IonQ Aktie: Benchmark hebt Kursziel auf 60 Dollar

IonQ profitiert von D-Wave-Auftrag und neuer Analystenbewertung. Der Kurs steigt, doch die anstehenden Quartalszahlen bleiben der entscheidende Test.

Die Kernpunkte:
  • D-Wave-Deal mit AT&T beflügelt Sektor
  • Benchmark nimmt IonQ-Coverage wieder auf
  • Kursziel von 60 Dollar in Aussicht
  • Quartalszahlen am 5. August erwartet

Der Quantencomputing-Sektor erlebte am Montag einen kräftigen Kursschub, und IonQ war mittendrin. Auslöser war keine eigene Unternehmensmeldung, sondern ein Großauftrag des Konkurrenten D-Wave Quantum – doch die Sympathiebewegung erfasste den gesamten Sektor und trieb IonQ zusätzlich zu einer positiven Analystenneubewertung nach oben.

Sympathie-Rally nach AT&T-Deal

D-Wave meldete am Montag eine erweiterte Partnerschaft mit dem Telekomkonzern AT&T. Der Konzern nutzt die Quantentechnologie von D-Wave künftig breiter für die Netzoptimierung – etwa zur Ausfallerkennung, für das Routing von Technikern, die Netzplanung und das Verkehrsmanagement. Die Bearbeitungszeit bestimmter Prozesse sinkt dadurch von rund einer Stunde auf unter 15 Sekunden. Laut dem Fachmedium Fierce Network hatte AT&T die Ausfallzeiten seiner Kunden im Jahr 2025 bereits um 12 Millionen Stunden reduziert – die jetzige Ausweitung des Einsatzes soll darauf aufbauen.

Die Nachricht ließ D-Wave zweistellig zulegen und zog die gesamte Peergroup mit nach oben: Neben IonQ profitierten auch Rigetti Computing und Quantum Computing Inc. von der Rally, ohne dass eigene operative Neuigkeiten vorlagen. Im deutschen Handel schloss die IonQ-Aktie am Montag 9,05 Prozent höher bei 31,50 Euro. Der RSI von 35,1 signalisiert weiterhin eine überverkaufte Marktlage – ein Umfeld, in dem Kursausschläge nach oben technisch begünstigt sind.

Benchmark nimmt Coverage mit Kursziel 60 Dollar wieder auf

Parallel zur Sektor-Rally sorgte eine Analystenentscheidung für zusätzlichen Rückenwind. Das Analysehaus Benchmark nahm die Coverage von IonQ mit einem Kauf-Rating und einem Kursziel von 60 US-Dollar wieder auf. Analyst Gary Mobley begründete den Schritt mit der aus seiner Sicht beschleunigten Kommerzialisierung von Quantencomputing und äußerte die Erwartung, dass IonQ seine Umsatzprognose für 2026 bei der bevorstehenden Quartalsvorlage anheben könnte. Er verweist zudem auf die Full-Stack-Plattform des Unternehmens, die Quantenrechenleistung, Netzwerktechnik, Sensorik und Sicherheitsanwendungen umfasst, sowie auf den Verkauf eines 256-Qubit-Systems in mehr als 30 Ländern.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters stellt die US-Regierung zudem 2 Milliarden Dollar aus dem CHIPS Act für Quantencomputing bereit, wovon rund 1 Milliarde Dollar an IBM fließen soll – ein Signal für staatliche Rückendeckung der Branche, das die Stimmung zusätzlich stützte.

Q2-Zahlen als nächster Prüfstein

Der eigentliche Testlauf für IonQ steht jedoch erst noch bevor: Am 5. August legt das Unternehmen seine Zahlen für das zweite Quartal vor. Im ersten Quartal hatte IonQ den Umsatz um 755 Prozent auf 64,7 Millionen Dollar gesteigert und die Jahresprognose für 2026 auf 260 bis 270 Millionen Dollar angehoben. Die noch abzuarbeitenden Auftragsbestände (Remaining Performance Obligations) kletterten um 554 Prozent auf 470 Millionen Dollar. Für das zweite Quartal rechnet der Konsens mit einem Verlust von 0,60 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von rund 66,5 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 0,70 Dollar im Vorjahresquartal.

Die Analystenschätzungen für das Kursziel liegen weit auseinander und reichen bis über 100 Dollar, der Konsens wird überwiegend mit „Moderate Buy“ beziffert. Trotz der Rally notiert die Aktie mit 31,50 Euro noch immer fast 57 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 73,10 Euro aus dem Oktober vergangenen Jahres. Ob die für Anfang August anstehenden Quartalszahlen die zuletzt aufgekommene Kaufbereitschaft bestätigen, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob das Unternehmen seine Wachstumsdynamik aus dem ersten Quartal fortsetzt.

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