IonQ Aktie: SkyWater-Übernahme für 1,8 Milliarden Dollar

Quantencomputerspezialist IonQ übernimmt Chipfabrik SkyWater und sichert sich die Kontrolle über die gesamte Lieferkette.

Die Kernpunkte:
  • 1,8-Milliarden-Dollar-Deal abgeschlossen
  • Eigene Chipfertigung für Quantencomputer
  • Aktie erholt sich nach Kursverlusten
  • Quartalszahlen am 5. August erwartet

IonQ hat die Übernahme von SkyWater Technology am Freitag offiziell abgeschlossen. Der 1,8 Milliarden Dollar schwere Deal verwandelt den Quantencomputer-Spezialisten von einem reinen Hardware-Entwickler in einen vertikal integrierten Hersteller mit eigener Chipfabrik.

Kontrolle über die gesamte Lieferkette

SkyWater ist die größte rein US-amerikanische Halbleiter-Foundry. Mit der Übernahme kontrolliert IonQ als erstes Unternehmen der Quantenbranche die komplette Technologiekette: von der Wafer-Fertigung über die Verpackung bis zur Systemintegration. Der Konzern will damit die Abhängigkeit von externen Auftragsfertigern beenden und Entwicklungszyklen deutlich verkürzen.

Das Management erwartet durch die Integration einen technischen Schub. Funktionstests für Systeme mit 200.000 physischen Qubits sollen dadurch bereits 2028 möglich sein. Die SkyWater-Standorte in Minnesota, Florida und Texas bringen zudem den „Trusted Foundry“-Status der US-Verteidigungsbehörde DMEA mit ins Haus. Das öffnet Türen zu hochsicheren Aufträgen aus dem Verteidigungs- und Luftfahrtsektor.

Kurs erholt sich, Bewertungslücke bleibt

Der Markt reagierte auf den Abschluss positiv. Die Aktie legte am Donnerstag um 10,84 Prozent zu und schloss bei 30,99 Euro. Der Sprung kommt nach einem turbulenten Monat mit einem Kursverlust von 31,43 Prozent, dennoch liegt der Titel noch 37,12 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 22,60 Euro.

Die Analystenstimmung hat sich nach der regulatorischen Freigabe des Deals aufgehellt. Die Investmentbank Benchmark nahm die Coverage diese Woche mit „Buy“ auf und nannte ein Kursziel von 60 US-Dollar. Begründet wurde das mit der starken kommerziellen Dynamik des Unternehmens und den strategischen Vorteilen der vertikalen Integration. Der Analysedienst GuruFocus sieht den fairen Wert der Aktie sogar deutlich über dem aktuellen Niveau, warnt aber gleichzeitig: IonQ schreibt weiterhin keine Gewinne und verbrennt Cash.

Zwei Termine rücken in den Fokus

Die Aufmerksamkeit richtet sich jetzt auf die erste gemeinsame Finanzvorlage der fusionierten Gesellschaft. IonQ berichtet am Mittwoch, den 5. August 2026, nach US-Börsenschluss über das zweite Quartal. Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 66,46 Millionen Dollar — ein deutliches Wachstum im Jahresvergleich.

Einen weiteren Termin gibt es am 8. September: An diesem Investorentag will IonQ tiefere Einblicke in die Integration nach der Fusion geben. Im Mittelpunkt dürfte stehen, wie das Unternehmen die neuen Foundry-Kapazitäten nutzen will, um seine Führungsposition bei Ionenfallen-Quantencomputern zu verteidigen. Besonders genau dürften Investoren auf Auftragseingänge und den Entwicklungsstand der „IonQ Tempo“-Systeme schauen.

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