Intuit Aktie: 49,71 Prozent Minus seit Jahresbeginn
Mehrere Rating-Abwertungen und neue Sammelklagen setzen Intuit unter Druck. Der Softwarekonzern verzeichnet seit Jahresbeginn einen Kursverlust von fast 50 Prozent.

- Truist und TD Cowen senken Ratings
- Neue Klage wegen Wertpapierbetrugs
- Kanadisches Gericht lässt Sammelklage zu
- Management erwartet J-Kurve im Wachstum
Der US-Softwarekonzern Intuit steuert auf einen schwierigen Spätsommer zu. Bevor das Unternehmen am 25. August seine Quartalsbilanz vorlegt, belasten mehrere Herabstufungen namhafter Analysehäuser und eine neue Klagewelle das Anlegervertrauen.
Die Aktie, die für Finanzanwendungen wie TurboTax und QuickBooks steht, notiert aktuell bei 288,05 € und verzeichnet seit Jahresbeginn ein Minus von 49,71 %. Damit hat das Papier im Vergleich zum 52-Wochen-Hoch von 649,60 €, das exakt vor einem Jahr markiert wurde, erheblich an Wert verloren.
Analysten dämpfen die Erwartungen
Die Stimmung am Markt hat sich zuletzt spürbar eingetrübt. Truist Securities stufte die Aktie am Montag der Vorwoche von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel von 410 auf 350 US-Dollar. Die Experten verwiesen auf einen sich abschwächenden Wachstumsausblick und das Fehlen kurzfristiger Kurstreiber.
Bereits am 28. Juli hatte TD Cowen das Rating ebenfalls auf „Hold“ gesenkt. Das Haus strich das Kursziel drastisch von zuvor 504 auf nun 304 US-Dollar zusammen.
TD Cowen begründete diesen Schritt mit einem risikobehafteten Pfad bis weit in das Jahr 2027 hinein. Die Analysten erwarten, dass die Umsatzentwicklung in den kommenden zwei Geschäftsjahren leicht unter den bisherigen Markterwartungen liegen wird. Erst mit der Berichterstattung im Mai des kommenden Jahres sei mit mehr Klarheit über die Leistung in der wichtigen US-Steuersaison zu rechnen.
Rechtlicher Druck durch Sammelklagen
Zusätzlich zum operativen Gegenwind sieht sich Intuit mit massiven juristischen Auseinandersetzungen konfrontiert. Medienberichten zufolge wurde am Sonntag eine neue Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs eingereicht.
Den Vorwürfen zufolge habe das Unternehmen Investoren über die tatsächliche Geschäftsentwicklung getäuscht, was nach dem jüngsten Kurssturz zu Milliardenverlusten beim Marktwert führte. Geschädigte Anleger haben bis zum 8. September Zeit, sich als Hauptkläger für das Verfahren zu melden.
Auch außerhalb der USA wächst der juristische Druck. Am 31. Juli zertifizierte der Ontario Superior Court of Justice in Kanada eine Sammelklage von Verbraucherschützern. In diesem Verfahren geht es um Vorwürfe irreführender Werbung. Intuit soll die Software TurboTax als kostenlos beworben haben, obwohl dies für viele Nutzer nicht zutraf.
Strategischer Ausblick und „J-Kurve“
Das Management von Intuit bereitet die Aktionäre unterdessen auf eine Übergangsphase vor. In jüngsten Kommentaren zur Unternehmensstrategie deutete die Führung an, dass die Wachstumsrate im kommenden Jahr einer sogenannten „J-Kurve“ folgen könnte. Dies impliziert kurzfristige Rückgänge durch strategische Umstellungen, bevor eine nachhaltige Erholung einsetzt. Besonders im Bereich der Desktop-Software für kleine Unternehmen gab es zuletzt leichte Rücksetzer im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Trotz der aktuellen Herausforderungen treibt Intuit seine langfristige Positionierung voran. Am 30. Juli gab das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem College Board bekannt. Ziel ist es, ab diesem Herbst bundesweit kostenlose Tools für einen neuen Highschool-Kurs zu Finanzbildung und Betriebswirtschaft in den USA bereitzustellen.
Ob solche Initiativen und die kommende Bilanzvorlage am 25. August für eine Wende reichen, wird auch Thema auf dem für den 17. September geplanten Investorentag sein.
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