innoscripta Aktie: Aktionäre zu Produktschau nach Tutzing geladen

Im ersten Halbjahr 2026 wuchsen Umsatz und operatives Ergebnis; die finanziellen Folgen der laufenden Ermittlungen sind noch offen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie gewinnt 5,6 Prozent
  • Halbjahresumsatz steigt um 43 Prozent
  • Operatives Ergebnis wächst um 49 Prozent
  • Ermittlungen betreffen mögliche Forschungszulagen

Am Freitag hat die innoscripta SE ihre Anteilseigner zu einer persönlichen Produktvorstellung an den Unternehmenssitz nach Tutzing eingeladen. Während die konkreten Termine für diese Treffen kurzfristig bekannt gegeben werden sollen, legte die Aktie des Unternehmens heute um 5,6 Prozent auf 43,35 Euro zu. Mit diesem Schritt sucht die Gesellschaft den direkten Dialog mit den Investoren.

Dialogoffensive und operative Zahlen

Im Mittelpunkt der geplanten Vorstellung stehen die hauseigenen Software-Systeme. Deren kontinuierliche Weiterentwicklung bildet neben der Erschließung neuer Märkte einen zentralen Schwerpunkt der Unternehmensaktivitäten. Bereits am 28. September hatten CFO Alexander Meyer und COO Sebastian Schwertlein in einem Interview ausführlich über die operative Entwicklung, das internationale Wachstum und den Ausbau der Systeme berichtet.

Dabei präsentierte das Führungsteam deutliche Zuwächse für die ersten sechs Monate. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte innoscripta ein Umsatzwachstum von 43 Prozent. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte im selben Zeitraum um 49 Prozent zu. Neben den finanziellen Kennzahlen betonten Alexander Meyer und Sebastian Schwertlein vor allem das internationale Vorankommen des Softwareunternehmens.

Ermittlungen im Umfeld von Forschungszulagen

Die Einladung der Aktionäre und der Verweis auf das operative Wachstum fallen in eine herausfordernde Phase. Das Unternehmen sieht sich behördlichen Untersuchungen ausgesetzt.

Gegenstand des steuerstrafrechtlichen Ermittlungsverfahrens ist der Verdacht, Kunden bei der Erlangung nicht gerechtfertigter Steuervorteile durch Forschungszulagen unterstützt zu haben. In diesem Zusammenhang wurden Geschäftsräume von innoscripta sowie weiterer Gesellschaften der innoscripta-Gruppe in Tutzing und München durchsucht.

innoscripta reagierte auf die behördlichen Schritte mit einer offiziellen Stellungnahme. Die Gesellschaft betonte, dass der reguläre Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiterlaufe.

Nach vorliegendem Kenntnisstand des Managements sind keine Geschäftsvorgänge des laufenden Geschäftsjahres von den Ermittlungen betroffen. Zugleich stellte das Unternehmen klar, dass eine abschließende Bewertung der Vorwürfe sowie möglicher finanzieller oder sonstiger Auswirkungen vorerst nicht möglich sei.

Lage an der Börse

Die rechtlichen Unsicherheiten hatten die Anteilsscheine in den vergangenen Tagen stark belastet. Nach einer deutlichen Verkaufswelle markierte das Papier bei 31,05 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Mit dem heutigen Kursanstieg zeigt sich eine erste Gegenbewegung an den Handelsplätzen. Für die Marktteilnehmer bleibt die nachhaltige Beruhigung der Lage jedoch eng an den weiteren Verlauf des Verfahrens geknüpft.

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