Intel Aktie: RBC erwartet Zahlenbeat

RBC sieht Chancen durch KI-Servernachfrage, verweist bei Intel jedoch auf die hohe Bewertung und hält am Kursziel von 100 Dollar fest.

Die Kernpunkte:
  • RBC prognostiziert mindestens fünf Prozent Umsatzplus
  • Server-CPU-Volumen soll bis 2027 zweistellig wachsen
  • PC-Nachfrage bleibt laut RBC schwach
  • Kursziel bleibt bei 100 Dollar

Vor den Quartalszahlen am 29. Oktober steigen die Erwartungen an Intel. RBC rechnet mit einem Umsatz, der die Schätzungen um mindestens fünf Prozent übertrifft, und mit einer um drei bis fünf Prozent angehobenen Prognose. Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt.

Agentic AI treibt die Server-Nachfrage

Die Analysten von RBC begründen ihren Optimismus mit der robusten Nachfrage nach Agentic AI. Bei Server-CPUs erwarten sie weiterhin zweistelliges Mengenwachstum bis ins Jahr 2027, gestützt durch bessere Produktmischung und höhere Verkaufspreise.

Intel baut dafür aggressiv Waferkapazität für den Prozess Intel 3 sowie im Back-End-Bereich aus. Das soll bis 2027 Rückenwind liefern. Gespräche in Asien deuten zudem auf eine bessere Verfügbarkeit der Panther-Lake-Prozessoren hin, was RBC als Hinweis auf höhere Ausbeuten beim 18A-Verfahren wertet. Schwach bleibt allerdings die PC-Nachfrage.

Beim Advanced Packaging sieht RBC solide Fortschritte. Die Technologie EMIB-T könnte 2028 drei bis fünf Milliarden Dollar beisteuern. Für den kommenden 14A-Prozess erwartet das Haus in naher Zukunft weiter positive Nachrichten.

Bewertung bremst den Optimismus

Trotz der freundlichen Prognose bleibt RBC bei „Sector Perform“ mit einem Kursziel von 100 Dollar. Der Grund liegt in der Bewertung: Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2027 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei mehr als dem 40-Fachen. Chance und Risiko sieht RBC deshalb als ausgewogen.

Die Aktie schloss zuletzt bei 86,96 Dollar, ein Plus von 1,7 Prozent. Der Börsenwert beläuft sich auf rund 457 Milliarden Dollar. Auch andere Häuser zeigen sich vorsichtig: JPMorgan hob Intel zuletzt von „Underweight“ auf „Neutral“, ausdrücklich wegen der Bewertung. TD Cowen bleibt bei „Hold“.

Zahlen als Test für den KI-Handel

Intel gehört zu den Unternehmen, die in dieser Woche den Markt für KI-Werte prüfen. Neben den Hyperscalern Alphabet, Microsoft und Amazon steht auch der Bericht von Intel im Kalender. Der Markt preist laut Optionsdaten eine Kursbewegung von rund 8,3 Prozent ein. In drei der vergangenen acht Berichte übertraf Intel diese erwartete Schwankung.

Am 29. Oktober zeigt sich, ob die Zahlen die RBC-Erwartung eines Umsatzbeats von mindestens fünf Prozent einlösen. Liefert Intel dazu eine um drei bis fünf Prozent höhere Prognose, wäre das Kursziel von 100 Dollar nur noch gut 15 Prozent entfernt.

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