Invesco Solar ETF: 41,07 USD knapp über 52-Wochen-Tief
Der Solar-ETF verlor seit Jahresbeginn 16 Prozent; sinkende Gewinnschätzungen und anstehende Berichte belasten die Branchenstimmung.

- ETF seit Jahresbeginn 16 Prozent im Minus
- Kurs nahe dem 52-Wochen-Tief
- Analysten senkten Enphase-Gewinnschätzungen
- First Solar berichtet am 29. Oktober
Der Invesco Solar ETF gerät zum Ende der Handelswoche massiv unter Druck und nähert sich technisch kritischen Marken an. Während die Solarbranche mit den Auswirkungen hoher Zinsen und einer nachlassenden Nachfrage im Privatkundensegment kämpft, blicken Anleger mit Sorge auf die anstehende Berichtssaison der Branchenschwergewichte.
Der ETF, der die Wertentwicklung der globalen Solarindustrie abbildet, verzeichnete seit Jahresbeginn ein Minus von 16 % und steht nun unmittelbar vor einem Test wichtiger Unterstützungszonen.
Enphase Energy kämpft mit sinkenden Gewinnerwartungen
Ein wesentlicher Belastungsfaktor für den Sektor ist die aktuelle Lage bei Enphase Energy. Wie Medienberichte am gestrigen Freitag verdeutlichten, haben Analysten ihre Gewinnschätzungen für den Wechselrichter-Spezialisten zuletzt spürbar gesenkt. Als Hauptgründe gelten die anhaltend hohen Zinsen, die Hausbesitzer bei Investitionen in Solaranlagen vorsichtiger agieren lassen, sowie eine Verlangsamung der Neuinstallationen im Wohnbereich.
Zusätzlich belastet der Prozess der Lagerbestandsnormalisierung bei den Installateuren die kurzfristigen Aussichten. Zwar gelten die zunehmende Solarverbreitung und steigende Anschlussraten für Batteriespeicher langfristig als Wachstumstreiber, doch kurzfristig überwiegt die Skepsis über die Profitabilität. Diese Unsicherheit spiegelt sich direkt im Kursverlauf des Invesco Solar ETF wider, da Enphase zu den Kernbeteiligungen des Portfolios gehört.
First Solar und GE Vernova im Fokus der Anleger
Auch First Solar, ein weiteres Schwergewicht im ETF, zeigte am Donnerstag eine schwächere Performance als der breite Markt. Laut den Analysten von Zacks wird das Unternehmen am 29. Oktober seinen Quartalsbericht vorlegen.
Der Marktkonsens erwartet für das Ergebnis je Aktie einen Wert von 4,64 USD, was einem Anstieg von 9,43 % gegenüber dem Vorjahresquartal entsprechen würde. Trotz des prognostizierten Gewinnwachstums wird First Solar derzeit mit einem „Hold“-Rating eingestuft, wobei das Kurs-Gewinn-Verhältnis unter dem Branchendurchschnitt liegt.
Ein vorsichtiger Erholungsversuch war gestern bei GE Vernova zu beobachten. Die Aktie konnte sich vorbörslich leicht stabilisieren, nachdem sie zuvor auf den tiefsten Stand seit Ende März gefallen war.
Die Analysten der Bank of America blicken hier gespannt auf den 28. Oktober, wenn das Unternehmen seine Zahlen präsentiert. Besonders im Bereich Electrification und Power werden starke Auftragseingänge erwartet, während das Windsegment mit einem Rückgang der Bestellungen um 18 % zu kämpfen haben könnte.
Technische Lage und Branchenumfeld
Die technische Verfassung des Solarsektors bleibt angespannt. Der Invesco Solar ETF notierte mit einem Schlusskurs am Freitag bei 41,07 USD nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief bei 40,52 USD. Ein dauerhaftes Unterschreiten dieses Niveaus könnte weiteren Verkaufsdruck auslösen.
Ähnlich bärische Muster zeigen sich bei Einzelwerten wie Canadian Solar oder der spanischen Solaria, die sich beide in ausgeprägten Abwärtstrends befinden und unter ihren wichtigen gleitenden Durchschnitten handeln.
Zusätzlich zu den unternehmensspezifischen Problemen sorgen Verschiebungen am US-Anleihemarkt für Gegenwind. Ein Anstieg der Renditen für 10-jährige Staatsanleihen hatte den Sektor bereits vor rund einem Monat belastet, da Solarkonjekte oft stark fremdfinanziert sind.
In diesem Umfeld müssen die kommenden Quartalsberichte der Branchenführer nun beweisen, ob die gesenkten Erwartungen bereits ausreichend in den Kursen eingepreist sind oder ob die Talsohle im Solarbereich noch nicht erreicht ist.
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