Intel Aktie: 10-Prozent-Sturz auf 99 Euro

Intels Aktie fällt nach 500-Prozent-Rally um zehn Prozent. Inflation, Short-Seller und Foundry-Verluste belasten den Kurs trotz starker Quartalszahlen.

Die Kernpunkte:
  • Kursrutsch nach 500-Prozent-Anstieg
  • Inflation und Zinsängste belasten
  • Short-Seller halten an Wetten fest
  • Foundry-Sparte mit Milliardenverlust

Nach einem Kursanstieg von knapp 500 Prozent in zwölf Monaten erlebt Intel einen harten Dienstag. Die Aktie verliert fast zehn Prozent und fällt auf rund 99 Euro — ausgehend vom gestrigen 52-Wochen-Hoch bei knapp 110 Euro. Kein Einzelereignis löst den Rücksetzer aus. Es ist die Summe.

Vier Faktoren drücken gleichzeitig

Erstens: Die Bewertung. Nach einem Plus von über 79 Prozent allein im letzten Monat ist die Luft dünn. Wer früh eingestiegen ist, nimmt jetzt Gewinne mit.

Zweitens: Die Inflation. Die US-Verbraucherpreise stiegen im April um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das hält Zinssenkungen in weiter Ferne. Laut Polymarket rechnen 62 Prozent der Wetter damit, dass die Fed 2026 gar nicht senkt — ein ungünstiges Umfeld für hoch bewertete Wachstumswerte.

Drittens: Short-Seller. Laut S3 Partners haben Leerverkäufer seit dem Tief Ende März auf Papier über zwölf Milliarden Dollar verloren. Trotzdem ist das Short-Interest nahe einem Jahreshoch. Die Bären geben nicht auf.

Viertens: Das Foundry-Problem. Intel Foundry verbuchte im ersten Quartal einen operativen Verlust von 2,4 Milliarden Dollar. Der Umsatz des Segments stieg zwar auf 5,4 Milliarden Dollar — doch externe Kunden steuerten davon lediglich 174 Millionen Dollar bei. Das zeigt, wie weit der Weg noch ist, bis das Foundry-Geschäft auf eigenen Beinen steht.

Starke Quartalszahlen als Gegengewicht

Das Fundamentalbild ist nicht schwarz. Intel meldete für Q1 2026 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Dollar, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,29 Dollar — weit über den Konsenserwartungen von 0,01 Dollar. Die Bruttomarge übertraf die eigene Prognose um 650 Basispunkte.

Das Rechenzentrum- und KI-Segment wuchs um 22 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Für Q2 erwartet Intel einen Umsatz zwischen 13,8 und 14,8 Milliarden Dollar. Sechs Quartale in Folge hat der Konzern die Erwartungen übertroffen.

Bob O’Donnell von TECHnalysis Research formuliert es nüchtern: Wenn das Foundry-Geschäft 2027 einen echten Beitrag liefert, beginnt die eigentliche Turnaround-Geschichte.

Führungswechsel morgen

Am Mittwoch findet Intels Hauptversammlung statt. Dr. Craig H. Barratt übernimmt dann den Vorsitz des Aufsichtsrats. Barratt kam im November 2025 ins Gremium und bringt mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in der Halbleiterbranche mit — unter anderem bei Qualcomm und Google. Bisheriger Vorsitzender Frank D. Yeary scheidet aus. Das Board schrumpft von zwölf auf elf Mitglieder.

Wall Street bleibt skeptisch

Der durchschnittliche Analyst setzt das Kursziel bei 80,93 Dollar — das impliziert rund 36 Prozent Abwärtspotenzial vom aktuellen Niveau. Das Verhältnis von 30 Halte- zu 13 Kaufempfehlungen spricht für sich. Benchmark-Analyst Cody Acree hält an seiner Kaufempfehlung mit einem Ziel von 105 Dollar fest und verweist auf Intels Rolle in der KI-Infrastruktur. Er ist damit in der Minderheit.

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