iShares Global Semiconductors ETF: 19,30 Euro am Freitag

Übernahme von Synaptics und Metas Cloud-Einstieg erschüttern den Halbleitermarkt. Der ETF erholt sich trotz Wochenminus.

Die Kernpunkte:
  • onsemi kauft Synaptics für sieben Milliarden
  • Meta startet eigenes Cloud-Geschäft
  • Cloud-Anbieter CoreWeave und Nebius fallen
  • ETF schließt mit vier Prozent Plus

Zwei unerwartete Ereignisse halten den globalen Halbleitermarkt in Atem. Ein milliardenschwerer Übernahme-Deal und Metas Vorstoß ins Cloud-Geschäft würfeln die Karten neu. Für Halbleiter-Investoren endete damit eine äußerst turbulente Handelswoche.

Milliarden-Deal sorgt für Kursrutsch

Den ersten Rückschlag verursachte onsemi. Der Chipentwickler kauft den Konkurrenten Synaptics für rund sieben Milliarden US-Dollar. Die Bezahlung erfolgt komplett in eigenen Aktien. Die Folge: Eine massive Verwässerung schreckte Anleger auf. Die onsemi-Aktie brach daraufhin um über 20 Prozent ein. Das markiert den stärksten Tagesverlust seit vier Jahren.

Kurz darauf überraschte Meta die Branche mit einem Strategiewechsel. Der Konzern baut ein eigenes Cloud-Geschäft auf. Meta will überschüssige KI-Rechenkapazitäten künftig direkt vermarkten. Die Börse feierte den Schritt mit zweistelligen Kursgewinnen für die Meta-Aktie.

Spezialisierte Cloud-Anbieter gerieten dagegen unter Druck. Die Papiere von CoreWeave und Nebius verloren jeweils mehr als zehn Prozent. Analyst Gil Luria von D.A. Davidson sieht ein handfestes Problem. Neocloud-Unternehmen wachsen extrem stark durch Aufträge von Meta. Dieser Bedarf könnte nun schnell wegfallen.

Folgen für den Hardware-Sektor

Für den iShares MSCI Global Semiconductors ETF hat diese Entwicklung direkte Konsequenzen. Der Fonds investiert schwerpunktmäßig in Chipdesigner und Ausrüster. Wenn große Cloud-Betreiber ihre Grafikprozessoren anders einkaufen, passen Analysten die Umsatzprognosen der gesamten Zulieferkette an.

Parallel dazu kämpfen die Ausrüster mit einem weiteren Problem. Ein anhaltendes Überangebot bei NAND-Speicherchips drückt auf die Margen. Die starke Nachfrage nach KI-Logikchips federt diesen Margendruck aktuell nur teilweise ab.

Starke Erholung vor dem Wochenende

Trotz der turbulenten Nachrichtenlage zeigten sich Halbleiterwerte zum Wochenausklang erholt. Der ETF schloss am Freitag bei 19,30 Euro. Das entspricht einem Tagesplus von gut vier Prozent. Auf Wochensicht verbucht der Fonds dennoch ein Minus von 2,62 Prozent.

Die langfristige Aufwärtsbewegung bleibt intakt. Der Kurs notiert klar über der 50-Tage-Linie von 17,84 Euro. Seit Jahresanfang beläuft sich der Gewinn auf rund 95 Prozent.

Die Volatilität im Halbleitersektor bleibt jedoch hoch. Mit einer Schwankungsbreite von über 68 Prozent in den letzten 30 Tagen verlangt der Markt starke Nerven. Chipentwickler und Ausrüster müssen ihre Strategien nun an Metas neue Cloud-Offensive anpassen. Halten die Hardware-Bestellungen der Technologiekonzerne an, stützt dies den ETF in seinem übergeordneten Aufwärtstrend.

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