IREN Aktie: 16 Milliarden Dollar Auftragsbuch im Test

IREN schließt Mirantis-Übernahme ab und meldet 16 Mrd. Dollar Auftragsbuch. Trotz Quartalsverlust wächst das AI-Cloud-Geschäft deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Mirantis-Deal für 625 Mio. Dollar abgeschlossen
  • 16 Mrd. Dollar Auftragsbuch mit Microsoft und Nvidia
  • AI-Cloud-Umsatz steigt auf 33,6 Mio. Dollar
  • Kurs liegt 48 Prozent unter Jahreshoch

Ein Bitcoin-Miner verwandelt sich in einen KI-Infrastrukturanbieter – und die Börse feiert es. IREN, früher unter dem Namen Iris Energy bekannt, legte am Freitag um 7,96 Prozent zu und schloss bei 35,69 Euro. Der eigentliche Auslöser liegt aber nicht im Bitcoin-Kurs, sondern in einer Übernahme, die den Konzern endgültig aus der Kryptowelt herauskatapultiert.

Mirantis als Fundament der neuen Strategie

Am 3. August 2026 hat IREN die Übernahme von Mirantis abgeschlossen. Der Deal kostet rund 625 Millionen Dollar und bildet das strukturelle Rückgrat der „AI-First“-Strategie des Unternehmens.

Anleger sahen dabei über einen Quartalsverlust von 247,8 Millionen Dollar hinweg. Ein Großteil davon, 140,4 Millionen Dollar, stammt aus nicht zahlungswirksamen Wertminderungen und belastet die operative Substanz kaum.

Wichtiger als die roten Zahlen: Das AI-Cloud-Segment wächst schnell und erzielte im vergangenen Quartal 33,6 Millionen Dollar Umsatz. Für ein Segment, das gerade erst hochgefahren wird, ist das ein Signal. Die Wette auf KI-Infrastruktur ist mehr als eine Umbenennung im Investorendeck.

Ein Auftragsbuch von 16 Milliarden Dollar

Die eigentliche Geschichte spielt sich im Backlog ab. Rund 16 Milliarden Dollar stehen dort bereits fest verbucht, angeführt von 9,7 Milliarden Dollar von Microsoft und 3,4 Milliarden Dollar von Nvidia. Zwei der größten Namen der Tech-Branche verpflichten sich langfristig – das ist kein Nebenschauplatz, das ist die Wette des Unternehmens auf die kommenden Jahre.

Bis Ende 2026 will IREN eine jährliche wiederkehrende Umsatzrate von mehr als vier Milliarden Dollar erreichen. Rund 85 Prozent dieses Ziels sind bereits vertraglich gesichert.

Kann ein Unternehmen, das noch vor zwei Jahren primär Grafikkarten zum Bitcoin-Schürfen betrieb, tatsächlich zu einem verlässlichen Partner für Hyperscaler wie Microsoft werden? Die Vertragssummen sprechen dafür: Microsoft und Nvidia binden sich nicht ohne handfeste Zusagen zur Lieferfähigkeit. Die Bilanz mit ihren Wertminderungen mahnt trotzdem zur Vorsicht.

Kurslücke trotz Rally

Trotz der jüngsten Erholung liegt der Kurs noch 47,99 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 68,61 Euro, erreicht im November 2025. Die Marktkapitalisierung von rund 11,72 Milliarden Euro wirkt damit fast bescheiden gegenüber einem Auftragsbuch, das mehr als das Doppelte davon abdeckt. Genau dieses Missverhältnis dürfte in den kommenden Wochen zum zentralen Streitpunkt zwischen Optimisten und Skeptikern werden.

Vom Miner zum Rechenzentrumsbetreiber

Der Sektor insgesamt entkoppelt sich zunehmend von reinen Krypto-Assets. Während IREN Mirantis integriert und seine bestehende Kapazität von 480 Megawatt weiter ausbaut, vergleichen Marktbeobachter das Unternehmen inzwischen eher mit Rechenzentrumsbetreibern als mit klassischen Bitcoin-Minern.

In den kommenden Tagen könnten neue Details zur Sweetwater-1-Anlage mit 1,4 Gigawatt Kapazität oder zusätzliche Finanzierungsvereinbarungen für GPUs frischen Schwung liefern. Für Anleger zählt inzwischen weniger der Bitcoin-Kurs als die Geschwindigkeit, mit der sich das 16-Milliarden-Dollar-Auftragsbuch tatsächlich in Umsatz verwandelt.

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