Intel: Allzeithoch bei 94,01 Dollar

Intel profitiert von extremer Chipknappheit und möglichem Google-Auftrag. Die Aktie erreicht ein neues Allzeithoch, Analysten heben Kursziele an.

Die Kernpunkte:
  • Neues Allzeithoch von 77,47 Euro
  • Defekte Chips werden gewinnbringend verkauft
  • Google prüft Intels Verpackungstechnologie
  • HSBC hebt Kursziel auf 95 Dollar an

Normalerweise landen fehlerhafte Chips im Müll. Aktuell verkauft Intel selbst diese Ausschussware mit Gewinn. Ein extremer Mangel an Prozessoren zwingt Kunden dazu, alles zu kaufen, was verfügbar ist. Das treibt die Aktie auf historische Höchststände.

Am Mittwoch kletterte das Papier um gut zehn Prozent auf ein neues Allzeithoch von 77,47 Euro. Damit summiert sich das Kursplus seit Jahresbeginn auf beachtliche 130 Prozent. Die Rally stützt sich auf zwei handfeste Treiber aus dem operativen Geschäft.

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Mangelware wird zu Umsatz

Ein Bericht des Analysten Ben Bajarin offenbart eine ungewöhnliche Dynamik in den Fabriken des Konzerns. Intel produziert Prozessoren auf großen Silizium-Wafern. Chips am äußeren Rand weisen oft winzige Defekte auf. Sie erreichen nicht die volle Leistung. Statt diese Exemplare auszusortieren, verpackt Intel sie nun als günstigere Modelle.

Der Hunger nach Rechenleistung für Künstliche Intelligenz saugt den Markt leer. Kunden priorisieren Verfügbarkeit über Spitzenleistung. Das beschert Intel eine unerwartete Margenverbesserung. Im ersten Quartal stiegen die durchschnittlichen Verkaufspreise für Server-Chips um 27 Prozent. Aus Produktionsineffizienzen wird so bares Geld.

Google als möglicher Großkunde

Parallel dazu treibt ein zweiter Faktor den Kurs. Laut dem Marktforscher TrendForce könnte Google für seinen neuen KI-Prozessor auf Intels Verpackungstechnologie EMIB setzen. Diese verbindet mehrere kleine Chips zu einem leistungsstarken Gesamtpaket. Google nutzt solche Prozessoren für seine Systeme zum maschinellen Lernen.

Ein solcher Auftrag wäre ein massiver Vertrauensbeweis für Intels Auftragsfertigung. Bisher dominieren Rivalen wie TSMC diesen Bereich. Deren Kapazitäten sind durch Großkunden wie Nvidia und AMD jedoch weitgehend ausgeschöpft. Intel profitiert hier von seiner Position als einziger US-Anbieter für diese komplexe Technologie. Eine offizielle Bestätigung von Google steht allerdings noch aus.

Analysten passen sich an

An der Wall Street hinken viele Experten der rasanten Kursentwicklung hinterher. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit rund 75 US-Dollar bereits unter dem aktuellen Niveau. Die Großbank HSBC reagierte nun. Analyst Frank Lee hob sein Ziel auf 95 Dollar an und stufte die Aktie auf „Kaufen“ hoch.

Er begründet den Schritt mit der anhaltend hohen Nachfrage nach Server-Prozessoren. Für das zweite Quartal peilt das Management einen Umsatz von bis zu 14,8 Milliarden US-Dollar an. Die operative Marge soll bei rund 39 Prozent liegen. Um das hohe Bewertungsniveau zu rechtfertigen, muss Intel nun pünktlich seine nächste Chip-Generation ausliefern und weitere Großkunden für die Auftragsfertigung gewinnen.

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