tochter Innogy pendelt sich ein

Spätestens seit dem zweiten Handelstag am Montag war die Euphorie um die Innogy-Aktie zwar gänzlich verflogen, der Titel festigte sich seitdem jedoch und pendelt nun um den Ausgabepreis herum. Auch RWE konnte inzwischen die Abwärtsbewegung stoppen und drehte leicht ins Plus. Einige Experten gehen davon aus, dass viele Anleger am ersten Börsentag eine Umschichtung (von der RWE-Aktie zu Innogy-Aktie) vorgenommen hatten.

Trotz der leichten Ernüchterung, die sich nun rund um den IPO breitgemacht hat, kann der Börsengang grundsätzlich als Erfolg bewertet werden. Denn RWE hat den Ausgabepreis der Aktie am oberen Ende der Spanne platzieren und somit rund fünf Milliarden Euro einsammeln können. Das Geld wird zum Teil für Investitionen bei Innogy (rund zwei Milliarden Euro) eingesetzt, zum Teil kommt es aber auch der hochverschuldeten RWE zugute.

Innogy Aktie: optimistische aber auch ungewisse Zukunft

Grundsätzlich ist der Börsenstart von Innogy also gelungen. Doch wird das Papier nun auch, wie von manchen erhofft, ein Börsenliebling? Sicher scheint, dass das Geschäftsfeld mit erneuerbaren Energien und Netzbetrieb zukunftsträchtig und gewinnbringend ist. Zudem können Anleger auf eine regelmäßige und im Optimalfall auch steigende Dividendenrendite hoffen.

Dennoch sind sich die Analysten uneins, was die Bewertung des Titels angeht, und auch Anleger sollten trotz berechtigtem Optimismus die Probleme im Blick behalten: Denn Innogy ist gerade international nicht konkurrenzlos, die Energiebranche ist weiterhin im Wandel und staatliche Eingriffe können zumindest nicht ausgeschlossen werden.

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