Investmentausblick KW 10/16

Die neue Börsenwoche hat ganz klar ein Ober-Thema: Wird die Europäische Zentralbank zu weiteren Maßnahmen greifen, um die zuletzt erneut schwachen Inflationsdaten sowie eine Rückstufung bei den BIP-Prognosen aufzufangen?

© Carsten Müller
© Carsten Müller

Um es etwas salopp zu formulieren: Der Markt, speziell in Europa, lechzt geradezu nach neuem Input von Seiten der Geldpolitik. Makroökonomisch lief zuletzt alles mehr oder weniger in ruhigeren Gewässern, was auch die wichtige Grundlage für den jüngsten Kursschub lieferte. Dennoch haben sich mittlerweile wieder einige Erwartungen an das weitere Handeln der EZB aufgebaut.

Hohe Erwartungen an die nächste Sitzung der EZB

Schuld daran sind zwei Dinge. Zum einen die schon angesprochenen mauen BIP- und Inflationsprognosen. Zum anderen bekommt die EZB offenbar zusehends Schwierigkeiten, in ihrem Fahrplan bei den Anleihenkäufen zu bleiben, weil in einigen Märkten das Material knapp werden könnte. Deshalb auch die entsprechenden Erwartungen an die am Donnerstag angesetzte EZB-Sitzung:

Erstens erwartet der Markt, dass die EZB den schon negativen Einlagenzins für die Guthaben der Geschäftsbanken von minus 0,3% auf minus 0,4% absenkt. Damit sollte das zuletzt deutlich erlahmte Momentum bei der Kreditvergabe an die Privatwirtschaft wieder angefacht werden. Zweitens stehen auch flankierende Maßnahmen im Mittelpunkt der Erwartungen.

Weicht die Zentralbank ihre Vorschriften an Anleihenkäufe auf?

Besonders stark wird damit gerechnet, dass die EZB ihre Vorgaben bei den Anleihenkäufen aufweicht. Aktuell dürfen z. B. keine Anleihen gekauft werden, deren Rendite unter dem Einlagen-Zinssatz liegt. Diese Vorschrift könnte aufgehoben werden, was nach Berechnung von Marktexperten ein weiteres monatliches Kaufvolumen von rund 10 Mrd. Euro frei machen würde.

Sie sehen aber: Solche konkreten Erwartungen tragen immer das Risiko in sich, enttäuscht zu werden. Entsprechend volatil dürfte es auch in dieser Woche weiter an der Börse zugehen. Wobei die drumherum drapierten Konjunkturdaten für eine gewisse Stimmungslage sorgen könnten. Das gilt insbesondere für den schon am heutigen Montag veröffentlichten Stimmungsindikator des Sentix-Investorenvertrauens. […]

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