IREN Aktie: 390 Megawatt in Childress frei
IREN treibt den Wandel vom Mining zur KI-Infrastruktur voran. Freie Kapazitäten in Texas und Milliardenreserven stärken die Verhandlungsposition.

- NVIDIA-Vertrag über 3,4 Milliarden Dollar
- 390 Megawatt freie Rechenzentrumsleistung
- Liquidität auf 2,2 Milliarden Dollar gestiegen
- BlackRock erhöht Anteil massiv
IRENs KI-Umbau nimmt sichtbarere Formen an. Am Standort Childress in Texas belegt der erste Ausbau mit NVIDIA-Blackwell-Systemen nur einen Teil der vorhandenen Rechenzentrumsleistung. Der größere Hebel liegt in der Reserve: Hunderte Megawatt sind noch nicht vertraglich vergeben.
Die Aktie reagiert entsprechend robust. Am Montag steht IREN bei 51,90 Euro und legt damit um 6,13 Prozent zu; auf Sicht von zwölf Monaten beträgt das Plus 517,86 Prozent. Das ist kein ruhiger Nebenwert mehr, sondern eine hoch volatile Infrastrukturwette auf den KI-Boom.
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Childress wird zum Verhandlungspfand
Im Zentrum steht der Fünfjahresvertrag mit NVIDIA über 3,4 Milliarden US-Dollar. Die erste Ausbaustufe mit luftgekühlten Blackwell-Systemen soll 60 Megawatt der aktuellen Kapazität am Childress-Campus nutzen.
Spannender ist, was frei bleibt. Weitere 390 Megawatt stehen am selben Standort noch zur Vertragsvergabe bereit. In einem Markt, in dem Stromanschlüsse und sofort nutzbare Hochleistungsrechenzentren knapp sind, wird genau diese Reserve zum strategischen Vermögenswert.
IREN kann damit aus einer stärkeren Position heraus verhandeln. Hyperscaler und KI-Anbieter suchen nicht nur Chips, sondern komplette Infrastrukturpakete mit Energie, Kühlung und Rechenkapazität. Childress liefert dafür eine fertige Plattform.
Kapitalpolster stützt den Ausbau
Der aggressive Ausbau braucht Geld. Ende März 2026 verfügte IREN über 2,2 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln, nach 564,5 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Das verschafft dem Unternehmen Luft für einen mehrjährigen Investitionszyklus.
Hinzu kommt eine besondere Komponente der NVIDIA-Partnerschaft. Der Chipkonzern besitzt Rechte zum Kauf von bis zu 30 Millionen IREN-Aktien zu 70 US-Dollar je Anteilsschein. Bei vollständiger Ausübung flössen weitere 2,1 Milliarden US-Dollar in die Kapitalstruktur.
Dieses Geld wäre klar zweckgebunden: IREN will seine globale Rechenzentrumspipeline auf 5 Gigawatt skalieren. Damit verschiebt sich das Profil des Unternehmens weiter weg vom klassischen Bitcoin-Mining und stärker in Richtung KI-Cloud-Infrastruktur.
KI-Geschäft verändert die Story
Der Umbau zeigt sich bereits in den Zahlen. Der Umsatz mit AI Cloud Services sprang im jüngsten Quartal um rund 839 Prozent auf 33,6 Millionen US-Dollar. Das Wachstum kommt von einer niedrigen Basis, ist aber hoch genug, um die Wahrnehmung des Unternehmens neu zu prägen.
Das Management peilt bis Ende 2026 wiederkehrende Jahresumsätze von 3,7 Milliarden US-Dollar an. Davon sind 3,1 Milliarden US-Dollar bereits über große Vereinbarungen mit Microsoft und NVIDIA vertraglich abgesichert.
Die Profitabilität hinkt noch hinterher. IREN meldete im jüngsten Quartal einen Nettoverlust von 247,8 Millionen US-Dollar, belastet durch nicht zahlungswirksame Wertminderungen von 140,4 Millionen US-Dollar auf ältere Mining-Vermögenswerte. Der Markt gewichtet derzeit aber stärker, ob das margenstärkere KI-Infrastrukturgeschäft schnell genug skaliert.
Auch professionelle Beobachter bleiben überwiegend konstruktiv. Ein Konsens aus 11 Analysten lag am 24. Mai weiter bei „Buy“, getragen von der Erwartung, dass zusätzliche Kapazitätsverträge den Wert des Childress-Standorts sichtbarer machen.
Institutionelle Investoren haben ihre Positionen zuletzt ausgebaut. BlackRock erhöhte seinen Anteil im ersten Quartal 2026 um mehr als 600 Prozent, Defiance ETFs kamen auf rund 12,6 Millionen zusätzliche Aktien. Das bildet ein Gegengewicht zur starken Schwankungsanfälligkeit, die nach der Awaken-Übernahme und der Emission von Wandelanleihen sichtbar wurde.
Bis zur geplanten Aufnahme in den Russell 3000 im Juni bleibt Childress der zentrale Kurstreiber. Neue Verträge für die noch freien 390 Megawatt würden die KI-These deutlich untermauern; ohne sie bleibt ein großer Teil der aktuellen Bewertung an künftige Auslastung gebunden.
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