Intel Aktie: Gewinn von 42 Cent je Aktie

Intel übertrifft Erwartungen dank KI-Nachfrage, Aktie springt um 10,5 Prozent. Foundry-Wachstum und Sparprogramm prägen die Lage.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzplus von 25 Prozent
  • KI-Segment wächst um 59 Prozent
  • Short-Squeeze verstärkt Kursrally
  • Stellenabbau von 15 Prozent geplant

Intel liefert die stärkste Quartalsüberraschung seit Jahren. Die Aktie schießt am Donnerstag um 10,51 Prozent nach oben und schließt bei 79,08 Euro. Der Sprung markiert einen scharfen Kontrast zum sonstigen Kursverlauf: Auf Monatssicht steht Intel noch immer fast 30 Prozent im Minus.

Umsatzsprung dank KI-Nachfrage

Der Auslöser sitzt im Zahlenwerk des zweiten Quartals. Intel meldet einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar, ein Plus von 25 Prozent zum Vorjahr. Das ist das stärkste Quartalswachstum seit mehr als 15 Jahren.

Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet. Der Konsens lag bei 14,42 Milliarden Dollar Umsatz und einem bereinigten Gewinn von 21 Cent je Aktie. Intel liefert stattdessen 42 Cent – doppelt so viel wie erwartet.

Treiber ist fast ausschließlich die KI-Nachfrage. Das Data-Center- und KI-Segment wächst um 59 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar. Die Sparte für PC-Chips legt um 13 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar zu.

Auch die Profitabilität springt nach oben. Die Bruttomarge erholt sich von unter drei Prozent im Vorjahr auf jetzt 42 Prozent. Für das dritte Quartal stellt Intel einen Umsatz zwischen fast 16 und 17 Milliarden Dollar in Aussicht – deutlich über der Konsensschätzung von gut 15 Milliarden Dollar. Der erwartete Gewinn je Aktie liegt bei 38 Cent, verglichen mit einer Analystenschätzung von 27 Cent.

Short-Squeeze verstärkt die Rally

Interessant: Direkt nach der Veröffentlichung der Zahlen knickte die Aktie im nachbörslichen Handel zunächst wieder ein. Erst am Folgetag kehrten die Käufer mit Wucht zurück.

Marktbeobachter nennen mehrere Gründe für die verzögerte Reaktion. Ein neuer Großkunde im Foundry-Geschäft bestätigt offenbar den kommerziellen Fortschritt der Auftragsfertigung. Hinzu kommen Meilensteine bei der nächsten Chip-Generation, die das Vertrauen institutioneller Investoren stärken.

Ein technischer Faktor verschärfte die Bewegung zusätzlich. Viele Investoren hatten auf fallende Kurse gesetzt und wurden von der Stärke der Data-Center-Erholung überrascht. Das trieb einen Short-Squeeze an, der die Rally verstärkte. Die Marktstimmung gegenüber Intel war zuvor über mehrere Quartale gedrückt geblieben – wegen Sorgen um Marktanteilsverluste. Der Rebound gilt nun manchen als Signal für eine mögliche Trendwende in der langfristigen Erzählung um den Chipkonzern.

Foundry-Geschäft wächst, Restrukturierung bleibt Risiko

Das Auftragsfertigungsgeschäft rückt zunehmend in den Fokus der Anleger. Es wächst um 31 Prozent auf fast 6 Milliarden Dollar. Intel hat zudem zehn langfristige Foundry-Kundenverträge unterschrieben – und ist im Data-Center-Segment mittlerweile lieferbeschränkt, ein Problem, das der Konzern seit Jahren nicht mehr kannte.

CEO Lip-Bu Tan hebt die Fortschritte bei den Fertigungsprozessen 18A und 18A-P hervor. Intel Foundry übertrifft dabei die internen Volumenziele, die Ausbeuten bei 18A liegen über den Erwartungen.

Nicht alle Nachrichten sind eindeutig positiv. Parallel zur Zahlenvorlage treibt Intel einen deutlichen Stellenabbau voran: 15 Prozent der Belegschaft, rund 15.000 Mitarbeiter, sollen das Unternehmen verlassen. Das schafft ein reales Ausführungsrisiko. Wichtige Fachkräfte könnten abwandern, die Entwicklung des 18A-Prozesses sich verzögern – ein Knoten, der für Intels technologische Aufholjagd zentral ist.

Die Investitionen steigen derweil kräftig. Das CapEx-Budget für 2026 klettert auf über 20 Milliarden Dollar, für 2027 ist ein weiterer deutlicher Anstieg geplant. Das Geld fließt vor allem in US-Fertigungskapazitäten.

Aktie bleibt hochvolatil

Trotz des zweistelligen Kurssprungs liegt Intel rund 36 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 124,58 Euro, erreicht Ende Juni. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Handelstage liegt bei rund 82 Prozent – ein Wert, der die extremen Schwankungen der jüngsten Wochen unterstreicht.

Die Kombination aus KI-getriebener Ergebnisüberraschung, Fortschritten im Foundry-Geschäft und einem aggressiven Sparprogramm hält Intel im Zentrum der Aufmerksamkeit von Tradern. Ob der Konzern die Erholung im Data-Center-Geschäft in eine stabilere Kursentwicklung übersetzen kann, bleibt der entscheidende Test für die kommenden Quartale.

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