Intesa Sanpaolo Aktie: 30,6 Milliarden für Monte dei Paschi

Intesa Sanpaolo legt unaufgefordertes 30,6-Milliarden-Euro-Angebot für die Konkurrentin MPS vor. Die Börse reagiert mit Kursgewinnen, während Analysten uneins sind.

Die Kernpunkte:
  • Angebot: 1,6 Aktien plus ein Euro
  • MPS-Kurs steigt um 13 Prozent
  • Verkauf von 635 Filialen geplant
  • Entscheidung bis Dezember 2026 erwartet

Italien steht vor einem Banken-Beben. Intesa Sanpaolo hat ein unaufgefordertes Übernahmeangebot für Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) vorgelegt – ein Deal, der das Land zum zweitgrößten Bankenmarkt der Eurozone machen würde. Der Preis: 30,6 Milliarden Euro.

Das Angebot ist einfach. Für jede MPS-Aktie gibt es 1,6 neue Intesa-Papiere plus einen Euro in bar. Das entspricht einem Aufschlag von 12,5 Prozent. Die neue Gruppe würde 27 Millionen Kunden bedienen, 3.000 Filialen betreiben und bis 2029 einen Gewinn von über 16 Milliarden Euro anpeilen.

Doch der Plan hat einen Haken. Um die Kartellbehörden zu besänftigen, will Intesa 635 MPS-Filialen und die Marke MPS für 3 bis 3,5 Milliarden Euro an Unipol verkaufen. Die restlichen 625 Standorte bleiben bei Intesa – zusammen mit Beteiligungen an Mediobanca und 13 Prozent an Generali. Kurzfristig soll der Generali-Anteil sogar auf 16 Prozent steigen.

Die Börse reagierte prompt. MPS-Aktien schossen um 13 Prozent nach oben. Intesa selbst notierte gestern bei 5,58 Euro – 11 Prozent höher als vor einem Jahr, aber 9 Prozent unter dem Jahreshoch. Die Analysten sind gespalten. Jefferies bleibt bei „Buy“ und rechnet mit 8 Prozent mehr Gewinn und Dividende bis 2029. RBC Capital sieht das Kursziel bei 7 Euro.

Wer entscheidet?

Die Macht liegt jetzt beim MPS-Vorstand. Der muss das Angebot prüfen – und sich gegen eine Alternative behaupten. Banco BPM hat bereits einen eigenen Fusionsplan vorgelegt. Die italienische Regierung hält sich offiziell neutral. Doch die Uhr tickt. Im September 2026 soll eine außerordentliche Hauptversammlung von Intesa über den Deal abstimmen. Bis Dezember 2026 will das Management die Übernahme unter Dach und Fach bringen.

Die Kosten sind überschaubar. 2,1 Milliarden Euro für die Integration, aber 1,5 Milliarden Euro jährliche Synergien. CEO Carlo Messina setzt auf die Cash-Komponente, um Konkurrenten auszustechen. Unterstützung sucht er bei Großaktionären wie Delfin (17,5 Prozent) und Caltagirone (10 Prozent).

Falls der Deal gelingt, entsteht ein Bankenriese. Falls nicht, bleibt Italien ein zersplitterter Markt – mit ungewisser Zukunft.

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