IREN Aktie: 665 Millionen für Mirantis gezahlt
IREN übernimmt Mirantis für 665 Mio. Dollar, hebt ARR-Prognose an und erhält Analystenauftrieb durch Nvidia-Deal.

- Mirantis-Übernahme für 665 Mio. Dollar abgeschlossen
- ARR-Ziel auf über 4 Mrd. Dollar angehoben
- Cantor Fitzgerald erhöht Kursziel auf 77 Dollar
- Bank of America meldet 5,8 Prozent Beteiligung
IREN hat den Zukauf des Cloud-Softwareanbieters Mirantis abgeschlossen. Das Unternehmen zahlte dafür rund 665 Millionen US-Dollar, größtenteils in eigenen Aktien: 12,6 Millionen IREN-Anteile im Wert von 625 Millionen US-Dollar sowie 40 Millionen US-Dollar in bar und in Form von Restricted Stock Units gingen an die bisherigen Mirantis-Eigentümer. Die Transaktion reiht sich in eine Serie von Nachrichten ein, die IREN in den vergangenen Wochen als schnell wachsenden Akteur im Bereich KI-Cloud-Infrastruktur positioniert haben.
Analysten reagieren auf Übernahme und Nvidia-Partnerschaft
Cantor Fitzgerald erhöhte am Mittwoch das Kursziel für IREN von 61 auf 77 US-Dollar und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Als Begründung nannte das Analystenhaus sowohl die Mirantis-Übernahme als auch die milliardenschwere Cloud-Infrastruktur-Partnerschaft mit Nvidia im Volumen von 3,4 Milliarden US-Dollar. Die Anhebung fällt in eine Phase, in der IREN sein operatives Wachstumsprofil kontinuierlich nachschärft.
Bereits Ende Juli hatte das Unternehmen mitgeteilt, neue Mehrjahresverträge mit führenden KI-Entwicklern im Wert von 2,8 Milliarden US-Dollar unterzeichnet zu haben. Auf dieser Basis hob IREN das Ziel für die annualisierte Run-Rate-Umsatzgröße (ARR) zum Jahresende 2026 von zuvor 3,7 Milliarden auf mehr als 4 Milliarden US-Dollar an. Solche Vertragsvolumina unterstreichen, wie stark die Nachfrage nach Rechenkapazität für KI-Anwendungen aktuell ausfällt.
Institutionelle Investoren bauen Positionen aus
Auch auf der Investorenseite bewegt sich einiges. Laut Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC hat die Bank of America eine passive Beteiligung von 5,8 Prozent an IREN offengelegt, was 21.027.180 Stammaktien entspricht. Parallel zeigen aktuelle 13F-Meldungen, dass Bank of New York Mellon ihren Anteil um 249,27 Prozent auf 850.941 Aktien aufgestockt hat. Russell Investments Group erhöhte seine Position um 268,97 Prozent auf 67.709 Aktien. Solche Zuwächse deuten auf ein wachsendes institutionelles Interesse an dem Titel hin, auch wenn einzelne Positionsgrößen im Vergleich zur Gesamtmarktkapitalisierung überschaubar bleiben.
Flankiert wird die Entwicklung von personellen Weichenstellungen: Mitte Juli berief IREN Eric Hammersley zum Chief Information Security Officer, der die Sicherheitsarchitektur der vertikal integrierten KI-Cloud-Plattform verantworten soll. Zuvor hatte das Unternehmen mit Kambiz Aghili als Chief Product Officer und Michael Nudelman als Chief Development Officer zwei weitere Führungspositionen neu besetzt. Ende Juni war IREN zudem im Rahmen der jährlichen Reko der Russell-Indizes offiziell in den Russell 1000 Index aufgenommen worden.
Kursreaktion bleibt volatil
Die Aktie hat auf die Nachrichtenflut zuletzt mit deutlichen Ausschlägen reagiert. Am Freitag schloss der Titel bei 35,69 Euro und legte damit an einem einzigen Handelstag um 7,96 Prozent zu. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von 123,90 Prozent – ein Beleg für die außergewöhnliche Neubewertung, die IREN im Zuge der KI-Infrastruktur-Rallye erfahren hat. Vom 52-Wochen-Hoch bei 68,61 Euro, notiert Anfang November 2025, ist der Kurs allerdings noch um 47,99 Prozent entfernt. Die hohe Schwankungsbreite spiegelt sich auch in der annualisierten 30-Tage-Volatilität von 140,45 Prozent, die den Titel deutlich risikoreicher macht als der breite Markt.
Anleger richten den Blick nun auf den 27. August. An diesem Tag will IREN nach Börsenschluss die Zahlen zum vierten Quartal und zum vollständigen Geschäftsjahr 2026 vorlegen, begleitet von einer Telefonkonferenz um 17 Uhr Eastern Time. Die Kombination aus abgeschlossener Übernahme, angehobenem ARR-Ziel und wachsendem institutionellem Rückhalt dürfte die Erwartungen an diesen Bericht spürbar erhöht haben.
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