innoscripta Aktie: Tutzing-Show?

Unabhängige Prüfungen untersuchen Vorwürfe und Kontrollsysteme; der operative Betrieb läuft laut Unternehmen uneingeschränkt weiter.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert am Freitag 5,2 Prozent
  • Aufsichtsrat beauftragt unabhängige Untersuchung
  • Flick Gocke prüft Clusterix-Kontrollen
  • Quartalszahlen für Novemberhälfte vorgesehen

Das Softwareunternehmen innoscripta versucht verlorenes Terrain bei den Anlegern zurückzugewinnen. Ab Kalenderwoche 43 lädt die Gesellschaft Aktionäre zu Produktvorstellungen an den Standort Tutzing ein. Die Termine finden vor dem Hintergrund anhaltender Kursverluste statt.

Am Freitag gab die Aktie um 5,2 Prozent nach und schloss bei 40,75 Euro. Für diese Bewegung lag zwar kein gesonderter Auslöser vor, doch das Geschehen bleibt durch die behördlichen Untersuchungen belastet.

Externe Gutachter prüfen Kontrollsysteme

Auslöser der deutlichen Kursverluste waren behördliche Durchsuchungen an den Standorten Tutzing und München. Den Maßnahmen lag der Verdacht zugrunde, einzelne Unternehmenskunden bei der Erlangung unberechtigter Steuervorteile über Forschungszulagen unterstützt zu haben.

Ein rechtliches Fehlverhalten ist damit ausdrücklich nicht festgestellt. Dennoch hinterließ das Verfahren tiefe Spuren am Kapitalmarkt. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich auf 420,00 Millionen Euro.

Um den Vorwürfen nachzugehen, leitete das Kontrollgremium des Unternehmens umfassende Prüfungen ein. Der Aufsichtsrat beauftragte die Kanzlei Willkie Farr & Gallagher mit einer unabhängigen Untersuchung der behördlichen Vorwürfe und der internen Verantwortlichkeiten.

Parallel dazu nimmt Flick Gocke Schaumburg die Kontrollarchitektur unter die Lupe. Bei diesem Mandat steht insbesondere die softwareseitige Umsetzung im System Clusterix im Mittelpunkt der Überprüfung.

Geschäftsbetrieb läuft unverändert weiter

Das Unternehmen selbst bemüht sich um die verlässliche Fortführung des Tagesgeschäfts. Nach offiziellen Angaben läuft der operative Betrieb uneingeschränkt weiter. Zudem betonte die Führung, dass Vorgänge des Geschäftsjahres 2026 nach derzeitigem Kenntnisstand nicht Gegenstand der behördlichen Ermittlungen sind.

Auch personell grenzte sich der Konzern ab. Ein mit den betroffenen Vorgängen betrauter Mitarbeiter steht bereits seit mehreren Jahren nicht mehr im Dienst des Unternehmens.

Mit den angekündigten Präsentationen in Tutzing will die Gesellschaft den Investoren wieder die eigene Technologie näherbringen. Der nächste planmäßige Einblick in die operative Entwicklung folgt wenig später. Die Geschäftszahlen für das dritte Quartal sollen turnusgemäß in der zweiten Novemberhälfte vorgelegt werden. Medienberichten zufolge setzte das Analysehaus Warburg Research zudem die Einstufung und das Kursziel für die Aktie vorläufig aus.

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