Intel Aktie: Vector Core Compute in Los Angeles

Intel präsentiert auf der Computex eine neue Strategie für komplette KI-Rechenzentren und schmiedet Partnerschaften mit SambaNova und Foxconn.

Die Kernpunkte:
  • Partnerschaft mit SambaNova und Foxconn
  • Fokus auf komplette Rechenzentrumsarchitekturen
  • Integration von Nvidia-GPUs in Intel-Systeme
  • Ausbau des 800er-Ethernet-Portfolios

Intel will mehr sein als ein Prozessorhersteller. Auf der Computex 2026 in Taipeh präsentierte das Unternehmen am 2. Juni eine Strategie, die den KI-Fokus von einzelnen Chips hin zu kompletten Rechenzentrumsarchitekturen verschiebt — und damit eine neue Antwort auf die Frage liefert, wie Intel an den wachsenden Budgets für KI-Infrastruktur partizipieren kann.

Rackscale-Infrastruktur mit drei Partnern

Das Herzstück der Ankündigung ist eine Partnerschaft mit SambaNova und Foxconn. Gemeinsam wollen die drei Unternehmen rackfähige KI-Infrastruktur für Rechenzentren, Hyperscaler und sogenannte „Intelligence Center“-Deployments bauen. Die Produktionsracks kombinieren Intels Xeon-Prozessoren mit SambanNovas SN-50 Reconfigurable Dataflow Units, während Foxconn die Systemintegration übernimmt.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Intel?

Der strategische Kern ist klar: Intel versucht, seine CPUs als Orchestrierungsschicht in KI-Workloads zu verankern, die bislang von GPU-Architekturen dominiert werden. Besonders auffällig ist dabei, dass Intel in einem gemeinsamen System auch NVIDIA-Blackwell-GPUs integriert — kein Entweder-oder, sondern ein Platz im heterogenen Rechenzentrum.

Vector Core Compute als Cloud-Hebel

Konkret wird die Strategie beim Projekt Vector Core Compute. Das von Vista Equity Partners und Cambium Capital gegründete Unternehmen betreibt eine disaggregierte Inferenz-Cloud aus einem Rechenzentrum in Los Angeles. Die Architektur setzt auf Xeon-6-Prozessoren für Orchestrierung und Ausführung, SambaNova SN40 RDUs für Decode-Aufgaben und NVIDIA-Blackwell-GPUs für den Prefill-Schritt.

Together.ai ist bereits als erster kommerzieller Kunde aktiv. Vista Equity Partners sicherte sich frühen Zugang für mehr als 90 Portfoliounternehmen, die nach Intels Angaben zusammen über 2,5 Millionen Unternehmenskunden und 750 Millionen Nutzer weltweit bedienen.

Ethernet-Portfolio ausgebaut

Neben der Systemarchitektur erweiterte Intel sein 800er-Ethernet-Portfolio mit den neuen E835-Controllern und Netzwerkadaptern. Die E835-Linie skaliert bis 200 GbE und unterstützt Konfigurationen von 2×25 GbE bis 1×200 GbE. Intel behauptet, der E835-CQDA2-Adapter liefere bis zu 1,9-mal mehr Leistung pro Watt als NVIDIAs ConnectX-6 DX und 1,4-mal mehr als Broadcoms BCM957508. Cisco, Dell, HPE, Lenovo und Supermicro zählen laut Intel zu den Unterstützern des Netzwerkprodukts.

Kurs reagiert verhalten

Die Ankündigungen haben den Kurs bislang nicht beflügelt. Die Intel-Aktie schloss zuletzt bei 92,79 Euro — ein Minus von rund 11 Prozent in den vergangenen sieben Tagen, obwohl die Aktie seit Jahresbeginn noch immer mehr als 170 Prozent im Plus liegt. Der RSI von knapp 19 signalisiert dabei eine deutlich überverkaufte technische Lage.

Das verhaltene Marktecho passt zum finanziellen Umfeld: Im ersten Quartal erzielte Intel einen Umsatz von 13,6 Milliarden Dollar, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Für das zweite Quartal peilt das Unternehmen 13,8 bis 14,8 Milliarden Dollar an. Investoren warten offenbar auf Belege, dass die Computex-Ankündigungen in konkrete Kundendeployments und Marktanteile im Rechenzentrum münden — Produktspezifikationen allein reichen dafür nicht.

Intel-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Intel-Analyse vom 3. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Intel-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Intel-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Intel: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Intel