IREN Aktie: 700 Millionen USD Boni für Co-CEOs

IREN-Aktie erholt sich leicht, leidet aber unter Verwässerung durch Aktienprämien. Der KI-Cloud-Vertrag mit Microsoft über 9,7 Milliarden USD bietet langfristige Perspektiven.

Die Kernpunkte:
  • Aktienkurs erholt sich auf 34,75 Euro
  • 700 Mio. USD Aktienprämie für Co-CEOs
  • Microsoft-Deal über 9,7 Milliarden USD
  • Strategischer Wandel zu KI-Infrastruktur

Die IREN-Aktie notiert am heutigen Dienstag bei 34,75 € und verzeichnet damit einen Zuwachs von 1,83 % im Vergleich zum Vortagesschluss von 34,12 €. Trotz dieser leichten Erholung steht das Papier unter dem Eindruck massiver Kursverluste der vergangenen Wochen; auf Sicht von 30 Tagen verlor der Wert 33,85 %. Mit dem aktuellen Kurs notiert die Aktie 25,34 % unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 46,55 € und liegt zudem deutlich unter dem 200-Tage-Schnitt von 42,31 €.

Massive Verwässerung durch Boni für Co-CEOs

Hauptgrund für den jüngsten Verkaufsdruck, der die Aktie am 13. Juli um rund 7 % nach unten drückte, ist eine Entscheidung des Vorstands zur Vergütung der Unternehmensführung. Den beiden Mitgründern und Co-CEOs Daniel und William Roberts wurden Aktienprämien in Form von Restricted Stock Units (RSUs) im Gesamtwert von etwa 700 Millionen USD zugesprochen. Diese Maßnahme umfasst 18,2 Millionen neue Aktien, was rund 5 % der gesamten ausstehenden Anteile entspricht.

Die Genehmigung dieser Zuteilung erfolgte bereits am 30. Juni 2026, löste jedoch nach der detaillierten Bekanntmachung Sorgen über eine erhebliche Verwässerung bei den Bestandsaktionären aus. Parallel zu dieser Nachricht belasteten die Finanzzahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 die Stimmung. Zwar konnte IREN einen Umsatz von 184,7 Millionen USD erzielen, wies jedoch gleichzeitig einen Nettoverlust von 155,4 Millionen USD aus.

Strategischer Umbau zur KI-Infrastruktur

Trotz der bilanziellen Verluste treibt das Unternehmen seinen Wandel vom reinen Bitcoin-Miner hin zu einem Anbieter von Cloud-Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) voran. Ein zentraler Bestandteil dieser Neuausrichtung ist ein KI-Cloud-Vertrag mit Microsoft, der ein Volumen von 9,7 Milliarden USD umfasst. IREN verfügt zudem über eine Bitcoin-Mining-Kapazität von rund 50 EH/s, nutzt die Infrastruktur jedoch zunehmend für rechenintensive KI-Anwendungen.

Um die nötige Hardware-Basis zu sichern, erwarb das Unternehmen die Nostrum Group, was die Kapazitäten für die Expansion in Europa um 490 Megawatt (MW) erweitert. Dieser Schritt erfolgt in einem Umfeld massiver Investitionen: Analysten von Morgan Stanley erwarten, dass die Ausgaben von Hyperscalern für KI-Infrastruktur bis zum Jahr 2027 auf 1,2 Billionen USD steigen werden. Citigroup prognostiziert für denselben Zeitraum ein Wachstum der Rechenzentrums-Investitionen um 40 bis 50 % auf 1,5 Billionen USD.

Wettbewerbsdruck und Analystenprognosen

Die Konkurrenz im Sektor verschärft sich zusehends. Pläne von Meta Platforms, unter dem Namen „Meta Compute“ künftig überschüssige KI-Rechenkapazitäten am Markt anzubieten, sorgten zuletzt für Verunsicherung bei spezialisierten Anbietern wie IREN. Marktbeobachter sehen darin zwar eine Bestätigung der enormen Nachfrage, warnen jedoch vor dem Markteintritt finanzstarker Schwergewichte.

Dennoch halten viele Marktteilnehmer an einer optimistischen Einschätzung fest. Das Analysehaus MarketBeat führt für IREN derzeit ein Konsensrating von „Moderate Buy“ mit einem Kursziel von 82,36 USD, was ein erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau impliziert. Auch institutionelle Anleger bauten ihre Positionen zuletzt teilweise aus; so erhöhte die Chicago Partners Investment Group ihre Beteiligung im ersten Quartal 2026 um 40,3 % auf nun 106.904 Aktien. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich aktuell auf umgerechnet 12,88 Milliarden €.

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