iShares Global Semiconductors ETF: 3,1 Prozent Sturz
Steigende Anleiherenditen und KI-Skepsis lösen weltweiten Ausverkauf bei Chip-Aktien aus. SK Hynix kündigt Milliarden-Rückkauf an.

- Halbleiter-Sektor erlebt globalen Ausverkauf
- Samsung und Intel mit deutlichen Verlusten
- SK Hynix plant 28,6 Mrd. Aktienrückkauf
- Analysten uneins über KI-Investitionsboom
Der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF verzeichnete gestern einen deutlichen Kursrückgang von 3,1 Prozent. Auslöser für den breiten Ausverkauf im Halbleitersektor waren steigende Anleiherenditen sowie eine erhöhte Vorsicht der Anleger gegenüber Investitionen in künstliche Intelligenz. Der Schlusskurs lag am Mittwoch bei 16,57 Euro.
Massive Kapitalmaßnahmen in Südkorea
Der Abwärtsdruck baute sich zunächst in Asien auf. Samsung Electronics verlor in Seoul nach der Bekanntgabe der Ergebnisse für das zweite Quartal deutlich an Boden. Auch japanische Hersteller von Chip-Ausrüstung meldeten teilweise zweistellige Verluste.
In den USA setzten Titel wie Intel, die um 4,68 Prozent nachgaben, und AMD mit einem Minus von 3,97 Prozent den Negativtrend fort. Währenddessen stiegen die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen zeitweise auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2007.
Einzig der südkoreanische Speicherchip-Spezialist SK Hynix konnte sich der Stimmung zeitweise entziehen. Das Unternehmen kündigte ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von umgerechnet rund 28,6 Milliarden US-Dollar an.
Zwischen heute und dem 19. November sollen Millionen eigene Aktien erworben und vernichtet werden. Parallel dazu investierte Samsung einen dreistelligen Millionenbetrag in eine neue Produktionslinie für Klimasysteme, blieb jedoch konkrete Details zu einer künftigen Aktionärspolitik schuldig.
Analysten uneinig über Fortsetzung des KI-Booms
Die Experten bewerten die aktuelle Lage unterschiedlich. Chris Hyzy, CIO bei Merrill, ordnete den Rückgang als temporären Rücksetzer ein. Er betonte, dass dies nicht das Ende des Investitionsbooms in künstliche Intelligenz bedeute.
Historische Daten würden zeigen, dass auf Korrekturen von 20 Prozent oft kräftige Erholungen folgen, solange die Wirtschaft stabil bleibt. Jonathan Krinsky von BTIG zeigte sich dagegen skeptischer und verwies darauf, dass wichtige Momentum-Faktoren bei Halbleiter-Aktien unter ihre 50-Tage-Linien gefallen seien.
Für Anleger bedeutet die aktuelle Bewegung einen spürbaren Dämpfer nach der starken Entwicklung der Vormonate. Mit dem gestrigen Kursniveau hat sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch auf ein Minus von 23 Prozent ausgeweitet.
Bemerkenswert ist zudem eine neue Marktkonstellation: Medienberichten zufolge fiel die Korrelation zwischen US-Chip-Aktien und Software-Titeln erstmals in den negativen Bereich. Dies deutet darauf hin, dass Investoren ihre Portfolios innerhalb des Technologiesektors derzeit umschichten.
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