Intuit Aktie: 12-Prozent-Sturz nach 2027-Prognose

Intuit enttäuscht mit gedämpftem Ausblick für 2027 und verzeichnet Kursverlust von 12 Prozent. Trotz starker Quartalszahlen belasten Wettbewerb und Bilanzierungsänderung.

Die Kernpunkte:
  • Kursrutsch von zwölf Prozent
  • Umsatzprognose unter Analystenerwartungen
  • Neue günstige QuickBooks-Varianten angekündigt
  • Mailchimp wird eigenständiges Segment

Der Softwarehersteller Intuit hat die Anleger am heutigen Mittwoch mit einer vorsichtigen Prognose für das kommende Geschäftsjahr 2027 verschreckt. Trotz solider Ergebnisse für das abgelaufene Quartal geriet das Papier massiv unter Druck und verlor im frühen Handel deutlich an Wert.

Im Zentrum der Sorgen steht eine erwartete Wachstumsverlangsamung, die hinter den bisherigen Markterwartungen zurückbleibt. Aktuell notiert die Aktie bei 269,50 € und verzeichnet damit ein Minus von 12 % zum Vortag.

Prognose für 2027 enttäuscht den Markt

Für das neue Geschäftsjahr 2027 stellt Intuit einen Umsatz zwischen 23,28 Milliarden und 23,51 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Dies entspricht einem angestrebten Wachstum von 9 % bis 10 %. Damit signalisiert das Management eine spürbare Abkühlung im Vergleich zum Geschäftsjahr 2026, in dem das Unternehmen noch ein Umsatzplus von 14 % erzielen konnte. Analysten hatten im Konsens mit einem höheren Zielwert von 23,65 Milliarden US-Dollar gerechnet.

Die gedämpften Erwartungen lasten schwer auf dem Kursverlauf, der bereits seit längerer Zeit mit Gegenwind zu kämpfen hat. Mit dem heutigen Rücksetzer summiert sich der Kursverlust seit Jahresbeginn auf insgesamt -53 %. Marktbeobachter führen die vorsichtige Haltung des Managements auch auf einen intensiveren Wettbewerb im Bereich der Do-it-yourself-Steuersoftware zurück.

Strategische Neuausrichtung und Bilanzierungsänderung

Um dem Verlust von Kunden an günstigere Wettbewerber entgegenzuwirken, hat Intuit heute die Einführung neuer Produktvarianten angekündigt. Mit „QuickBooks Free“ und „QuickBooks Lite“ zielt das Unternehmen verstärkt auf preisbewusste Nutzer am unteren Ende des Marktes ab.

Zudem wurde bekannt gegeben, dass die Marketing-Plattform Mailchimp seit dem 1. August als eigenständiges operatives Segment geführt wird. Dieser Schritt soll Investoren eine bessere Sichtbarkeit der Performance dieses Bereichs ermöglichen.

Parallel dazu passt Intuit seine Bilanzierungspraktiken an. Wie das Unternehmen mitteilte, werden aktienbasierte Vergütungen seit dem 1. August nicht mehr aus den Non-GAAP-Kennzahlen herausgerechnet. Diese Umstellung wird voraussichtlich dazu führen, dass der ausgewiesene Non-GAAP-Gewinn im Geschäftsjahr 2027 um etwa 255 Millionen US-Dollar niedriger ausfällt als nach der alten Methode.

Solide Quartalsbilanz und Analystenstimmen

Die heute im Schatten des Ausblicks stehenden Zahlen für das vierte Geschäftsquartal 2026 fielen eigentlich positiv aus. Intuit meldete einen bereinigten Gewinn je Aktie von 4,03 US-Dollar und übertraf damit die Schätzungen von 3,58 US-Dollar.

Der Quartalsumsatz stieg auf 4,4 Milliarden US-Dollar, was ebenfalls über den Erwartungen lag. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 kletterte der Umsatz um 14 % auf 21,4 Milliarden US-Dollar. Zudem hob das Board of Directors die Quartalsdividende um 15 % auf 1,38 US-Dollar je Aktie an.

Analysten reagierten umgehend auf die neuen Rahmendaten. Ein Analyst von Jefferies senkte das Kursziel von 550 auf 500 US-Dollar, behielt jedoch die Kaufempfehlung bei. Er bezeichnete die neue Prognose als konservativ genug, um leicht erreichbar zu sein. Bereits am 19. August hatte die Deutsche Bank ihr Kursziel für Intuit von 530 auf 425 US-Dollar reduziert, bleibt aber ebenfalls bei einer Einstufung auf „Buy“.

Zusätzliche Unsicherheit am Markt stiftete am Montag die Meldung über eine eingereichte Sammelklage vor einem Gericht in Kalifornien. Dabei geht es um Vorwürfe irreführender Aussagen bezüglich des Wachstums der Marke TurboTax. Weitere Details zur langfristigen Strategie und den neuen KI-Funktionen für die Enterprise Suite wird das Management voraussichtlich am 17. September im Rahmen des jährlichen Investor Day präsentieren.

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