IREN Aktie: 3,88 Prozent Minus nach 30-Prozent-Sprung

Nach dem Kurssprung am Mittwoch gibt die IREN-Aktie Gewinne wieder ab. Analysten sehen trotz hoher Volatilität weiteres Potenzial.

Die Kernpunkte:
  • IREN-Aktie fällt um knapp vier Prozent
  • Gewinnmitnahmen nach 30-Prozent-Rally
  • Analysten sehen Kurspotenzial bis 96 Dollar
  • Hohe Volatilität bleibt bestehen

Erst die Euphorie, dann die Ernüchterung: Die Aktie des australischen Bitcoin-Miners IREN hat am Freitag einen Großteil ihrer jüngsten Kursgewinne wieder abgegeben. Im deutschen Handel schloss das Papier bei 31,91 Euro und verlor damit 3,88 Prozent. Nur zwei Handelstage zuvor, am Mittwoch, war die Aktie um rund 30 Prozent nach oben geschossen – Anleger hatten neues Vertrauen in die Pläne des Unternehmens im Bereich künstliche Intelligenz gefasst. Von den alten Höchstständen ist das Papier trotz des Sprungs weit entfernt geblieben.

Kräftiger Rückgang trotz KI-Fantasie

An der Nasdaq schloss IREN am Freitag bei 36,80 Dollar, nachdem die Aktie zeitweise bis auf 35,16 Dollar gefallen war. Das Handelsvolumen lag rund 48 Prozent über dem Durchschnitt – ein Hinweis darauf, dass viele Investoren nach dem Mittwochs-Sprung Gewinne mitnahmen. Der Kontrast zur Rally vom Mittwoch könnte kaum größer sein: Erst trieb die Aussicht auf steigende KI-Nachfrage die Aktie in kürzester Zeit um ein Drittel nach oben, dann folgte prompt die Korrektur. Gemessen an notiert die Aktie inzwischen 53,48 Prozent unter ihrem im November erreichten Zwischenhoch – ein Abstand, der die Schwankungsbreite des Titels in den vergangenen Monaten verdeutlicht.

Die Kursbewegung fällt in eine Phase, in der die gesamte KI-Infrastrukturbranche im Fokus steht. Nach Berechnungen, die sich auf Bloomberg Opinion stützen, haben Technologiekonzerne wie Alphabet, Meta, Microsoft und Oracle branchenweit Verpflichtungen von mehr als 2,5 Billionen Dollar für künftige KI-Investitionen aufgebaut. Amazon meldete für seine Cloud-Sparte AWS einen Auftragsbestand von 496 Milliarden Dollar und hob sein Investitionsbudget auf 220 Milliarden Dollar an. Dieser branchenweite Ausbau von Rechenkapazitäten gilt als Nährboden für die Hoffnung, dass auch IREN von der steigenden Nachfrage nach KI-Rechenleistung profitieren könnte – schließlich betreibt das Unternehmen mit Sitz in Sydney neben dem klassischen Bitcoin-Mining auch Rechenzentren, die sich für entsprechende Anwendungen eignen.

Analysten bleiben trotz Volatilität optimistisch

Trotz der jüngsten Kursschwankungen sehen mehrere Analysehäuser weiterhin deutliches Aufwärtspotenzial. Sanford C. Bernstein nennt ein Kursziel von 96 Dollar, HC Wainwright hat sein Ziel jüngst von 85 auf 90 Dollar angehoben. Weitere Häuser wie Freedom Capital, das die Aktie auf „Strong Buy“ hochstufte, sowie Compass Point und Canaccord Genuity votieren ebenfalls für Kauf, mit Kurszielen zwischen 79 und 90 Dollar. Im Konsens ergibt sich eine „Moderate Buy“-Einschätzung mit einem durchschnittlichen Kursziel von 82,71 Dollar – deutlich über dem aktuellen Kursniveau an der Nasdaq.

Auch bei institutionellen Anlegern zeigt sich reges Interesse: Investoren wie Invesco und NewEdge haben ihre Positionen in IREN zuletzt spürbar ausgebaut, während weitere Fonds neue Beteiligungen aufgebaut haben. Das unterstreicht, dass ein Teil des Marktes die kurzfristigen Kursausschläge als Kaufgelegenheit interpretiert, auch wenn die Volatilität der Aktie hoch bleibt.

Hohe Schwankungsbreite bleibt bestehen

Für Anleger bleibt IREN damit ein Papier mit ausgeprägtem Auf und Ab. Die Kombination aus Bitcoin-Mining-Geschäft und wachsender KI-Ambition sorgt für Fantasie, macht die Aktie aber auch anfällig für scharfe Kursreaktionen in beide Richtungen. Der Wechsel von einem Kurssprung um rund 30 Prozent zu einem Rückgang von fast 4 Prozent binnen weniger Handelstage zeigt, wie nervös der Markt auf neue Nachrichten rund um das Unternehmen reagiert. Wer in IREN investiert, muss diese Schwankungen einkalkulieren – die grundsätzliche Zuversicht vieler Analysten ändert daran wenig.

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