IREN Aktie: Ein Sachstandbericht

IREN vollzieht radikalen Wandel vom Krypto-Mining zum KI-Infrastrukturpartner. Ein Milliardenvertrag mit Microsoft treibt die Ambitionen, doch hohe Investitionen und Umsetzungsrisiken belasten die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Radikaler Wechsel von Bitcoin-Mining zu KI-Rechenzentren
  • Milliarden-Deal mit Microsoft als strategischer Anker
  • Hohe Analystenziele spiegeln große Erwartungen wider
  • Enorme Investitionen und Ausführungsrisiken bleiben Herausforderung

IREN steckt mitten in einer gewaltigen Transformation: weg vom volatilen Bitcoin-Mining hin zu einem Infrastrukturpartner für künstliche Intelligenz. Milliardenschwere Verträge und ambitionierte Ziele sorgen für hohe Erwartungen – und für spürbare Nervosität im Kurs. Wie gut passt die aktuelle Bewertung zu den Chancen und Risiken dieses Strategiewechsels?

Kursrücksetzer trotz starker Story

Am Mittwoch ging die Aktie bei 43,62 US-Dollar aus dem Handel und lag damit rund 9 % über dem 50-Tage-Durchschnitt. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von über 300 % – ein Hinweis darauf, wie stark der Markt die neue Ausrichtung bereits eingepreist hat.

Der Rückgang zur Wochenmitte erfolgte laut Originalbericht auf unterdurchschnittlichem Handelsvolumen. Das deutet eher auf eine technische Atempause hin als auf einen Ausverkauf, zeigt aber zugleich, wie sensibel der Markt auf kleinere Rückschläge reagiert. Hintergrund: Die Aktie hatte 2025 schon um rund 285 % zugelegt, bevor sie ihr 52‑Wochen-Hoch markierte und seither deutlich Abstand nach unten gewonnen hat.

Charttechnisch gilt der Rückgang als Rückschlag, weil kurzfristige Durchschnittslinien nach unten durchbrochen wurden. Parallel dazu ist die Volatilität hoch, was zur laufenden Neupositionierung des Geschäfts passt.

Strategiewechsel: Von Bitcoin zu AI-Infrastruktur

Der Kern der Investmentstory liegt im Abschied vom reinen Krypto-Mining hin zu Hochleistungsrechenzentren (High Performance Computing, HPC) für KI-Anwendungen. IREN will damit weg von der Zyklik der Kryptowährungen und hin zu langfristigen Infrastrukturverträgen.

Zentral sind dabei mehrere Bausteine:

  • Vertikal integriertes Modell: IREN besitzt Land, Strominfrastruktur und die GPU-Hardware selbst.
  • Ziel: Nicht nur Hosting anbieten, sondern eigene Rechenleistung als Cloud-Service verkaufen.
  • Ergebnis: Potenziell höhere Margen als bei reinen Colocation-Anbietern.

Ein Analysebeitrag von The Motley Fool hebt genau diese Integration als Vorteil gegenüber Wettbewerbern wie Applied Digital (APLD) hervor. Eigentum an Strom- und Rechenzentrumsinfrastruktur soll Kostenvorteile und stabilere Margen ermöglichen.

Finanziell sind die Ziele ehrgeizig:
– Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten Analysten einen Gewinn je Aktie (EPS) von 1,07 US-Dollar, ein Plus von 175 % gegenüber dem Vorjahr.
– Das Management peilt bis 2026 rund 3,4 Milliarden US-Dollar an annualisiertem Umsatz (ARR) aus AI-Cloud-Diensten an.

Diese Größenordnungen zeigen, wie stark sich das Geschäftsmodell verschieben soll – und wie viel Vertrauen der Markt in die Umsetzungsfähigkeit setzen muss.

Microsoft-Deal und hohe Investitionen

Den Rahmen für die Neuausrichtung bildet ein Großvertrag mit Microsoft über 9,7 Milliarden US-Dollar, abgeschlossen im Oktober 2025. Dieses Abkommen fungiert als Anker für die geplanten wiederkehrenden Erlöse aus AI-Cloud-Services und ist zentral für die genannten ARR-Ziele.

Gleichzeitig sind die damit verbundenen Investitionen enorm. Seeking Alpha betont in einer Analyse, dass die Bewertung zwar mit rund dem 12‑fachen des erwarteten Enterprise-Value/Umsatz-Verhältnisses im Branchenvergleich attraktiv wirken könne, das Ausführungsrisiko aber hoch bleibt. Der Ausbau der GPU-Cluster für Hyperscaler wie Microsoft erfordert Milliardeninvestitionen in Rechenzentren und Hardware.

Die Sektorbedingungen spielen IREN derzeit in die Karten:
– Hyperscaler sollen 2025 geschätzt rund 350 Milliarden US-Dollar in Datenzentrumsinfrastruktur investiert haben.
– Anbieter, die nicht nur Fläche und Strom, sondern direkt Rechenleistung liefern, können laut den zitierten Analysen auf Projektebene EBITDA-Margen von bis zu 85 % erreichen – in günstigen Szenarien.

IREN positioniert sich genau in diesem Segment, muss aber zeigen, dass die theoretisch hohen Margen auch praktisch erreichbar sind.

Analystenziele und operative Hürden

Zwischen aktuellem Kurs und Analystenerwartungen klafft eine deutliche Lücke. Während die Aktie gestern bei gut 43 US-Dollar schloss, liegen die durchschnittlichen 12‑Monats-Kursziele laut Daten von MarketBeat und Bloomberg zwischen 67,64 und 83,45 US-Dollar.

Allerdings ist das Spektrum breit:
– Vorsichtige Häuser wie Goldman Sachs sehen mit einem Kursziel von 39 US-Dollar sogar weiteren Abwärtsspielraum.
– Deutlich optimistischere Stimmen wie Cantor Fitzgerald setzen Ziele von bis zu 136 US-Dollar an.

Diese Spannbreite spiegelt die Unsicherheit darüber wider, ob IREN die ambitionierten Ausbaupläne im Zeit- und Budgetrahmen umsetzen kann. Operativ steht kurzfristig eine technische Hürde im Fokus: Die Rückeroberung der Zone um 45 US-Dollar gilt als wichtig, um das Sentiment zu stabilisieren. Fundamental entscheidet aber vor allem, ob das Unternehmen seine GPU-Kapazität wie geplant von aktuell rund 23.000 auf etwa 140.000 Einheiten bis Ende 2026 hochfahren und die Microsoft-Umsätze in tatsächliche Profitabilität überführen kann.

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