Intel Aktie: 6,3 Milliarden Dollar KI-Umsatz, 59 Prozent Plus
Intel investiert über 20 Milliarden in KI-Fertigung, meldet aber einen buchhalterischen Milliardenverlust. Die operative Erholung bleibt davon unberührt.

- Investitionsprognose auf über 20 Milliarden erhöht
- KI-Anteil am Umsatz erreicht 70 Prozent
- Buchverlust von 11 Milliarden Dollar ausgewiesen
- 18A-Fertigung in Massenproduktion gestartet
Intel fährt seine Investitionen massiv hoch und meldet gleichzeitig einen Rekordverlust. Beides hat wenig miteinander zu tun. Doch genau diese Mischung sorgt an der Börse für Verunsicherung.
Die Aktie schloss am Montag bei 80,55 Euro, ein Minus von 0,82 Prozent. Auf Monatssicht steht ein Kursrückgang von gut 30 Prozent zu Buche. Zum Jahreshoch von 124,58 Euro Ende Juni fehlen damit gut 35 Prozent.
Milliarden-Offensive in der Fertigung
CEO Lip-Bu Tan hat die Investitionsprognose für 2026 kräftig angehoben. Statt der bisher geplanten 17 bis 18 Milliarden Dollar sollen nun mehr als 20 Milliarden Dollar in Fertigung und Verpackungstechnik fließen. Intel begründet den Schritt mit einer Nachfrage nach KI-Rechenleistung, wie sie das Unternehmen in dieser Form noch nicht erlebt hat.
Im Zentrum der Strategie steht der neue Fertigungsprozess 18A. Intel hat ihn offiziell in die Massenproduktion überführt. Mehr als 400 Chip-Designs für die kommende Serie-3-Generation befinden sich bereits in der Entwicklung, sowohl für Consumer- als auch für Business-Produkte.
Ergänzt wird die Offensive durch eine neue Vereinbarung mit Cadence Design Systems. Intel-Manager bezeichnen sie als historischen Wendepunkt in der Beziehung beider Unternehmen. Für Intels Ambitionen als Auftragsfertiger ist der 18A-Prozess damit auch ein wichtiger Beweis der eigenen Leistungsfähigkeit.
KI treibt inzwischen 70 Prozent des Umsatzes
Am Dienstag brachte mimik seine „Device-First Agentic AI Infrastructure“ für Intel-Plattformen an den Start. Die Software bindet die Toolsets mimOE und Agentix-Native direkt in die Hardware ein und soll damit Intels „Private AI“-Funktionen stärken.
Der Launch fällt in eine Phase, in der Intels Sparte für Rechenzentren und KI (DCAI) einen Umsatz von 6,3 Milliarden Dollar meldete. Das entspricht einem Plus von 59 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Unternehmensangaben stammen mittlerweile rund 70 Prozent des Gesamtumsatzes aus KI-nahen Geschäften, getrieben von Cloud-Anbietern und der wachsenden Nachfrage nach den Xeon-6-Prozessoren.
Buchhalterischer Verlust überschattet operative Erholung
Trotz der operativen Erholung wies Intel einen GAAP-Nettoverlust von über 11 Milliarden Dollar aus. Verantwortlich dafür ist eine nicht zahlungswirksame Belastung von 12,5 Milliarden Dollar. Sie entsteht durch die Neubewertung der Beteiligung, die der US-Staat im Rahmen des CHIPS Act an Intel hält.
CFO Dave Zinsner stellte klar: Die Belastung sei eine reine Bewertungsanpassung und sage nichts über die tatsächliche Fertigungs- oder Verkaufsleistung aus. Operatives Geschäft und Bilanzeffekt laufen also in entgegengesetzte Richtungen — ein Muster, das Anleger derzeit offenbar verunsichert.
An der Börse zeigt sich diese Zerrissenheit in den technischen Daten. Der 14-Tage-RSI liegt bei 36,7 und nähert sich damit überverkauftem Terrain. Investoren wägen aktuell die hohen Kosten des Investitionszyklus gegen die Wachstumschancen im KI-Infrastrukturmarkt ab.
Auf Jahressicht steht die Aktie trotz der jüngsten Korrektur noch immer 351,82 Prozent im Plus. Wie nachhaltig die aktuelle Investitionsoffensive den Kurs stützt, dürfte sich an den kommenden Quartalszahlen zeigen — insbesondere daran, ob der 18A-Prozess neue Auftragsfertigungskunden gewinnt.
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