Intel: Neue Umsatzquellen zeigen ihre Wirkung

Der weltgrößte Chipfabrikant Intel konnte mit seinen Quartalszahlen überzeugen. Trotzdem das Unternehmen beim Umsatz erstmals seit zwei Jahren einen Umsatzrückgang verzeichnen musste. Doch zeigte Intel, dass sich der Prozessorhersteller auf aussichtsreiche neue Marktchancen gut eingestellt hat. Das passende Stichwort: Internet der Dinge.

 

IntelBeim Internet der Dinge (IoT – Internet of Things) geht es um die Verbreitung von augenscheinlichen Alltagsgeräten, die über eingebaute Computertechnik den Menschen bei Tätigkeiten etc. unterstützen könne. Das derzeit am stärksten beobachtete Beispiel dafür sind die so genannte Wearables, die z. B. als Fitness-Armbänder beim Sport unterstützen oder beim kontaktlosen Bezahlen helfen. Hinzu kommt der massive Einsatz von Sensoren, die Daten verarbeiten und Handlungen auslösen können.

 

Internet der Dinge mit massiven Wachstumschancen

Deshalb ist auch das Thema Internet der Dinge eng mit der Frage nach Datenzentren verbunden. Keun Wunder, dass hier Analysten davon ausgehen, dass schon durch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten ein riesiger Markt entstehen kann. So hatte im letzten Jahr die amerikanische Research-Firma Gartner prognostiziert, dass es bis 2020 26 Mrd. Einheiten geben wird, die unter dem Begriff Internet der Dinge gesammelt werden können. Für die beteiligten Firmen, insbesondere Produktanbieter und Dienstleister, könnte daraus ein potenzielles Umsatzvolumen von 300 Mrd. Dollar entstehen.

Das klingt noch nach viel Zukunftsmusik, findet aber auch jetzt schon seinen Widerhall in den Geschäftszahlen von Firmen, die sich damit beschäftigen. So auch bei Intel, die dank der Aktivitäten im IoT als auch bei Datenzentren den anhaltenden Rücklauf im klassischen Computerbereich auffangen kann.

 

Gewinn und Umsatz über den Erwartungen

So meldete das Unternehmen unter dem Strich für das zweite Quartal einen Gewinn je Aktie (ohne Sondereinflüsse) von 55 Cents. Analysten hatten hier mit nur 50 Cents gerechnet.

Der Umsatz lag zwar um 5% unter dem Vorjahresergebnis. Doch die ausgewiesenen 13,2 Mrd. Dollar blieben ebenfalls noch über den Markterwartungen, die einen Rückgang auf 13 Mrd. Dollar prognostiziert hatten.

 

Intel liefert beim Ausblick einige negative Aspekte

Beim Ausblick gab es auf den ersten Blick einige Enttäuschungen. Denn Intel kürzte seinen Jahresprognose für den Umsatz leicht auf einen Rückgang um 1%, während man bislang mit einem stabilen Ergebnis gerechnet hatte. Im Gegenzug rechnet man mit einer leicht besseren Bruttomarge, die bei 61,5% (bisherige Schätzung 61%) liegen soll.

Bei den geplanten Investitionen kürzte Intel auch noch das Ausgabenziel von bisherigen 8,2 bis 9,2 Mrd. Dollar auf 7,2 bis 8,2 Mrd. Dollar. Allerdings will man an den Ausgaben für eine weitere Expansion im IoT und bei Datenzentren keine Abstriche machen. In diesen Themenbereich fiel bekanntlich auch die Akquisition von Altera Anfang Juni für rund 16,7 Mrd. Dollar. Denn Altera hat eine starke Marktposition im Bereich von Servern und anderen Ausrüstungen für Datenzentren.

 

Börse reagiert auf Intel-Zahlen positiv, es gibt neue Trading-Chance

Nachdem Intel seine Ergebnisse gestern nach Börsenschluss bekannt gab, konnte die Aktie deutlich zulegen. Was auch daran lag, dass man für das laufende dritte Quartal eine Umsatzprognose abgab, die mit durchschnittlich 14,3 Mrd. Dollar über den Analystenprognosen von 14,08 Mrd. Dollar lag.

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Doch bleibt abzuwarten, ob das ausreicht, die Aktie von Intel aus dem seit Jahresanfang etablierten Abwärtstrend herauszuführen. Unsre Vermutung: Es wird wohl vorerst nur eine kurzfristige Erholung geben, wobei wir hier das Potenzial in den Bereich von 32 Dollar sehen. Damit ist Intel zumindest für kurzfristig ausgelegte Trader etwas.

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