Intel Aktie: Ausblick vernichtet Zahlenplus

Intel übertraf im dritten Quartal die Gewinnschätzung, stellte für das Folgequartal jedoch einen Umsatzrückgang von rund 20 Prozent in Aussicht.

Die Kernpunkte:
  • Gewinn je Aktie über der Schätzung
  • Umsatzprognose sinkt im vierten Quartal
  • BofA stuft Intel auf Neutral herab
  • Chipwerte geraten branchenweit unter Druck

Starke Zahlen, schwacher Ausblick: Intel hat im dritten Quartal die Erwartungen der Wall Street klar übertroffen und wird dafür bestraft. Nachbörslich brach die Aktie zwischenzeitlich um rund 20 bis 23 Prozent ein. Vorbörslich notierte das Papier zuletzt bei etwa 68 Dollar, nach einem Schlusskurs von 92,07 Dollar am Donnerstag.

Gute Zahlen, trübe Aussichten

Der bereinigte Gewinn lag bei 0,52 Dollar je Aktie, erwartet worden waren 0,40 Dollar. Der Umsatz erreichte 16,5 Milliarden Dollar und damit den Konsens.

Den Ausschlag gab der Blick nach vorn. Für das vierte Quartal stellt Intel einen Umsatzrückgang von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal in Aussicht. Bestandskorrekturen sollen bis in die erste Jahreshälfte 2027 andauern. Hinzu kommen eine Produktionsstörung in einer Fabrik in Israel und anhaltende Probleme im PC-Markt.

Analysten vor und nach den Zahlen

Kurz vor der Veröffentlichung hatte Evercore ISI noch Zuversicht verbreitet. Die Experten bestätigten ihr Votum „Outperform“ mit einem Kursziel von 133 Dollar und verwiesen auf positive Signale bei Server-CPUs, Verkaufspreisen und Produktmix. Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate lägen noch 50 Prozent unter dem früheren Gewinnhoch, anders als bei vielen Halbleiterwerten.

Nach den Zahlen fiel das Echo kühler aus:

  • BofA Securities stuft Intel von „Buy“ auf „Neutral“ ab und nennt zu geringe Fortschritte bei externen Foundry-Kunden sowie erwartete Rückgänge bei PC-Auslieferungen.
  • Baird bleibt bei „Neutral“ und senkt das Kursziel, weil Lieferengpässe das Wachstum im Servergeschäft bremsen. Sie sollen bis in die zweite Jahreshälfte 2027 anhalten.

Die Aktie hatte seit Jahresbeginn rund 149 Prozent zugelegt. Entsprechend hoch lag die Messlatte.

Sog für die Branche

Der Kurssturz belastet den gesamten Sektor. Auch Konkurrent AMD gab nach. Im europäischen Handel trafen die Verluste Chipwerte wie Infineon mit minus 3,8 Prozent und ASML mit minus 4,7 Prozent. Zusammen mit schwächeren Amazon-Zahlen nähren die Berichte Zweifel, wie nachhaltig der KI-Investitionsboom ist.

Für Intel zählt nun, ob die Lieferengpässe im Servergeschäft tatsächlich bis in die zweite Jahreshälfte 2027 reichen. Verlängert sich diese Phase, dürfte das Kursziel von Evercore ISI kaum zu halten sein. Der Wert von 133 Dollar liegt weit über dem vorbörslichen Niveau von etwa 68 Dollar.

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