IREN Aktie: Ausstieg aus Bitcoin-Mining bis 2026

IREN stellt Bitcoin-Mining fast komplett ein und setzt auf KI-Cloud. Ein Milliarden-Deal mit Dell treibt die Transformation und den Aktienkurs an.

Die Kernpunkte:
  • Mining-Erlöse brechen ein
  • KI-Cloud-Umsätze verdoppeln sich
  • Milliarden-Deal mit Dell abgeschlossen
  • Analysten uneins über Kursentwicklung

IREN vollzieht eine radikale Transformation. Das Unternehmen verabschiedet sich nahezu vollständig vom Bitcoin-Mining und baut stattdessen ein KI-Cloud-Geschäft auf. Die Handelswoche bis zum 29. Mai stand ganz im Zeichen dieses Umbaus — und eines milliardenschweren Hardware-Deals mit Dell.

Goldman Sachs hat die Umsatzprognosen für das Krypto-Mining bereits nach unten korrigiert. Bis Ende 2026 soll der Bitcoin-Betrieb komplett eingestellt sein. Was vor zwei Jahren noch ein reiner Mining-Player war, positioniert sich heute als Anbieter von KI-Infrastruktur.

Bitcoin-Umsatz bricht ein, KI-Erlöse verdoppeln sich

Im jüngsten Quartal sanken die Mining-Erlöse auf 111,2 Millionen Dollar, nach 167,4 Millionen im Vorquartal. Ursachen: niedrigerer Bitcoin-Preis und die laufende Stilllegung von Mining-Hardware zugunsten von GPU-Installationen. Parallel dazu kletterten die KI-Cloud-Umsätze auf 33,6 Millionen Dollar — mehr als eine Verdopplung.

Die Aktie schloss am Freitag bei 54,50 Euro, ein Minus von 0,89 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 49,44 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar 617,29 Prozent. Binnen eines Jahres schwankte der Kurs zwischen 7,38 Euro und 66,51 Euro.

Dell-Deal über 1,6 Milliarden Dollar

Am 26. Mai wurde bekannt: IREN hat bei Dell GPUs und Zusatzprodukte im Wert von rund 1,6 Milliarden Dollar bestellt. Die Hardware soll am Standort Childress, Texas, eingesetzt werden — im Rahmen eines bereits angekündigten 3,4-Milliarden-Dollar-Vertrags für verwaltete KI-Cloud-Dienste.

Der Kaufpreis umfasst GPUs, Server, Speicher, Netzwerktechnik, Integrationsdienste und Garantien. Bezahlt wird nach Lieferung. Die Blackwell-Systeme sollen Anfang 2027 in Betrieb gehen. Dann, so die Erwartung, steigt der annualisierte Umsatz von 3,7 auf 4,4 Milliarden Dollar.

Die Nachricht ließ die Aktie am 27. Mai um 13,48 Prozent auf 67,84 Dollar steigen. Das Handelsvolumen überschritt 85 Millionen Stück.

Analysten gespalten

Goldman Sachs hob das Kursziel von 44 auf 50 Dollar an, hält aber an der Neutral-Einstufung fest. Über acht Analystenschätzungen der vergangenen sechs Monate liegt das Median-Kursziel bei 82,50 Dollar. Lucas Pipes von B. Riley Securities sieht 88 Dollar als Ziel, Reginald Smith von JP Morgan nur 46 Dollar.

Bernstein-Analysten erwarten, dass IREN das Mining-Geschäft nicht abrupt beendet, sondern die bestehende Infrastruktur für GPU-Workloads umrüstet. Die Stilllegung der Mining-Hardware wird weitere nicht-zahlungswirksame Wertberichtigungen nach sich ziehen — eine Folge der strategischen Neuausrichtung.

Kapitalstruktur gestärkt, Verwässerung in Kauf genommen

Mitte Mai schloss IREN eine Wandelanleihe über 3,0 Milliarden Dollar ab — inklusive einer voll ausgeübten Aufstockungsoption von 400 Millionen Dollar. Nettoemissionserlös: rund 2,96 Milliarden Dollar. Kupon: 1,00 Prozent, Wandlungsprämie: 32,5 Prozent. Der Wandlungspreis liegt bei 110,30 Dollar je Aktie, ein Aufschlag von 100 Prozent auf den Schlusskurs vom 11. Mai (55,15 Dollar).

Eine nachfolgende Kapitalerhöhung belastete den Kurs. Beobachter werten die Verwässerung als notwendigen Schritt, um die KI-Kapazitäten hochzufahren.

Ungewöhnlich: IREN kaufte die Kreativagentur Awaken und holte deren Gründer Chris Parker als Führungskraft an Bord. Awaken war zuvor externer Marketingpartner. Die Übernahme soll die Markenführung stärken, während das Unternehmen in neue Regionen und Kundensegmente expandiert.

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