Intel- vs. AMD-Aktie: Entscheidungsschlacht im KI-Zeitalter

Im Hochrisiko-Sektor der Halbleiterindustrie hat sich die legendäre Rivalität zwischen Intel und Advanced Micro Devices (AMD) auf das entscheidende Schlachtfeld unserer Ära verlagert: Künstliche Intelligenz. Während Unternehmen und Cloud-Giganten um die Wette rüsten, um ihre KI-Infrastruktur aufzubauen, hat die Gier nach leistungsstarken Rechenzentrums-CPUs und Beschleunigern das Schicksal dieser beiden Chip-Titanen massiv auseinandergetrieben.
Die Situation könnte kaum unterschiedlicher sein: Während Intel einen gewaltigen, kapitalintensiven Turnaround versucht, um die Fertigungsführerschaft zurückzuerobern, nutzt AMD sein agiles, designorientiertes Modell, um signifikante Marktanteile zu erobern. Doch wer hat im aktuellen Marktumfeld die Nase vorn? Diese Analyse liefert einen datengestützten Vergleich ihrer Positionierung im KI-Megatrend und beleuchtet Innovation, Wachstum sowie Bewertung.
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Wer beherrscht die Rechenzentren?
Der Gesamtmarkt für KI-Chips expandiert in einem beispiellosen Tempo, und das Rechenzentrum ist das pochende Herz dieser Revolution. Genau hier hat sich die Wettbewerbslandschaft am dramatischsten verschoben. AMD ist es gelungen, Intels langjährige Dominanz mit seinen EPYC-Serverprozessoren erfolgreich zu untergraben.
Zum Jahresende 2025 näherte sich AMDs Anteil am Servermarkt der kritischen 30-Prozent-Marke – ein Meilenstein, der tiefgreifende Einbrüche in das profitabelste Segment des Halbleitermarktes widerspiegelt. Dieser Gewinn an Marktanteilen ist die direkte Folge von AMDs Fähigkeit, die explodierende Nachfrage nach Rechenzentrums-CPUs zu bedienen. Ein Markt, in dem Intel zeitweise Lieferengpässe für seine begehrtesten Produkte einräumen musste.
Intel ist zwar nach Umsatz immer noch der größere Akteur, führt aber einen defensiven Kampf. Die Sparte „Data Center and AI“ (DCAI) verzeichnete im jüngsten Quartal einen Umsatzanstieg von 9 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahl verblasst jedoch im Vergleich zu AMDs rasantem Wachstum von 39 % im gleichen Segment. Das Narrativ ist eindeutig: Während Intel noch am Fundament arbeitet, zieht AMD bereits die nächsten Stockwerke hoch.
Strategie-Check: Wer baut die Zukunft?
Im Kern der Halbleiterindustrie wird Innovation sowohl an der Designkompetenz als auch an der Fertigungstechnologie gemessen. Hier verfolgen die beiden Kontrahenten fundamental unterschiedliche Strategien.
AMDs „Fabless“-Modell (fertigungslos), bei dem die Produktion an Partner wie TSMC ausgelagert wird, erlaubt es dem Konzern, Ressourcen massiv in das Chip-Design zu pumpen. Das Ergebnis ist ein starkes Produktportfolio, einschließlich der hocherfolgreichen MI300-Serie von KI-Beschleunigern, die Nvidias Dominanz direkt herausfordern. AMDs Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die auf rund 26 % des Umsatzes geschätzt werden, sind scharf auf CPUs und GPUs der nächsten Generation fokussiert.
Im Gegensatz dazu verfolgt Intel mit „IDM 2.0“ eine weitaus ehrgeizigere und kapitalintensivere Strategie. Der Konzern entwirft nicht nur eigene Chips, sondern baut auch einen Weltklasse-Foundry-Service auf, um Chips für andere Unternehmen zu fertigen. Dies erfordert massive Investitionen in neue Fabriken und Pionierarbeit bei Prozessknoten wie der 18A-Technologie.
Intels F&E-Ausgaben sind immens und liegen in absoluten Zahlen Berichten zufolge 156 % über denen von AMD. Dies spiegelt die doppelten Kosten für Produktdesign und Prozesstechnologie wider. Doch diese Strategie birgt ein erhebliches Ausführungsrisiko. Das Intel-Foundry-Segment meldete im vierten Quartal 2025 einen operativen Verlust von 2,5 Mrd. USD, was vor allem den Anlaufkosten des 18A-Prozesses geschuldet ist.
Finanzen im Fokus: Welcher Kurs überzeugt?
Die jüngste finanzielle Performance von Intel und AMD erzählt die Geschichte zweier Unternehmen auf gegensätzlichen Flugbahnen. Für das Gesamtjahr 2025 meldete AMD einen Rekordumsatz von 34,6 Mrd. USD, während Intels Jahresumsatz mit 52,9 Mrd. USD im Jahresvergleich praktisch stagnierte. Im vierten Quartal 2025 schoss AMDs Umsatz um 34,1 % auf einen Rekordwert von 10,3 Mrd. USD nach oben, während Intel einen Rückgang um 4 % auf 13,7 Mrd. USD hinnehmen musste.
Diese Divergenz wird bei der Profitabilität und dem Ausblick noch deutlicher. In den jüngsten Quartalen wuchsen AMDs Gewinne um über 40 % im Jahresvergleich, wohingegen Intel einen signifikanten Rückgang verzeichnete. Der Blick nach vorn fällt bei Intel besonders düster aus: Die Prognose für das erste Quartal 2026 deutet auf massive kurzfristige Profitabilitätsprobleme hin, mit einem erwarteten Non-GAAP Gewinn pro Aktie von nahe Null.
| Wachstumsindikator | Intel (Q4 2025 YoY) | AMD (Q4 2025 YoY) | Differenz |
|---|---|---|---|
| Gesamtwachstum Umsatz | -4,0 % | +34,1 % | -38,1 PP |
| Wachstum Rechenzentrum | +9,0 % | +39,0 % | -30,0 PP |
| Wachstum Client-Segment | -7,0 % | +34,0 % | -41,0 PP |
Bewertung: Ist der Preis heiß?
Die Marktbewertung spiegelt diesen krassen Kontrast in Wachstum und Exekution wider. AMD wird mit einem deutlichen Aufschlag gehandelt – ein Beweis für das Vertrauen der Investoren in die fortgesetzte Expansion in den KI- und Rechenzentrumsmärkten. Im Gegensatz dazu erscheint Intels Bewertung nach einigen Metriken niedriger, was Investoren anzieht, die an das langfristige Turnaround-Potenzial glauben.
Anfang Februar 2026 lag AMDs Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz (EV/Sales) bei etwa 9,47x, deutlich höher als Intels 5,14x. Allerdings ist Intels erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) mit über 100x außergewöhnlich hoch. Dies deutet darauf hin, dass der aktuelle Aktienkurs bereits eine sehr erfolgreiche und schnelle Erholung eingepreist hat. Hier lauert ein hohes Risiko, sollten Verzögerungen auftreten.
Die Stimmung unter den Analysten unterstreicht diese Spaltung: 41 von 53 Analysten, die AMD abdecken, stufen die Aktie als „Kauf“ oder „Starker Kauf“ ein. Bei Intel teilen nur 9 von 47 Analysten diese Ansicht, wobei die Mehrheit zum „Halten“ rät.
| Bewertungskennzahl | Intel | AMD | Einschätzung |
|---|---|---|---|
| KGV (erwartet) | ~101x | ~31x | Intel ist für einen perfekten Turnaround eingepreist; AMD für nachhaltiges Wachstum. |
| EV/Sales | ~5,14x | ~9,47x | AMD rechtfertigt einen deutlichen Aufschlag durch höheres Wachstum. |
| PEG-Ratio | 2,68 | 1,05 | AMDs Wachstum erscheint relativ zum Gewinn günstiger bewertet. |
| Analysten „Kauf“-Ratings | 9 von 47 | 41 von 53 | Überwältigend stärkere Überzeugung in AMDs Wachstumsstory. |
Burggraben oder offenes Tor?
Intels größtes Kapital ist seine schiere Größe, seine Geschichte der integrierten Fertigung und die signifikante staatliche Unterstützung durch den „CHIPS Act“ für seine Foundry-Ambitionen. Die IDM 2.0-Strategie ist ein mutiger Schachzug, um ein widerstandsfähiges, vertikal integriertes Kraftpaket zu schaffen. Die jüngsten Marktanteilsverluste beweisen jedoch, dass der historische Burggraben nicht unüberwindbar ist.
AMD, lange Zeit der Herausforderer, steht nun vor der Aufgabe, seine Gewinne zu verteidigen. Die primäre Verwundbarkeit liegt in der Abhängigkeit von einem einzigen Hauptfertigungspartner, TSMC, was geopolitische Risiken und Risiken in der Lieferkette mit sich bringt. Während AMD wächst, muss es sich gegen ein potenziell wiedererstarktes Intel, die dominante Kraft von Nvidia bei GPUs und eine neue Welle von ARM-basierten Wettbewerbern im Rechenzentrum behaupten.
Das Fazit
| Kategorie (Gewichtung) | Intel Score | AMD Score | Begründung |
|---|---|---|---|
| Bewertung (25) | 12/25 | 18/25 | Intels hohes erwartetes KGV spiegelt ein signifikantes Turnaround-Risiko wider. AMDs Premium-Bewertung ist durch Wachstum gedeckt. |
| Wachstum (25) | 6/25 | 24/25 | AMDs Wachstum ist in allen Schlüsselsegmenten weit überlegen. Intel befindet sich in Stagnation oder Rückgang. |
| Qualität (25) | 16/25 | 21/25 | AMDs überlegene Margen und starker Free Cashflow zeigen höhere Qualität. Intels Profitabilität leidet unter Umbaukosten. |
| Momentum (25) | 7/25 | 23/25 | Überwältigendes Momentum bei Marktanteilen, Finanzergebnissen und Analystenstimmung spricht für AMD. |
| GESAMT | 41/100 | 86/100 |
Intel:
* Gesamtpunktzahl: 41/100
* Stärken: Massive Skaleneffekte, signifikante staatliche Unterstützung für die Foundry-Strategie, Potenzial für langfristigen Turnaround-Wert.
* Schwächen: Sinkender Umsatz, schwerer kurzfristiger Druck auf die Profitabilität, konstanter Verlust von Marktanteilen in Schlüsselsegmenten.
* Investment-Case: Ein hochriskantes, langfristiges Investment, das von der makellosen Umsetzung der ehrgeizigen und kostspieligen Foundry-Strategie abhängt.
AMD:
* Gesamtpunktzahl: 86/100
* Stärken: Außergewöhnliches Umsatz- und Gewinnwachstum, klares Momentum in den margenstarken Märkten für Rechenzentren und KI, starke Exekution und Produkt-Roadmap.
* Schwächen: Hoher Bewertungsaufschlag schafft Anfälligkeit für Marktschwankungen, starke Abhängigkeit von Drittanbieter-Fertigung.
* Investment-Case: Ein wachstumsstarkes Investment, das direkt von den unmittelbaren und mächtigen Rückenwinden des Megatrends Künstliche Intelligenz profitiert.
Relativer Vorteil: AMD mit +45 Punkten
Konfidenzniveau: Hoch
Zeithorizont: 12 Monate
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