IREN Aktie: Microsoft-Vertrag vom November 2025

Trotz Kursverlust von 47 Prozent seit November zeigt IREN mit Microsoft- und NVIDIA-Verträgen den erfolgreichen Wandel zum KI-Cloud-Anbieter.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert 47 Prozent seit Novemberhoch
  • Microsoft und NVIDIA als Großkunden gewonnen
  • KI-Cloud-Erlöse verdoppeln sich im Quartal
  • Neue Rechenzentren in Texas und Australien

Zwei Zahlen aus den letzten sechs Wochen erzählen die ganze Geschichte: Die IREN-Aktie hat 47 Prozent ihres Novemberhochs verloren. Gleichzeitig steht am Jahresende noch immer ein Plus von 150 Prozent zu Buche. Wer hier nur auf den Chart schaut, versteht das Unternehmen nicht.

IREN, früher als Iris Energy bekannt, hat sich seit der Umbenennung im November 2024 neu erfunden. Aus dem reinen Bitcoin-Miner ist ein Anbieter von KI-Infrastruktur geworden. Die Frage, die sich Investoren stellen müssen: Trägt dieses neue Geschäftsmodell den aktuellen Kursverfall — oder bestätigt der Ausverkauf gerade, dass der Markt der Wette noch nicht traut?

Der Kurs bricht ein, das Geschäft wächst

Aktuell notiert die Aktie bei 36,25 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Der Wochenblick zeigt ein Minus von knapp 10 Prozent, auf Monatssicht sind es über 23 Prozent Verlust. Der Titel liegt damit fast 23 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 46,88 Euro — ein deutliches Signal für eine Korrektur, die schneller kam als der fundamentale Wandel im Unternehmen.

Der RSI von 35,1 deutet auf eine überverkaufte Situation hin. Die annualisierte Volatilität von über 93 Prozent zeigt, wie nervös der Markt diese Aktie aktuell handelt. Das ist kein Zufall. IREN bewegt sich an der Schnittstelle zweier Sektoren, die beide für Extremschwankungen bekannt sind: Krypto-Mining und KI-Infrastruktur.

Zum Vergleich lohnt der Blick aufs 52-Wochen-Tief bei 13,31 Euro vom 1. August 2025. Von dort aus hat sich der Kurs mehr als verdoppelt, trotz des aktuellen Rückschlags. Wer nur die letzten 30 Tage betrachtet, sieht Panik. Wer das Jahr betrachtet, sieht eine Aktie, die trotz allem einen fundamentalen Umbau erfolgreich vollzogen hat.

Vom Miner zum KI-Infrastrukturanbieter

IREN kauft seit Monaten NVIDIA H100- und H200-GPU-Cluster. Diese Chips betreiben KI-Cloud-Dienste für Kunden, die enorme Rechenkapazitäten für Training und Inferenz von KI-Modellen benötigen. Der Umbau ist keine Ankündigung mehr, sondern belegt durch Verträge.

Im November 2025 unterschrieb das Unternehmen einen Fünfjahresvertrag mit Microsoft für KI-Cloud-Dienste. Bereits im Mai hatte IREN einen milliardenschweren Vertrag mit NVIDIA selbst abgeschlossen. Beide Partnerschaften zeigen: Große Tech-Konzerne verlassen sich auf IRENs Infrastruktur, nicht nur auf dessen Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk.

Der Vorteil von IREN liegt im vertikal integrierten Modell. Das Unternehmen besitzt Land, Rechenzentren und die eigene Stromversorgung. In einer Branche, in der leistungsstarke, dichte Rechenzentren zum Engpass werden, verschafft das operative Kontrolle, die reine Cloud-Anbieter nicht haben.

Die Expansion läuft auf mehreren Baustellen gleichzeitig. Die Sweetwater-Anlage in Texas soll mit ihrem ersten Bauabschnitt im April 2026 ans Netz gehen. In Bundey, Südaustralien, plant IREN einen 800-Megawatt-Campus, der bis 2028 einsatzbereit sein soll. Beide Projekte zeigen den Anspruch: IREN will nicht Nischenanbieter bleiben, sondern zu einem der größeren Player im KI-Rechenzentrumsmarkt aufsteigen.

Zahlen bestätigen den Kurswechsel

Im März-Quartal ist die Erlöse aus dem Bitcoin-Mining gesunken. Das war zu erwarten, da sich das Unternehmen bewusst neu ausrichtet. Interessanter ist die Gegenbewegung: Die Einnahmen aus KI-Cloud-Diensten haben sich im selben Zeitraum mehr als verdoppelt.

Genau das ist der Kern der Investment-These. IREN verlagert Kapital und Aufmerksamkeit weg vom volatilen Mining-Geschäft hin zu langfristigen Infrastrukturverträgen mit stabileren Kunden. Ob der Markt diesen Wandel schon vollständig eingepreist hat, bleibt die offene Frage hinter dem aktuellen Kursrutsch.

Sicher ist: Die kommenden Monate liefern konkrete Prüfsteine. Die Energisierung von Sweetwater 1 im April 2026 wird zeigen, ob IREN seine Bauzeitpläne einhalten kann. Bis dahin bleibt die Aktie das, was sie seit ihrer Neuausrichtung ist — eine Wette auf zwei Zukunftstechnologien gleichzeitig, mit entsprechend heftigen Ausschlägen in beide Richtungen.

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