IREN Aktie: 9,7-Milliarden-Dollar-Vertrag mit Microsoft

IREN erzielt erstmals mehr Quartalsumsatz mit KI-Cloud als mit Bitcoin-Mining und verfügt für 2026 über vier Milliarden Dollar ARR.

Die Kernpunkte:
  • KI-Cloud übertrifft Mining-Erlöse im Quartal
  • 684 Millionen Dollar Nettoverlust verbucht
  • Vier Milliarden Dollar ARR für 2026
  • Ausbauinvestitionen von 25 bis 30 Milliarden geplant

IREN hat in seinem vierten Geschäftsquartal, das am 30. Juni endete, einen Wendepunkt erreicht: Erstmals übertrafen die Erlöse aus dem KI-Cloud-Geschäft jene aus dem klassischen Bitcoin-Mining. 70,5 Millionen US-Dollar Umsatz aus KI-Cloud-Diensten standen 66,7 Millionen US-Dollar aus dem Mining-Geschäft gegenüber.

Für das Gesamtjahr summierte sich das Mining-Geschäft zwar noch auf 578,2 Millionen US-Dollar, während KI-Cloud mit 128,8 Millionen US-Dollar deutlich kleiner blieb – doch die Wachstumsdynamik zeigt klar in eine Richtung.

Unter dem Strich stand für IREN ein Nettoverlust von 684 Millionen US-Dollar, der laut Unternehmensangaben vor allem auf nicht zahlungswirksame Abschreibungen in Höhe von 450,4 Millionen US-Dollar zurückgeht. Das bereinigte EBITDA fiel mit 19,2 Millionen US-Dollar deutlich moderater aus.

Anthony Lewis, seit September 2025 Finanzchef von IREN, muss nun die Transformation des Unternehmens vom Bitcoin-Miner zum KI-Infrastrukturanbieter finanziell begleiten.

Vier Milliarden Dollar an vertraglich gesicherten Erlösen

Entscheidend für die Anlegerperspektive ist die Auftragslage: IREN hat nach eigenen Angaben für 2026 bereits vier Milliarden US-Dollar an vertraglich gesicherten jährlich wiederkehrenden Erlösen (ARR) eingesammelt, davon rund eine Milliarde bereits operativ wirksam.

Grundlage dafür sind mehrjährige Verträge, die laut Unternehmen mehr als 20 Millionen US-Dollar pro installiertem IT-Megawatt einbringen. Ein Vertrag mit Microsoft über 9,7 Milliarden US-Dollar zählt zu den größten Bausteinen dieser Pipeline.

Die Analysten von Seeking Alpha bewerten IREN mit „Strong Buy“ und einem Kursziel von 52 US-Dollar für das vierte Quartal 2026. Sie verweisen auf eine Bewertung von 7,77-fachem erwarteten EV/EBITDA gegenüber einem Sektor-Median von 14,65-fach – aus ihrer Sicht ein deutlicher Bewertungsabschlag angesichts eines normalisierten erwarteten EBITDA von 2,2 Milliarden US-Dollar.

Auch H.C. Wainwright bestätigte kürzlich seine Kaufempfehlung, mit einem noch ambitionierteren Kursziel von 90 US-Dollar. Das Analysehaus verweist darauf, dass die kontrahierten KI-Cloud-Erlöse binnen eines Jahres um das Achtfache gestiegen seien.

Makrodruck überlagert operative Fortschritte

Trotz der fundamentalen Fortschritte gerät die Aktie derzeit unter Druck – allerdings aus Gründen, die wenig mit dem Unternehmen selbst zu tun haben. Steigende Anleiherenditen belasten branchenweit kapitalintensive KI-Infrastrukturwerte: Die zehnjährige US-Staatsanleihe kletterte am Dienstag auf 4,78 Prozent, den höchsten Intraday-Stand seit Januar 2025. Das trieb auch Wettbewerber wie TeraWulf und Cipher Mining ins Minus.

Für IREN bedeutet dieses Umfeld einen Balanceakt: Das Unternehmen plant für das Geschäftsjahr 2027 Investitionen von 25 bis 30 Milliarden US-Dollar, um seine Kapazitäten für KI-Kunden weiter auszubauen. Je teurer Fremdkapital wird, desto stärker rückt die Finanzierungsfähigkeit solcher Ausbaupläne in den Fokus der Anleger.

Aktuell notiert die Aktie bei 32,13 Euro und damit rund 9 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 35,27 Euro – ein Zeichen dafür, dass der kurzfristige Trend trotz der operativen Fortschritte angeschlagen bleibt. Zum 52-Wochen-Hoch von 68,61 Euro, erreicht Anfang November, fehlen der Aktie derzeit 53 Prozent.

Die Zahlen zeigen: IREN befindet sich mitten im Umbau vom Bitcoin-Miner zum KI-Infrastrukturbetreiber. Ob dieser Wandel sich auch im Aktienkurs niederschlägt, hängt maßgeblich davon ab, ob die milliardenschweren Verträge planmäßig in Umsatz und Ergebnis überführt werden können – und ob das Zinsumfeld den kapitalhungrigen Ausbauplänen nicht zu stark im Weg steht.

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