Intel Aktie: Neue CPU-Konkurrenz im Anmarsch

Das Startup strebt 2,5 Milliarden Dollar Bewertung an; Finanzierungsrunde und endgültige Summe sind noch offen.

Die Kernpunkte:
  • Nuvacore sammelt mehrere hundert Millionen Dollar
  • Bewertung von rund 2,5 Milliarden angestrebt
  • Intel-Aktie dieses Jahr über 180 Prozent gestiegen
  • Intel veröffentlicht Quartalszahlen am 29. Oktober

Ein sechs Monate altes Startup ohne Produkt soll 2,5 Milliarden Dollar wert sein. Nuvacore will Intel und AMD im Rechenzentrum angreifen, und Investoren scheinen bereit, darauf zu wetten.

Nuvacore: Große Namen, kein Produkt

Das Unternehmen aus San Jose sammelt nach eigenen Angaben aus dem Umfeld der Finanzierung mehrere hundert Millionen Dollar ein. Die angestrebte Bewertung liegt bei rund 2,5 Milliarden Dollar. Die Runde ist noch offen, Summe und Bewertung können sich ändern. Sequoia Capital hatte bereits die Seed-Runde angeführt.

Hinter Nuvacore stehen die Ingenieure Gerard Williams, John Bruno und Ram Srinivasan. Williams arbeitete zuvor bei Apple und gründete Nuvia, das Qualcomm 2021 für 1,4 Milliarden Dollar übernahm.

Ungewöhnlich ist die Strategie: Die Gründer wollen zuerst die Kernfunktionen des Prozessors entwerfen und erst danach eine Architektur wählen. So ließen sich die Beschränkungen von x86, auf dem Intel und AMD aufbauen, sowie von Arm umgehen.

Intels Heimatmarkt wird umkämpfter

Der Markt für Server-Prozessoren wächst, weil KI-Systeme CPUs als Koordinatoren für spezialisierte Chips und für autonome Software-Agenten brauchen. Intel und AMD dominieren das Segment seit Jahren. Arm-basierte Designs, etwa von Amazon und Microsoft, gewinnen jedoch Boden. Nvidia ist mit seiner CPU Vera ebenfalls eingestiegen und erwartet in seinem laufenden Geschäftsjahr bis Januar rund 20 Milliarden Dollar Umsatz damit.

Für Intel ist das Umfeld zweischneidig. Der Konzern hatte zuletzt eingeräumt, die Nachfrage nicht vollständig bedienen zu können. Die Aktie hat in diesem Jahr mehr als 180 Prozent zugelegt, bei AMD ist es ähnlich viel. Neue Rivalen mit Milliardenbewertung zeigen, wie attraktiv das Geschäft geworden ist.

Wagniskapital fließt derzeit reichlich in Chipstartups. In den ersten fünf Monaten 2026 kamen etwa 10,7 Milliarden Dollar zusammen, nach 12,2 Milliarden Dollar im gesamten Jahr 2025.

KI-Debatte belastet die Branche

Am Donnerstag standen Intel und andere Chipwerte unter Druck. Auslöser war ein Bericht, wonach OpenAI Investoren einen annualisierten Umsatz von knapp 50 Milliarden Dollar genannt haben soll, rund 20 Milliarden weniger als zuvor geschätzt. Die Papiere verloren zwischen 3 und 7 Prozent. Zuletzt notierte Intel laut Kursanzeige weitere 2,2 Prozent im Minus.

Ein Nachfrageeinbruch folgt daraus nicht. TSMC meldete für das dritte Quartal ein Umsatzplus von 50 Prozent. Offen bleibt, ob die KI-Anbieter ihre gewaltigen Infrastrukturausgaben dauerhaft refinanzieren können. Davon hängt die Hardware-Nachfrage ab.

Konkreter Termin für Intel: Die Quartalszahlen stehen am 29. Oktober an. Dann zeigt sich, wie stark die Server-Nachfrage tatsächlich in die Bilanz durchschlägt.

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