IREN Aktie: Cantor sieht 72 Prozent Potenzial

IREN transformiert sich vom Bitcoin-Miner zum KI-Infrastrukturanbieter, Analysten sehen Kurspotenzial von 72 Prozent, während andere zur Vorsicht raten.

Die Kernpunkte:
  • Cantor Fitzgerald sieht 72 Prozent Aufwärtspotenzial
  • Goldman Sachs mit deutlich niedrigerem Kursziel
  • 1,6-Milliarden-Dollar-Deal mit Dell Technologies
  • Umsatz verfehlt Analystenerwartungen im letzten Quartal

Vom Bitcoin-Miner zum KI-Infrastrukturanbieter: IREN hat in den vergangenen zwölf Monaten eine bemerkenswerte Transformation vollzogen — und die Aktie spiegelt das wider. Seit Juni 2025 hat der Kurs um mehr als 630 Prozent zugelegt. Jetzt streiten Analysten darüber, ob das erst der Anfang ist.

Kursziele klaffen weit auseinander

Cantor Fitzgerald hat IREN auf „Overweight“ hochgestuft und ein Kursziel von 99 Dollar ausgegeben — das entspräche vom aktuellen Niveau aus einem Aufschlag von rund 72 Prozent. Die Begründung: IRENs Wandel zum großskaligen KI-Infrastrukturanbieter sei noch nicht vollständig eingepreist.

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Goldman Sachs sieht das deutlich nüchterner. Das Kursziel liegt dort bei 50 Dollar, also klar unter dem aktuellen Kurs. B. Riley positioniert sich mit 88 Dollar zwischen beiden Polen. Zacks Investment Research vergibt sogar ein „Sell“-Rating und verweist auf ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 9,12 — dreimal so hoch wie der Branchendurchschnitt von 2,97.

Trotz dieser Bewertungsbedenken notiert die Aktie seit Jahresbeginn rund 57 Prozent im Plus und liegt damit deutlich über ihren gleitenden Durchschnittswerten.

Blackwell-Systeme als Wachstumsmotor

Das Herzstück der Wachstumsstory ist ein 1,6-Milliarden-Dollar-Deal mit Dell Technologies über Blackwell-Ultra-Systeme, die Anfang 2027 in Betrieb gehen sollen. Eingebettet ist dieser Auftrag in ein umfassenderes Fünfjahresabkommen mit Nvidia, das auf rund 3,4 Milliarden Dollar bewertet wird.

Auf dieser Basis peilt IREN einen jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) von 4,4 Milliarden Dollar an — 700 Millionen Dollar mehr als bisher geplant. Das Rechenzentrum in Childress, Texas, bildet dabei den infrastrukturellen Kern. Bis Ende 2026 soll die KI-Cloud-Kapazität auf 480 Megawatt ausgebaut werden.

Die langfristigen Umsatzziele sind ambitioniert: von geschätzten 764 Millionen Dollar im laufenden Jahr auf 9,55 Milliarden Dollar bis 2029.

Finanzierung steht, Umsatz enttäuschte zuletzt

Bernstein-Analyst Gautam Chhugani sieht frühere Bedenken zur Kapitalstruktur als weitgehend ausgeräumt. IREN hat ein Investment-Grade-Finanzierungspaket mit einem Durchschnittszinssatz von 3,31 Prozent abgeschlossen, arrangiert von Goldman Sachs und J.P. Morgan. Es soll 96 Prozent der GPU-bezogenen Investitionsausgaben für die wichtigsten Vertragsverbindlichkeiten abdecken.

Auf der Ergebnisseite gibt es allerdings Fragezeichen. Im jüngsten Quartal erzielte IREN einen Umsatz von 144,8 Millionen Dollar — deutlich unter den Analystenerwartungen von rund 220 Millionen Dollar. Der Verlust je Aktie lag bei 0,25 Dollar. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell rund 23,8 Milliarden Dollar, die Kassenposition liegt bei 2,21 Milliarden Dollar.

Ob IREN die Inbetriebnahme der Blackwell-Systeme termingerecht schafft, wird zur entscheidenden Probe. Management und Analysten sind sich einig: Wer im KI-Infrastrukturmarkt früh Rechenkapazität bereitstellt, sichert sich strukturelle Wettbewerbsvorteile — der sogenannte „Time-to-Compute“-Vorteil. Die Kursziele für 2027 werden maßgeblich davon abhängen, ob die Childress-Anlage wie geplant hochfährt.

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