Intel Aktie: Kann nur Hälfte der Server-CPUs liefern
Intel meldet Engpässe bei Serverprozessoren, höhere Fertigungsausbeute und Umsatzwachstum, während ein bilanzieller Effekt den GAAP-Abschluss belastet.

- Rund die Hälfte der Bestellungen bedient
- 18A-Ausbeute um sieben Prozent verbessert
- Quartalsumsatz steigt auf 16,1 Milliarden Dollar
- Melius Research erhöht Kursziel auf 165 Dollar
Der Halbleiterkonzern Intel sieht sich im Markt für Rechenzentren mit einer massiven Nachfragewelle konfrontiert. Nach Angaben von Konzernchef Lip-Bu Tan kann das Unternehmen gegenwärtig lediglich rund 50 Prozent der Kundenbestellungen nach Server-CPUs bedienen. Treiber dieses Engpasses ist der wachsende Bedarf von Hyperscalern und Technologieunternehmen, die für KI-Anwendungen verstärkt auf neue Serverarchitekturen setzen.
Am Aktienmarkt spiegelte sich dieser Trend über weite Teile des Jahres wider: Das Papier legte seit Jahresbeginn um 244 Prozent zu. Am vergangenen Freitag gab der Kurs im europäischen Handel leicht nach und schloss bei 107,90 Euro, was einem Tagesverlust von 3,6 Prozent entsprach.
Fortschritte in der Fertigungssparte
Um den bestehenden Lieferengpässen mittelfristig zu begegnen, treibt Intel die Modernisierung seiner eigenen Halbleiterfertigung voran. Auf der JPMorgan-Konferenz legte Lip-Bu Tan dar, dass die Ausbeute im Fertigungsprozess 18A um sieben Prozent verbessert werden konnte.
Neben der Chiparchitektur setzt das Unternehmen auch auf Gehäusetechnologien wie das Verfahren EMIB, das als kostengünstigere Alternative zu etablierten asiatischen Fertigungsmethoden positioniert wird.
Bilanzielle Sondereffekte und langfristige Technologieansätze
Das operative Geschäft verzeichnete zuletzt deutliche Zuwächse. Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Konzernumsatz um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 16,1 Milliarden Dollar. Auf bereinigter Non-GAAP-Basis erwirtschaftete Intel einen Nettogewinn von 2,2 Milliarden Dollar.
Dennoch wies die Bilanz nach GAAP-Rechnungslegung einen Nettoverlust von 11,0 Milliarden Dollar aus. Ursache dafür war ein bilanzierungsbedingter Marktbewertungsverlust von 12,5 Milliarden Dollar auf treuhänderisch verwahrte Aktien im Zusammenhang mit der US-Förderung über den CHIPS Act.
Zugleich richtet das Management den Blick über das laufende Jahrzehnt hinaus. Das Unternehmen erforscht Silizium-Spin-Qubits, um langfristig bestehende Fertigungsstrukturen für Quantenprozessoren nutzbar zu machen.
Das Analystenhaus Melius Research hob das Kursziel für die Aktie an der US-Börse kürzlich auf 165 Dollar an. Dennoch verweisen Marktbeobachter mit Blick auf ein für 2026 erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 50 auf die inzwischen anspruchsvolle Bewertung des Titels.
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