Iran droht USA: Militärbasen im Visier

Das iranische Regime droht mit Vergeltung gegen US-Militärbasen, während landesweite Proteste das Land erschüttern. Die USA prüfen militärische Optionen, Israel ist in Alarmbereitschaft.

Die Kernpunkte:
  • Iran droht mit Angriffen auf US-Stützpunkte
  • Massive Proteste erschüttern das Land
  • USA erwägen militärische Optionen
  • Israel in höchster Alarmbereitschaft

Die Spannungen zwischen den USA und Iran erreichen einen neuen Siedepunkt. Während auf den Straßen Teherans die größten Proteste seit Jahren toben, droht das iranische Regime mit Vergeltungsschlägen gegen amerikanische Militärstützpunkte im gesamten Nahen Osten – sollte Washington seine Drohungen wahrmachen und militärisch eingreifen.

Teherans klare Warnung

Mohammad Baqer Qalibaf, Parlamentspräsident und ehemaliger Kommandeur der Revolutionsgarden, ließ am Sonntag keinen Zweifel an Irans Entschlossenheit. “Sollte es zu einem Angriff auf Iran kommen, werden die besetzten Gebiete (Israel) sowie alle US-Basen und Schiffe unser legitimes Ziel sein”, erklärte er vor dem Parlament. Die Warnung richtet sich direkt an Präsident Donald Trump, der wiederholt mit militärischen Schlägen gedroht hatte, falls die iranische Führung gewaltsam gegen Demonstranten vorgeht.

Die USA unterhalten bedeutende Luft- und Marinestützpunkte in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Katar – allesamt potenzielle Angriffsziele in einem Konfliktfall. Iran hatte bereits im vergangenen Juni seine Bereitschaft demonstriert, amerikanische Einrichtungen anzugreifen: Nach US-Luftschlägen auf iranische Nuklearanlagen feuerte Teheran Raketen auf die Al-Udeid-Luftwaffenbasis in Katar ab.

Eskalation auf den Straßen

Die Proteste, die am 28. Dezember als Reaktion auf explodierende Preise begannen, haben sich mittlerweile zu einer fundamentalen Herausforderung für das klerikale Regime entwickelt. Die Menschenrechtsorganisation HRANA beziffert die Zahl der Todesopfer auf 116 – darunter 79 Demonstranten und 37 Angehörige der Sicherheitskräfte. Doch angesichts einer landesweiten Internetsperre, die die Konnektivität auf etwa ein Prozent des Normalwertes reduziert hat, bleibt das wahre Ausmaß unklar.

Das iranische Staatsfernsehen zeigte am Sonntag Dutzende Leichensäcke in der Leichenhalle von Teheran und sprach von Opfern “bewaffneter Terroristen”. Gleichzeitig wurden in westlichen Städten wie Gachsaran und Yasuj Trauerprozessionen für getötete Sicherheitskräfte ausgestrahlt. Allein in Isfahan sollen 30 Mitglieder der Sicherheitskräfte beigesetzt werden, weitere sechs wurden nach Staatsangaben in Kermanshah von “Randalierern” getötet.

Washingtons Drahtseilakt

Trump intensivierte seine Rhetorik am Wochenende erneut. “Iran blickt auf Freiheit, vielleicht wie nie zuvor. Die USA stehen bereit zu helfen”, schrieb er in den sozialen Medien. Laut einem Bericht des Wall Street Journal prüft die Regierung verschiedene militärische Optionen – von gezielten Schlägen bis hin zu umfassenden Luftangriffen auf mehrere iranische Militäranlagen.

Allerdings betonen US-Beamte, es handle sich um vorläufige Planungen ohne konkreten Beschluss. Keine militärischen Kräfte seien bisher neu positioniert worden. Ein hochrangiger US-Geheimdienstmitarbeiter beschrieb die Lage als “Ausdauerspiel”: Die Opposition versuche, den Druck aufrechtzuerhalten, bis Schlüsselfiguren des Regimes fliehen oder die Seiten wechseln. Gleichzeitig wolle die Führung in Teheran genug Angst verbreiten, um die Straßen zu räumen, ohne Washington einen Vorwand für ein Eingreifen zu liefern.

Israels gespannte Wachsamkeit

Drei israelische Quellen bestätigten, dass das Land in höchster Alarmbereitschaft ist. Premierminister Benjamin Netanyahu und US-Außenminister Marco Rubio diskutierten am Samstag telefonisch die Möglichkeit einer amerikanischen Intervention. Ein israelischer Militärvertreter betonte zwar, die Proteste seien eine inneriranische Angelegenheit, doch sei man defensiv vorbereitet und bereit, “mit Kraft zu reagieren, falls nötig”.

Die Spannungen zwischen den Erzfeinden bleiben extrem hoch – nicht zuletzt wegen israelischer Sorgen über Irans Atom- und Raketenprogramme. Erst im Juni vergangenen Jahres lieferten sich beide Länder einen zwölftägigen Krieg, in den auch die USA kurzzeitig eingriffen. In einem Interview mit dem Economist warnte Netanyahu vor “schrecklichen Konsequenzen”, sollte Iran Israel angreifen. Zu den Protesten meinte er lediglich: “Alles andere – ich denke, wir sollten abwarten, was in Iran geschieht.”

Geschwächte Position Teherans

Während die iranische Führung frühere Protestwellen überstanden hat, trifft die aktuelle Krise das Regime in einer Phase der Schwäche. Iran erholt sich noch vom Krieg des vergangenen Jahres, und die regionale Position wurde durch Schläge gegen Verbündete wie die libanesische Hisbollah nach den Hamas-geführten Angriffen vom 7. Oktober 2023 auf Israel geschwächt.

Präsident Masoud Pezeshkian beschuldigte in einem TV-Interview Israel und die USA, die Destabilisierung zu orchestrieren. “Terroristen” seien ins Land gebracht worden, die Moscheen anzündeten und öffentliches Eigentum attackierten. Er appellierte an Familien, ihre Kinder von den Protesten fernzuhalten, versicherte aber gleichzeitig, die Regierung sei bereit zuzuhören und wirtschaftliche Probleme zu lösen.

Videos, deren Standorte Reuters verifizierte, zeigen das Gegenteil: Große Menschenmengen, die nachts in Teherans Punak-Viertel rhythmisch auf Brückengeländer trommeln. Andere Aufnahmen dokumentieren marschierende, klatschende und skandierende Massen. “Die Menge hat weder Ende noch Anfang”, ist eine Stimme zu hören.

Reza Pahlavi, der im Exil lebende Sohn des letzten Schahs, rief auf X zu weiteren Protesten auf. Trump habe die “unbeschreibliche Tapferkeit” der Iraner erkannt. “Verlasst die Straßen nicht”, forderte der prominente Oppositionsstimme aus den USA.

Ob aus den Drohungen Taten werden, bleibt offen. Doch eines ist klar: Die explosive Mischung aus innenpolitischem Druck, militärischen Drohgebärden und regionalen Spannungen macht die Lage so brisant wie lange nicht mehr.

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