Intesa Sanpaolo Aktie: Mediobanca hängt am MPS-Deal

Die mögliche Mediobanca-Offerte hängt vom Abschluss der MPS-Übernahme ab; Intesa hält an den bisherigen Konditionen fest.

Die Kernpunkte:
  • Mediobanca-Angebot an MPS-Abschluss geknüpft
  • Intesa schließt weitere MPS-Erhöhungen aus
  • Consob-Zustimmung für November erwartet
  • Gewerkschaften fordern Beschäftigungsgarantien

Intesa Sanpaolo hat heute ein mögliches Pflichtangebot für Mediobanca angekündigt. Es soll die Stammaktien erfassen, die weder Monte dei Paschi di Siena noch Intesa selbst halten. Voraussetzung bleibt der erfolgreiche Abschluss der geplanten MPS-Übernahme. Für Anleger erweitert sich damit der Blick: Neben dem unmittelbaren Übernahmeangebot stehen mögliche Folgeschritte bei Mediobanca im Mittelpunkt.

Mediobanca als bedingter nächster Schritt

Die Ankündigung folgt auf die Ablehnung der geplanten Fusion von MPS und Mediobanca durch die MPS-Aktionäre. Intesa stellt das Pflichtangebot ausdrücklich unter den Vorbehalt, dass die dafür erforderlichen Voraussetzungen erfüllt werden. Eine bereits beschlossene und unmittelbar bevorstehende Durchführung lässt sich daraus nicht ableiten.

Entscheidend bleibt zunächst das auf 31,4 Milliarden Euro bewertete Angebot für MPS. CEO Carlo Messina schließt weitere Erhöhungen aus. Damit hält Intesa an den bestehenden Konditionen fest und richtet den nächsten Schritt auf den Angebotsprozess und die ausstehenden Genehmigungen aus.

Die mögliche Mediobanca-Offerte ist folglich kein eigenständiger, vom MPS-Verfahren losgelöster Vorgang. Sie wäre eine Folge des erfolgreichen Abschlusses. Für die Einordnung der Transaktion müssen Anleger deshalb zwischen der angekündigten Absicht und ihrer tatsächlichen Umsetzung unterscheiden.

Messina setzt auf zügigen Angebotsstart

Laut Agenzia Nova will Messina die MPS-Übernahme möglichst bald abschließen. Wenige Tage nach einer Genehmigung des Prospekts durch Consob könne das Angebot starten. Anschließend seien die kartellrechtlichen Genehmigungen und parallel das Golden-Power-Verfahren abzuwarten. Messina erwartet, dass der gesamte Prozess innerhalb weniger Monate abgeschlossen werden könnte.

Medienberichten zufolge wird die Zustimmung von Consob für den 9./10. November erwartet. Als wahrscheinlicher Angebotsbeginn gilt die zweite Novemberhälfte. Beide Angaben beschreiben Erwartungen und keinen bereits bestätigten Starttermin.

Der Zeitplan bleibt damit an mehrere Verfahrensschritte gebunden. Die Prospektgenehmigung würde den Weg zum Angebotsstart öffnen, aber die Übernahme noch nicht abschließen. Auch Messinas zeitliche Einschätzung steht unter diesem Vorbehalt.

Beschäftigungsfragen begleiten die Genehmigungen

Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt den möglichen Folgen für Beschäftigte und Standorte. Gewerkschaften und lokale Vertreter verlangen Garantien für Arbeitsplätze, die Marke sowie die regionale Präsenz von MPS. Auch der Erhalt von Entscheidungszentren in Siena gehört zu ihren Forderungen.

Fisac Toscana schätzt, dass in Florenz und der Provinz rund 3.000 Beschäftigte von MPS, Intesa Sanpaolo und Bper Banca potenziell betroffen sein könnten. Die Befürchtungen reichen über Filialen hinaus und betreffen auch Zentralbüros, Spezialbereiche und IT.

Für Intesa-Anleger stehen damit zwei miteinander verknüpfte Fragen im Vordergrund: Gelingt der Abschluss der MPS-Übernahme, und welche Folgeschritte werden dadurch ausgelöst? Die angekündigte Mediobanca-Pflichtofferte macht die mögliche Tragweite sichtbar. Umgesetzt ist sie damit noch nicht.

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