iShares Global Clean Energy ETF: Minus 10,41% in 30 Tagen

Fallende Ölpreise und enttäuschende Quartalszahlen von GE Vernova setzen den Erneuerbaren-Sektor unter Druck. Zudem belasten regulatorische Verschärfungen in China die Branche.

Die Kernpunkte:
  • Ölpreisrutsch belastet Erneuerbare
  • GE Vernova verfehlt Gewinnerwartungen
  • China verschärft Solarmodul-Standards
  • Bloom Energy vor Quartalszahlen

Die Märkte für saubere Energien stehen unter erheblichem Verkaufsdruck. Eine Entspannung der geopolitischen Lage im Nahen Osten führte am gestrigen Montag zu einem deutlichen Rückgang der Ölpreise, wobei die Sorte Brent um mehr als sechs Prozent auf rund 90 US-Dollar nachgab. Diese Entwicklung belastete den gesamten Energiesektor, da sinkende Preise für fossile Brennstoffe oft die relative Attraktivität erneuerbarer Alternativen mindern. Parallel dazu dämpfen enttäuschende Quartalsergebnisse und regulatorische Unsicherheiten in China die Stimmung der Anleger.

GE Vernova verfehlt Gewinnerwartungen

Ein wesentlicher Belastungsfaktor für den Sektor war der gestrige Kurssturz von GE Vernova. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal einen Gewinn pro Aktie von 2,47 US-Dollar und verfehlte damit die Konsensschätzung der Analysten von 3,17 US-Dollar deutlich. Zwar konnte der Umsatz mit 11,10 Milliarden US-Dollar die Erwartungen übertreffen, doch bereiteten insbesondere die operativen Herausforderungen im Windsegment Sorgen.

Das Windgeschäft von GE Vernova verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen Verlust beim bereinigten EBITDA in Höhe von 275 Millionen US-Dollar. Engpässe in der Lieferkette und Integrationskosten belasten hier weiterhin die Margen. Trotz eines Auftragsbestands von 50 Milliarden US-Dollar und einer neu angekündigten Dividende von annualisiert 2,00 US-Dollar schloss die Aktie am Montag mehr als sechs Prozent im Minus.

China verschärft Standards für Solarmodule

Zusätzlicher Druck kommt aus Fernost. In China, dem weltweit größten Markt für Photovoltaik, zeichnet sich für das Gesamtjahr 2026 erstmals ein negatives Wachstum bei den Neuinstallationen ab. Im ersten Halbjahr brach die neu installierte Kapazität im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent auf 72,07 Gigawatt ein. Medienberichten zufolge rechnen 21 börsennotierte Solarunternehmen für die erste Jahreshälfte mit kombinierten Verlusten zwischen 13 und 16,8 Milliarden Yuan.

Gleichzeitig verschärft die chinesische Regierung die regulatorischen Anforderungen. Zum 1. Januar 2027 treten neue nationale Standards für den Energieverbrauch bei der Herstellung von Polysilizium, Wafern und Modulen in Kraft. Diese Maßnahmen dürften dazu führen, dass schätzungsweise 20 bis 30 Prozent der veralteten Produktionskapazitäten vom Markt verschwinden müssen. Ziel ist es, den ruinösen Preiswettbewerb zu beenden und die technologische Effizienz zu steigern, etwa durch Mindesteffizienzgrade von über 23 Prozent für moderne Zelltechnologien.

Ausblick auf Bloom Energy und technische Signale

Am heutigen Dienstag richten sich die Blicke auf Bloom Energy, das nach US-Börsenschluss seine Zahlen für das zweite Quartal vorlegen wird. Analysten erwarten im Durchschnitt einen Gewinn pro Aktie von 0,41 US-Dollar bei einem Umsatz von rund 826 Millionen US-Dollar. Die Aktie von Bloom Energy hatte in den vergangenen fünf Tagen rund 18 Prozent an Wert verloren, was unter anderem auf Berichte über Projektverzögerungen zurückgeführt wurde. Analysten von JPMorgan zeigten sich im Vorfeld jedoch optimistisch und bestätigten ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 346 US-Dollar.

Der iShares Global Clean Energy ETF spiegelt die aktuelle Schwächephase wider und verbuchte auf Sicht der letzten 30 Tage ein Minus von 10,41 Prozent. Der Schlusskurs am Montag lag bei 17,81 USD. Technisch betrachtet nähert sich der Wert jedoch einer überverkauften Zone, was der RSI (14 Tage) mit einem Wert von 33,6 unterstreicht. Während Einzelwerte wie Enphase Energy zuletzt leichte Erholungsansätze zeigten, bleibt das Marktumfeld durch die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch und die anhaltende Volatilität der Rohstoffpreise geprägt.

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