IREN Aktie: Bernstein hebt Ziel auf 100 Dollar

Bernstein sieht IREN bei 100 Dollar, doch schwache Quartalszahlen und hohe Volatilität belasten den Kurs.

Die Kernpunkte:
  • Bernstein setzt neues Höchstziel von 100 Dollar
  • Nvidia-Deal über 5,5 Milliarden Dollar als Kernargument
  • Quartalsverlust und Umsatzverfehlung trüben Ausblick
  • Hohe Aktienvolatilität birgt Risiko für Mirantis-Übernahme

Bernstein setzt das höchste Kursziel auf dem gesamten Wall Street — und trotzdem hat die IREN-Aktie in den vergangenen sieben Tagen 17,5 Prozent verloren. Das Bild könnte widersprüchlicher kaum sein.

Bernstein hebt Ziel auf 100 Dollar

Analyst Gautam Chhugani bekräftigte am 8. Juni sein Kaufvotum und hob das Kursziel auf 100 Dollar. Das ist das höchste Ziel auf dem gesamten Wall Street — zuletzt hatte Compass Point im November 2025 mit 105 Dollar noch höher gegriffen.

Den Kern des Bullenarguments bildet der 5,5-Milliarden-Dollar-Deal mit Nvidia. Bernstein nennt ihn schlicht den „Nvidia-Segen“. Das Abkommen umfasst einen Cloud-Vertrag über 3,4 Milliarden Dollar für Nvidias interne Workloads sowie das Recht für Nvidia, 2,1 Milliarden Dollar in Eigenkapital zu investieren. Laut Bernstein stärkt das Nvidias Beteiligung am Flaggschiff-Projekt Sweetwater — einem 2-Gigawatt-KI-Rechenzentrum in Texas. Ankerkunden für Sweetwater fehlen noch. Aber die Nvidia-Beziehung verleihe dem Projekt erheblich mehr Glaubwürdigkeit, so Bernstein.

Hinzu kommt das Microsoft-Projekt. Bernstein erwartet, dass IREN das 200-Megawatt-Rechenzentrum „Horizon“ planmäßig liefert. Die erste Phase soll im dritten Quartal 2026 in Betrieb gehen. Dazu hat IREN ein Investment-Grade-Finanzierungspaket über 3,65 Milliarden Dollar geschlossen — es deckt rund 96 Prozent eines GPU-Investitionsprogramms über 5,81 Milliarden Dollar ab. Bis Ende 2026 soll die KI-Cloud-Kapazität auf 480 Megawatt ausgebaut werden.

Wall Street bleibt gespalten

Cantor Fitzgerald zieht mit. Analyst Brett Knoblauch hob sein Kursziel von 77 auf 99 Dollar und behielt das „Overweight“-Rating. Er verweist auf rund 670 Megawatt Bruttokapazität, die IREN 2027 ans Netz bringen will — und die der Markt bislang kaum einpreist. Steigende GPU-Preise schaffen zusätzliches Aufwärtspotenzial beim Jahres-ARR-Ziel.

Der breite Konsens ist vorsichtiger. Sechs Kaufempfehlungen stehen drei neutralen Ratings und einem Verkaufsvotum gegenüber. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 74,56 Dollar — das impliziert rund 24 Prozent Aufwärtspotenzial, aber deutlich weniger als Bernsteins Wette.

Ausführung ist das eigentliche Problem

Das Zahlenwerk trübt das Bild. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete IREN einen Verlust je Aktie von 0,30 Dollar — 39 Prozent schlechter als erwartet. Der Umsatz von 144,8 Millionen Dollar verfehlte die Prognose von 219,9 Millionen Dollar um 34 Prozent. Das sind keine kleinen Abweichungen.

Kritische Stimmen betonen: Eigene Stromkapazität ist eine Sache. Enterprise-Verfügbarkeit, Kundenbindung und pünktliche Lieferung sind eine andere. Die Übernahme von Mirantis für 625 Millionen Dollar — vollständig in Aktien bezahlt — hängt direkt am Aktienkurs. Bei einer annualisierten Volatilität von 114 Prozent ist das ein reales Risiko.

Die Aktie notiert aktuell bei 46,59 Euro und liegt damit rund 32 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von knapp 28 Prozent. Am 10. Juni folgen keine unmittelbaren Kurstreiber — der nächste Beweis muss aus den Rechenzentren selbst kommen.

Anzeige

IREN-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue IREN-Analyse vom 13. Juni liefert die Antwort:

Die neusten IREN-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für IREN-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

IREN: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu IREN