Intel: Data Center wächst 22% auf $5,1 Mrd.

Intel übertrifft Erwartungen mit Gewinnsprung, während Fertigungsverluste Experten uneins über die Aktienbewertung machen.

Die Kernpunkte:
  • Gewinn je Aktie weit über Prognosen
  • KI-Trend treibt Nachfrage nach CPUs
  • Foundry-Sparte mit Milliardenverlust
  • Analysten uneins über Kursentwicklung

Rekordzahlen im Kerngeschäft, tiefrote Zahlen in der Fertigung — bei Intel prallen derzeit zwei Welten aufeinander. Nach einem massiven Gewinnsprung im ersten Quartal 2026 verzeichnet die Aktie historische Kursgewinne. An der Wall Street entbrennt derweil eine hitzige Debatte über die langfristige Strategie des Chipkonzerns.

Der Umsatz kletterte auf 13,6 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 29 Cent weit über den Markterwartungen von lediglich einem Cent. Anleger reagierten euphorisch. Die Intel-Aktie markierte am Freitag bei 69,09 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch und verbucht damit seit Jahresbeginn ein Plus von über 100 Prozent.

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KI-Agenten befeuern die Nachfrage

Hinter dem Aufschwung steht ein Strukturwandel im Rechenzentrum. Sogenannte KI-Agenten — autonome Programme, die Aufgaben für Nutzer erledigen — verlagern den Rechenbedarf. Bisher dominierten Grafikprozessoren von Nvidia den KI-Markt. Nun rücken klassische Hauptprozessoren (CPUs) wieder in den Fokus der Serverbetreiber.

Das schlägt sich in der Bilanz nieder. Die Erlöse in der Rechenzentrumssparte stiegen um 22 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. KI-bezogene Geschäfte machen laut Finanzchef David Zinsner mittlerweile 60 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Analysten ziehen unterschiedliche Schlüsse

Die überraschend starken Zahlen führen zu drastischen Neubewertungen, offenbaren aber auch tiefe Gräben zwischen den Experten:

  • HSBC hebt das Kursziel von 95 auf 100 Dollar an und rechnet für 2026 mit 20 Prozent mehr ausgelieferten Server-CPUs.
  • Morgan Stanley stuft die Aktie auf „Overweight“ hoch und schraubt das Ziel von 56 auf 73 Dollar.
  • Citi ändert das Votum von „Neutral“ auf „Kaufen“.
  • Bank of America bleibt bei „Underperform“ (Ziel: 56 Dollar) und warnt vor anhaltenden Problemen in der Auftragsfertigung.

Die Baustelle in der Fertigung

Genau diese Foundry-Sparte bereitet Skeptikern Sorgen. Intel verbucht nach US-Rechnungslegungsstandard (GAAP) weiterhin Verluste. Der Fehlbetrag weitete sich im abgelaufenen Quartal auf 4,28 Milliarden Dollar aus. Bislang fehlt dem Konzern ein großer externer Kunde für seine neue 18A-Fertigungstechnologie. Analyst Vivek Arya von der Bank of America verweist auf geringer als erhoffte Produktionsausbeuten bei den kommenden Node-Generationen.

Für das laufende zweite Quartal gibt sich das Management optimistisch. Intel peilt einen Umsatz von bis zu 14,8 Milliarden Dollar und ein bereinigtes EPS von 20 Cent an — beides deutlich über den Konsensschätzungen. Die Nachfrage nach Server-Chips übersteigt weiterhin das Angebot. Der Konzern plant daher, die Produktionskapazitäten in den kommenden Monaten schrittweise hochzufahren.

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