Intel Aktie: 11 Milliarden Verlust
Intel verzeichnet Rekordumsatz im KI-Geschäft, muss aber einen Nettoverlust von elf Milliarden Dollar melden. Der Konzern setzt auf einen radikalen Sparkurs und Milliardeninvestitionen in die neue 18A-Chipgeneration.

- Umsatzplus von 25 Prozent
- Nettoverlust übersteigt elf Milliarden
- Entlassungswelle in erfolgreicher Sparte
- Investitionsbudget steigt auf 20 Milliarden
Intel zeigt derzeit zwei völlig verschiedene Gesichter. Einerseits meldet der Konzern das stärkste Umsatzplus seit über einem Jahrzehnt. Parallel dazu sorgt ein massiver Milliardenverlust für Ernüchterung unter den Investoren.
Im abgelaufenen Quartal kletterte der Konzernumsatz um 25 Prozent auf 16,1 Milliarden US-Dollar. Vor allem die Sparte für Rechenzentren und Künstliche Intelligenz glänzte. Die Erlöse in diesem Bereich sprangen dank der hohen Nachfrage nach Xeon-Prozessoren um 59 Prozent nach oben.
Diese Wachstumszahlen verblassen allerdings angesichts des Nettoverlusts von über 11 Milliarden US-Dollar. Ein Großteil dieser Summe geht auf eine milliardenschwere Sonderbelastung zurück. Das Foundry-Geschäft, also die Auftragsfertigung für Dritte, verzeichnete zudem einen operativen Verlust von 2,1 Milliarden US-Dollar.
Radikaler Sparkurs trotz Rekordwachstum
CEO Lip-Bu Tan treibt den Umbau des Chipgiganten mit harter Hand voran. Trotz der guten Auftragslage im KI-Bereich hat das Management eine neue Entlassungswelle eingeleitet. Die Streichungen betreffen gezielt die eigentlich erfolgreiche Sparte für Rechenzentren.
Das Ziel hinter diesen Maßnahmen ist eine deutliche Steigerung der Effizienz. Intel will die hohen Kosten senken, die der aggressive Aufbau neuer Fabriken verursacht. Tan setzt dabei auf eine schlankere Struktur, um schneller auf den Wettbewerbsdruck reagieren zu können.
Milliarden-Investition in neue Chipgeneration
Der Konzern plant für das restliche Jahr mit hohen Ausgaben für neue Anlagen. Das Budget für Investitionen steigt auf über 20 Milliarden US-Dollar. Mit diesem Kapital will Intel die Serienfertigung der neuen 18A-Chipgeneration sicherstellen.
Erste Fortschritte zeigen sich bereits in der Produktion. Die Bruttomarge verbesserte sich deutlich auf 40,4 Prozent. Dennoch bleibt die eigene Fertigung ein kostspieliges Wagnis, bis die neuen Werke durch externe Großaufträge profitabel ausgelastet sind.
An der Börse überwog zuletzt die Skepsis gegenüber der teuren Neuausrichtung. Am Freitag rutschte die Aktie um 7,73 Prozent auf 81,14 Euro ab. Trotz des deutlichen Rücksetzers verzeichnet der Titel seit Jahresbeginn ein dreistelliges Kursplus. Entscheidend für den Herbst wird sein, ob die technologischen Fortschritte bei der 18A-Fertigung weitere namhafte Cloud-Anbieter als Kunden überzeugen.
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