Intel Aktie: Neue Führung, alte Baustellen

Intel stellt seinen Aufsichtsrat neu auf und setzt mit Craig Barratt auf technische Expertise. Der Wechsel erfolgt in einer Phase tiefgreifender Umstrukturierung und gemischter Geschäftsentwicklung.

Die Kernpunkte:
  • Neuer Board-Vorsitzender mit Halbleiter-Erfahrung
  • Tiefgreifende Umstrukturierung und Kostensenkungen
  • Foundry-Geschäft schreibt weiterhin hohe Verluste
  • Gemischte Analystenbewertungen zur Aktie

Intel stellt seinen Aufsichtsrat neu auf — und das Signal dahinter ist eindeutig. Mit Dr. Craig Barratt übernimmt ab dem 13. Mai 2026 ein Halbleiter-Veteran den Vorsitz, der das Geschäft von innen kennt. Sein Vorgänger Frank Yeary, seit 2009 im Board und seit 2023 als Chair, kommt aus dem Investment-Banking. Der Wechsel markiert eine bewusste Verschiebung: weg von Finanzexpertise, hin zu technischer Tiefe.

Wer ist Craig Barratt?

Barratt bringt mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in der Halbleiterindustrie mit. Er war CEO von Atheros Communications, führte das Unternehmen durch IPO und Übernahme durch Qualcomm. Später leitete er bei Intel die Ethernet-, Photonik- und Netzwerksparte — nachdem Intel sein damaliges Unternehmen Barefoot Networks akquiriert hatte. Zusätzliche Stationen bei Google, Intuitive Surgical und Astera Labs runden das Profil ab. Seit November 2025 sitzt er bereits im Board.

Seit 2024 hat Intel vier neue unabhängige Direktoren berufen. Das Unternehmen beschreibt diesen Umbau als gezielte Maßnahme, um die Zusammensetzung des Boards mit den strategischen Prioritäten in Technologieführerschaft und operativer Exzellenz in Einklang zu bringen.

Turnaround mit Licht und Schatten

Der Zeitpunkt des Führungswechsels fällt in eine Phase, in der Intel unter CEO Lip-Bu Tan tiefgreifende Umstrukturierungen vorantreibt. Die Belegschaft wurde um 32 Prozent auf 85.100 Mitarbeiter reduziert, die Investitionsausgaben um 26 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar gesenkt. Der operative Verlust verbesserte sich um 81 Prozent auf minus 2,2 Milliarden Dollar — ein Fortschritt, aber noch kein Durchbruch.

Das Foundry-Geschäft bleibt die offene Wunde: In jedem Quartal des vergangenen Jahres schrieb die Fertigungssparte Verluste, insgesamt rund 10,3 Milliarden Dollar. Intel spricht von einem „Engpass des Erfolgs“ — die schnelle Umstellung auf den neuen 18A-Prozessknoten belaste kurzfristig die Kapazitäten. Für das zweite Quartal 2026 erwartet das Unternehmen erste Verbesserungen bei Angebot und Profitabilität. Den Foundry-Break-even peilt das Management für Ende 2027 oder Anfang 2028 an.

Auf der Produktseite läuft es besser. Die jüngsten Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen: 13,67 Milliarden Dollar Umsatz, bereinigter Gewinn je Aktie von 0,15 Dollar. Das Rechenzentrum- und KI-Segment steuerte 4,74 Milliarden Dollar bei. Für das erste Quartal 2026 erwartet Intel einen Umsatz zwischen 11,7 und 12,7 Milliarden Dollar bei einem bereinigten Ergebnis von null Dollar je Aktie.

Analysten bleiben zurückhaltend

An der Börse spiegelt sich die gemischte Lage wider. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 13 Prozent zugelegt, liegt aber rund 18 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Von 48 Analysten empfehlen 33 das Papier zum Halten, neun zum Kaufen, sechs zum Verkaufen. Das durchschnittliche Kursziel von 47,11 Dollar lässt moderates Aufwärtspotenzial erkennen — sofern die Fabrikumstellung wie geplant verläuft.

Mit Barratt an der Boardspitze ist Intels Führungsstruktur nun stärker auf die technischen Anforderungen des Turnarounds ausgerichtet. Ob das reicht, entscheidet sich in den Fertigungshallen — und spätestens mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2026.

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