innoscripta Aktie: Aktionäre erhalten Einladung

Das Unternehmen meldet einen uneingeschränkten Betrieb und kooperiert mit den Behörden; die Aktie verlor binnen fünf Tagen mehr als 60 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Ermittler durchsuchten Tutzing und München
  • Verdacht betrifft Forschungszulagen einzelner Kunden
  • Unternehmen arbeitet mit Behörden zusammen
  • Aktie verlor binnen fünf Tagen über 60 Prozent

Nach der Razzia setzt innoscripta auf Transparenz. Das Unternehmen lädt Aktionäre zu einer persönlichen Produktvorstellung nach Tutzing ein und versichert, der operative Betrieb laufe uneingeschränkt weiter. Der Kurs notiert allerdings weit unter dem Ausgabepreis von 120 Euro.

Was bekannt ist

Am 1. Oktober durchsuchten Ermittler auf Grundlage gerichtlicher Beschlüsse die Standorte in Tutzing und München. Der Verdacht: innoscripta soll einzelnen Kunden geholfen haben, nicht gerechtfertigte Steuervorteile über Forschungszulagen zu erlangen. Der damals zuständige Mitarbeiter arbeitet nach Unternehmensangaben seit mehreren Jahren nicht mehr dort.

Nach aktuellem Kenntnisstand sind keine Geschäftsvorgänge des laufenden Jahres betroffen. Das Unternehmen kooperiert nach eigenen Angaben mit den Behörden und zeigt sich von der Rechtmäßigkeit seiner Prozesse überzeugt. Prozesse und Software seien wiederholt extern rechtlich und steuerlich geprüft worden.

Wie das Verfahren laufen soll

innoscripta verweist auf den üblichen Ablauf. Die Forschungszulage prüft zunächst die BSFZ fachlich. Erst danach beantragen Kunden oder ihre Steuerberater die Festsetzung beim zuständigen Finanzamt. Das Unternehmen betont damit, dass die Entscheidung über die Zulage nicht bei ihm selbst liegt.

Kurs unter Druck

Die Aktie verlor am Vortag rund 60 Prozent. Im Tagesverlauf gab sie zeitweise weitere knapp zehn Prozent auf 34 Euro nach. Zuletzt zeigte sich eine Gegenbewegung: Am Abend lag das Papier rund zehn Prozent im Plus. Auf Sicht von fünf Tagen steht dennoch ein Minus von mehr als 60 Prozent.

Die Einladung an die Aktionäre ist ein ungewöhnlicher Schritt. Marktbeobachter dürften sie als Versuch werten, Vertrauen zurückzugewinnen. Anmelden können sich Interessierte unter ir@innoscripta.com. Ob die Vorstellung Fragen zu den Ermittlungen klärt, ist offen, denn dazu äußert sich das Unternehmen bislang nur in allgemeiner Form.

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