Intel Aktie: Socionext nutzt 18A-Verfahren

Intel sichert sich mit Socionext einen weiteren Foundry-Kunden und stockt seine Kapitalerhöhung auf 20 Milliarden Dollar auf. Der CEO kauft zudem Aktien.

Die Kernpunkte:
  • Socionext nutzt Intels 18A-P-Verfahren
  • Kapitalerhöhung auf 20 Milliarden Dollar erhöht
  • Intel-CEO erwirbt Aktien im Wert von 10 Millionen Dollar
  • Analysten senken Kursziele nach Kapitalmaßnahme

Der US-Halbleiterkonzern Intel verzeichnet einen wichtigen Erfolg bei der Neuausrichtung seines Geschäftsmodells. Wie heute bekannt wurde, wird der japanische Chip-Designer Socionext künftig das 18A-P-Fertigungsverfahren von Intel nutzen, um System-on-Chips (SoCs) der nächsten Generation zu entwickeln. Dieser Schritt markiert eine strategische Wende für Socionext, das zuvor primär auf die Dienste des Konkurrenten TSMC gesetzt hatte.

Fortschritte in der Auftragsfertigung

Die Kooperation mit Socionext unterstreicht die Ambitionen von Intel, sich als ernstzunehmender Auftragsfertiger zu etablieren. Medienberichten zufolge wurde bereits am Dienstag vergangener Woche bekannt, dass auch Tesla als Kunde für den 14A-Fertigungsprozess gewonnen werden konnte. Diese Technologie soll ab dem Jahr 2028 in die Massenproduktion gehen. Um den massiven Ausbau der dafür notwendigen Kapazitäten zu finanzieren, hat Intel eine umfangreiche Kapitalerhöhung durchgeführt.

Das Volumen dieser Aktienemission wurde aufgrund der hohen Nachfrage von ursprünglich 15 Milliarden auf 20 Milliarden US-Dollar aufgestockt. Die Mittel sind laut Unternehmensangaben für Investitionen in den Ausbau der Foundry-Sparte sowie für das Betriebskapital vorgesehen. Am Markt wurde die Emission zu einem Preis von 95,00 US-Dollar je Aktie platziert.

Vertrauen der Führungsebene und Produktgerüchte

Ein deutliches Signal an die Anleger sendete zudem Lip-Bu Tan. Am Freitag vergangener Woche wurde durch eine Pflichtmitteilung bekannt, dass der Intel-CEO bereits am 11. August 105.263 Aktien zu einem Preis von 95,00 US-Dollar pro Stück erwarb. Das Investitionsvolumen belief sich auf rund 10,0 Millionen US-Dollar. Damit erhöhte er seinen Anteil am Unternehmen auf 1,33 Millionen Aktien.

Parallel zur geschäftlichen Expansion gibt es neue Details zur Produkt-Roadmap. Gestern tauchten in Benchmarks erste Hinweise auf die kommenden „Nova Lake“-Desktop-Prozessoren auf. Das Modell Intel Core Ultra 9 4950K scheint dabei zu einem vierstelligen Benennungsschema zurückzukehren. Die geleakten Daten deuten auf eine hohe Single-Thread-Leistung hin, was die Wettbewerbsfähigkeit von Intel im Endkundenmarkt stärken könnte.

Analysten bewerten Kapitalmaßnahme unterschiedlich

Die jüngste Kapitalerhöhung sorgt bei Analysten für geteilte Reaktionen. Vivek Arya, Analyst bei der Bank of America, bestätigte gestern seine Kaufempfehlung, senkte jedoch das Kursziel von 160,00 auf 145,00 US-Dollar. Er begründete dies mit einer erwarteten Verwässerung des Gewinns je Aktie von etwa 4 bis 5 Prozent infolge der Milliarden-Emission. Die Experten von UBS zeigten sich hingegen zurückhaltender und stuften das Papier am 12. August mit „Neutral“ und einem Kursziel von 112,00 US-Dollar ein.

An der Börse wird die Entwicklung derzeit mit Vorsicht quittiert. Die Intel-Aktie notiert heute bei 78,52 Euro und verliert damit 1,2 Prozent. Trotz der operativen Fortschritte und der prominenten Kundenakquise liegt der Kurs aktuell 37 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das am 30. Juni markiert wurde.

In der kommenden Woche am 26. August werden Finanzchef David Zinsner und Vizepräsident John Pitzer weitere Details zur Strategie auf einer Technologiekonferenz der Deutschen Bank erläutern.

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