IREN Aktie: Roberts zerstreut Verwässerungsängste
IREN will milliardenschwere KI-Investitionen vor allem mit Kundengeldern und Schulden finanzieren. Analysten bestätigen ihre positive Einschätzung.

- Große Aktienausgabe zunächst nicht vorgesehen
- KI-Umsatz binnen drei Monaten verdoppelt
- Analysten halten an Kaufempfehlungen fest
- Aktie gewinnt binnen sieben Tagen 18 Prozent
IREN hat die Sorge vor einer massiven Verwässerung der Aktionäre vorerst zerstreut. Co-CEO Daniel Roberts erklärte, der Investitionsplan für das Geschäftsjahr 2027 komme ohne eine große Kapitalerhöhung aus. Kundenvorauszahlungen und Fremdkapital sollen den Großteil des Bedarfs decken. Die Aktie reagierte darauf mit deutlichen Kursgewinnen.
Milliardenschwere Investitionen, aber solide Finanzierung
Der Umbau vom Bitcoin-Miner zum KI-Infrastrukturanbieter kostet IREN nach eigenen Angaben zwischen 25 und 30 Milliarden US-Dollar an Investitionsausgaben. Angesichts dieser Summe hatten Anleger lange eine große Verwässerung durch neue Aktien gefürchtet. Roberts stellte am vergangenen Montag klar, dass Vorauszahlungen von Kunden und Schuldenfinanzierung den Löwenanteil abdecken sollen – eine Aussage, die dem Kurs seither spürbaren Auftrieb gab.
Die Bilanz zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026, die IREN am 27. August vorlegte, zeigt den Umbau in vollem Gang. Der Umsatz lag bei 137,2 Millionen US-Dollar und blieb unter den Erwartungen der Wall Street, während unter dem Strich ein Nettoverlust von 684 Millionen US-Dollar zu Buche stand.
Ein nicht zahlungswirksamer Wertminderungsaufwand von 638,8 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit der Stilllegung von Mining-Hardware für KI-Workloads belastete das Ergebnis erheblich.
Im gesamten Geschäftsjahr steuerte das Bitcoin-Mining mit 578,2 Millionen US-Dollar weiterhin den Großteil der 707 Millionen US-Dollar Jahresumsatz bei, während AI Cloud Services 128,8 Millionen US-Dollar beisteuerten.
Wachstum bei vertraglich gesicherten Erlösen
Das eigentliche Zukunftssignal liegt jedoch im AI-Cloud-Geschäft. Im vierten Quartal kletterte dessen Umsatz auf 70,5 Millionen US-Dollar, nach 33,6 Millionen US-Dollar im Quartal davor – eine Verdopplung binnen drei Monaten. Für das laufende Quartal bis Dezember peilt IREN vertraglich bereits gesicherte annualisierte Erlöse von mehr als 4 Milliarden US-Dollar an.
Zum Ende des vierten Quartals lag die annualisierte Run-Rate bei rund 500 Millionen US-Dollar, mittlerweile bei etwa 1 Milliarde US-Dollar, nachdem Microsoft das erste Rechenzentrum aus dem sogenannten Horizon-1-Programm abgenommen hatte – ein Ereignis, das der Aktie vor gut einer Woche einen kräftigen Schub verlieh.
Zwischen aktueller Run-Rate und dem Vertragsvolumen für Ende des Jahres liegt damit weiterhin eine erhebliche Lücke, die IREN in den kommenden Monaten schließen muss.
Analysten bleiben trotz Verlust optimistisch
Die jüngsten Reaktionen der Analysten fielen trotz des enttäuschenden Quartalsumsatzes überwiegend positiv aus. Bernstein-Analyst Gautam Chhugani bekräftigte am 3. September seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 100 US-Dollar.
Tags zuvor hatte Citizens sein Rating „Market Outperform“ mit einem Kursziel von 80,00 US-Dollar bestätigt und dies ausdrücklich mit der Skalierung des AI-Cloud-Geschäfts begründet.
HC Wainwright wiederum hob am 1. September seine Verlustschätzung je Aktie für das Geschäftsjahr 2027 auf 0,54 US-Dollar an, von zuvor prognostizierten 0,63 US-Dollar Verlust, und beließ das Kursziel bei 90 US-Dollar samt Kaufempfehlung.
An der Börse notiert IREN aktuell bei 36,01 Euro, ein Plus von 1,1 Prozent zum Vortag. Über die vergangenen sieben Handelstage summiert sich der Kursgewinn auf 18 Prozent – ein deutliches Zeichen, dass der Markt die Klarheit zur Kapitalfrage honoriert. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 68,61 Euro, erreicht am 3. November 2025, fehlen der Aktie derzeit allerdings noch 48 Prozent.
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