IREN Aktie: Microsoft nimmt 50-Megawatt-Auslieferung ab
IREN meldet volle KI-Kapazitäten für 2026 und plant weitere Ausbauten, während hohe Investitionen und Verluste den Aktienkurs belasten.

- KI-Kapazitäten für 2026 weitgehend vergeben
- 25 bis 30 Milliarden Dollar Investitionsbedarf
- Microsoft nimmt erste Lieferung ab
- Aktie verliert zwölf Prozent am Freitag
Während der Kurs von IREN nach den jüngsten Geschäftszahlen unter Druck steht, arbeitet das Unternehmen bereits an der übernächsten Ausbaustufe. Die für 2026 verkaufte KI-Kapazität ist nach eigenen Angaben weitgehend ausgebucht – nun laufen nach Unternehmensangaben bereits fortgeschrittene Gespräche über Buildouts für die Jahre 2027 und 2028.
Diese Aussage aus der Bilanzvorlage vom Donnerstag rückt in den Fokus, weil sie die finanzielle Dimension des Wachstumskurses konkretisiert. IREN bezifferte den Investitionsbedarf für das Geschäftsjahr 2027 auf 25 bis 30 Milliarden US-Dollar. Parallel dazu soll die annualisierte Umsatzrate im KI-Cloud-Geschäft bis Dezember 2026 die Marke von vier Milliarden US-Dollar übersteigen.
Microsoft als Ankerkunde, NVIDIA als Gütesiegel
Der Ausbau bekommt zusätzliches Gewicht durch die Rolle zweier Schwergewichte der Branche. Microsoft hat die erste 50-Megawatt-Auslieferung am Standort Horizon 1 in Childress, Texas, abgenommen – der Auftakt zu vier geplanten Direct-to-Chip-Flüssigkühlungs-Deployments für den Softwarekonzern.
Zusätzlich wurde IREN Medienberichten zufolge von NVIDIA als „Exemplar Cloud“ für die GB300-NVL72-Plattform eingestuft, ein Status, der die technische Ausrichtung des Unternehmens im hart umkämpften KI-Infrastrukturmarkt unterstreicht.
Diese Kombination aus Großkunde und Technologiepartner erklärt, warum IREN trotz roter Zahlen an seiner aggressiven Wachstumsstrategie festhält. Für das abgelaufene Geschäftsjahr wies das Unternehmen einen Umsatz von 707,0 Millionen US-Dollar bei einem Nettoverlust von 702,6 Millionen US-Dollar aus.
Dem stehen kontrahierte annualisierte Erlöse von rund vier Milliarden US-Dollar gegenüber – ein Auftragspolster, das die künftigen Investitionen absichern soll.
Kursreaktion zeigt Skepsis der Anleger
Der Markt honoriert die langfristige Kapazitätsplanung bislang nicht. Die Aktie schloss am Freitag bei 30,80 Euro, ein Minus von 12 Prozent auf Tagesbasis. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 14 Prozent zu Buche, während das Papier binnen eines Monats dennoch um 20 Prozent zulegen konnte.
Der Kurs notiert damit rund 14 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 35,94 Euro – ein Zeichen dafür, dass die kurzfristige Dynamik nach den Zahlen ins Stocken geraten ist.
Die Diskrepanz zwischen operativer Auftragslage und Kursverlauf lässt sich mit der Größenordnung der angekündigten Investitionen erklären. Ein Capex-Rahmen von bis zu 30 Milliarden US-Dollar bei einem laufenden Nettoverlust wirft bei Anlegern Fragen zur Finanzierung auf, selbst wenn das Auftragsbuch für die kommenden Jahre bereits gut gefüllt erscheint.
Die für das AI-Cloud-Segment gemeldeten 70,5 Millionen US-Dollar Umsatz im Juni-Quartal, bei einem Gesamtumsatz von 137,2 Millionen US-Dollar für denselben Zeitraum, verdeutlichen zudem, dass dieses Segment zwar wächst, absolut aber noch klein gegenüber den angepeilten Milliardeninvestitionen ist.
Für Investoren bleibt damit die zentrale Frage offen, ob die frühzeitig gesicherten Verträge für 2027 und 2028 ausreichen, um die enormen Kapitalausgaben zu rechtfertigen – oder ob IREN mit dem Tempo seines Ausbaus dem tatsächlichen Nachfragewachstum vorauseilt.
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