Intel Aktie: Uncle Sam steigt ein

Die US-Regierung erwirbt 9,9 Prozent der Intel-Aktien und wird damit zum Großaktionär. Finanzchef Zinsner sieht dadurch kurzfristige Kapitalmarktabhängigkeit beseitigt.

Die Kernpunkte:
  • US-Regierung investiert 8,9 Milliarden Dollar in Intel
  • Washington hält künftig 9,9 Prozent der Unternehmensanteile
  • Finanzchef spricht von eliminierten Unsicherheiten
  • Aktienkurs zeigt verhaltene Reaktion auf Nachricht

Der Chipgigant Intel hat diese Woche einen ungewöhnlichen neuen Investor an Bord geholt: die US-Regierung. 5,7 Milliarden Dollar sind bereits geflossen – der erste Teil eines Deals, der Washington zu einem der größten Aktionäre macht. Während Intel-Chef David Zinsner von „eliminierter Unsicherheit“ spricht, fragen sich Anleger: Ist das Rettung oder Risiko?

Historischer Deal: Staat wird Großaktionär

Die 5,7 Milliarden Dollar, die am Mittwochabend auf Intels Konto eingingen, sind nur der Anfang. Insgesamt kauft sich die US-Regierung für 8,9 Milliarden Dollar bei Intel ein und erwirbt dabei 433,3 Millionen Aktien zum Preis von 20,47 Dollar je Stück. Das entspricht einem Anteil von rund 9,9 Prozent – genug, um zu den größten Aktionären zu gehören.

Der Deal transformiert ursprünglich als Zuschüsse geplante Gelder aus dem CHIPS and Science Act in eine direkte Beteiligung. Inklusive bereits erhaltener Förderungen investiert Washington insgesamt 11,1 Milliarden Dollar in den Halbleiter-Veteranen.

Zinsner: „Kapitalmärkte vorerst nicht nötig“

Finanzchef David Zinsner bezeichnete die Transaktion als strategischen Befreiungsschlag. Der Deal eliminiere „die Notwendigkeit, die Kapitalmärkte kurzfristig anzuzapfen“ und räume „erhebliche Unsicherheiten“ aus dem Weg. Konkret: Intel muss nun keine Meilensteine mehr für die Fördergelder erfüllen und Rückzahlungsrisiken von 2,2 Milliarden Dollar sind vom Tisch.

Zusätzlich erhält die Regierung eine fünfjährige Option auf weitere fünf Prozent der Anteile – allerdings nur, falls Intel weniger als 51 Prozent seiner Foundry-Sparte besitzt. Zinsner sieht das gelassen: „Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass wir unter 50 Prozent fallen.“

Anleger zwischen Hoffnung und Sorge

Die Reaktion der Börse fiel verhalten aus. Trotz der Milliardenspritze verlor die Aktie am Donnerstag 0,6 Prozent. Der Grund: Viele Investoren sehen die Staatsbeteiligung kritisch. Intel warnte bereits in regulatorischen Unterlagen vor möglichen Einschränkungen in ausländischen Märkten, die den Großteil der Umsätze generieren.

Gleichzeitig kämpft Intel mit hausgemachten Problemen. Das Unternehmen hinkt bei künstlicher Intelligenz der Konkurrenz hinterher und kämpft mit Produktionsverzögerungen. Zinsner gab offen zu, bei einigen Produkten „den Ball fallen gelassen“ zu haben.

Foundry-Geschäft als Schlüssel

Entscheidend für Intels Zukunft bleibt das Auftragsfertigung-Geschäft. Der Konzern braucht dringend einen großen externen Kunden für seine nächste Fertigungsgeneration 14A, um profitabel zu werden. Die Milliardenspritze kauft Intel Zeit – doch die Uhr tickt weiter.

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