Intel Aktie: Gewinnmitnahmen

Nach einer starken Rally gerät Intel unter Druck: Große Investoren reduzieren ihre Positionen, während die milliardenschweren Verluste im Auftragsfertigungsgeschäft anhalten. Die hohe Bewertung steht im Kontrast zu den anhaltenden operativen Herausforderungen.

Die Kernpunkte:
  • Institutionelle Investoren reduzieren ihre Intel-Positionen
  • Foundry-Segment verzeichnet hohe operative Verluste
  • Aktie wird mit hohem Gewinnmultiplikator gehandelt
  • Nächste Quartalszahlen im April 2026 entscheidend

Intel steht an einem kritischen Wendepunkt. Nachdem die Aktie seit dem Tief vor sechs Monaten deutlich gestiegen ist, mehren sich nun die Warnsignale: Institutionelle Investoren reduzieren ihre Positionen, Analysten warnen vor hohen Bewertungen – und die milliardenschweren Verluste im Foundry-Geschäft halten an. Die Frage ist nicht, ob CEO Lip-Bu Tan das Unternehmen umbauen kann, sondern ob die Börse zu ungeduldig geworden ist.

Institutionelle Anleger werden skeptisch

M&G PLC hat seine Intel-Beteiligung im dritten Quartal um 11 Prozent reduziert und dabei knapp 70.000 Aktien verkauft. Die verbliebene Position beläuft sich auf 564.060 Aktien mit einem Wert von rund 19 Millionen Dollar. Der Schritt erfolgte in einem Umfeld gemischter Analystenbewertungen: DA Davidson startete Mitte Februar die Abdeckung mit einem neutralen Rating und einem Kursziel von 45 Dollar – ein Signal, dass Fortschritte anerkannt werden, Ausführungsrisiken aber weiterhin bestehen.

Parallel dazu zeigt sich eine Sektorrotation zulasten von Intel. Während Halbleiterausrüster wie Applied Materials und Foundries wie TSMC zulegen konnten, gerieten Intel und Nvidia unter Druck. Investoren bevorzugen derzeit offenbar die Zulieferer und Auftragsfertiger gegenüber den Chip-Designern.

Das Foundry-Problem bleibt ungelöst

Der Kern der Herausforderung liegt im Foundry-Segment. Im vierten Quartal 2025 erwirtschaftete dieser Bereich zwar 4,5 Milliarden Dollar Umsatz, musste aber operative Verluste von 2,5 Milliarden Dollar hinnehmen – eine operative Marge von minus 50 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, wie weit Intel noch von einer profitablen Auftragsfertigung entfernt ist.

CEO Lip-Bu Tan betont wiederholt, dass die Transformation mehrere Jahre dauern wird. Intel kämpft nicht nur mit den eigenen Kapazitätsproblemen, sondern auch mit branchenweiten Engpässen bei Speicherchips und Substratwafers, die zu höheren Preisen führen.

Bewertung läuft voraus

Intel wird derzeit mit nahezu dem 50-fachen der geschätzten Gewinne für 2027 gehandelt – und das, obwohl Analysten erst für nächstes Jahr eine deutliche Ergebnisverdopplung erwarten. Die Aktie hat sich seit dem Tiefpunkt vor einem halben Jahr mehr als verdoppelt. Bei einem 52-Wochen-Hoch von 54,60 Dollar und einem aktuellen Kurs von 39,14 Euro zeigt sich: Nach der Rally nehmen Investoren Gewinne mit.

Die strategischen Säulen – x86-Architektur für Rechenzentren, KI-Beschleuniger-Chips gegen Nvidia und AMD sowie der Aufbau von US-Foundry-Kapazitäten – haben sowohl staatliche als auch private Geldgeber wie Nvidia und SoftBank angezogen. Doch die nächsten Quartalszahlen am 23. April 2026 werden zeigen müssen, ob Intel die hohen Erwartungen rechtfertigen kann.

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