iShares Global Semiconductors ETF: Nvidia meldet 96,22 Mrd. Dollar Umsatz
Der iShares-Halbleiter-ETF zeigt technische Schwäche, während Nvidia, ASML und TSMC mit kräftigem Wachstum sowie positiven Analystenstimmen überzeugen.

- Quantbewertung stuft ETF zum Verkaufskandidaten herab
- Nvidia übertrifft Prognosen mit starkem Umsatzplus
- ASML hebt Jahresziel auf 43 bis 45 Milliarden Euro
- TSMC profitiert von wachsender KI-Chip-Nachfrage
Der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF steht am Montag im Spannungsfeld zwischen einer skeptischen Neubewertung und robusten Unternehmenszahlen aus der Chipbranche.
StockInvest.us stufte den ETF nach der Handelssitzung am Freitag von „Hold/Accumulate“ auf „Sell Candidate“ herab – eine automatisierte Quantbewertung, die vor allem den zuletzt schwächeren kurzfristigen Trend widerspiegelt. Zur Einordnung: Der Fonds notiert derzeit bei 16,63 Euro und damit 6,6 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, was die technische Abkühlung untermauert.
Gleichzeitig liefert das fundamentale Bild ein anderes Signal. Nvidia meldete am 26. August für das zweite Fiskalquartal 2027 einen Umsatz von 96,22 Milliarden Dollar, ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,22 Dollar.
Beide Werte übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich und ließen die Aktie am Folgetag um fast 9 Prozent steigen. Bernstein und JPMorgan bestätigten daraufhin am 27. August ihre positiven Einstufungen „Outperform“ beziehungsweise „Overweight“ für den Chipkonzern.
Auftragslage bei den Ausrüstern bleibt kräftig
Auch bei den Zulieferern der Branche zeichnet sich Wachstum ab. ASML berichtete am 26. August einen Quartalsumsatz von 9,33 Milliarden Euro und hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 43 bis 45 Milliarden Euro an. Als Begründung nannte das Unternehmen einen für das dritte Quartal erwarteten sequenziellen Umsatzsprung von 23 Prozent.
Medienberichten zufolge könnte zudem ein möglicher Verkauf von mehr als 50 EUV-Lithografiesystemen an Tesla und SpaceX für das sogenannte „Terafab“-Projekt ASML mindestens 20 Milliarden Dollar zusätzlichen Umsatz bringen – das Vorhaben zielt auf eine jährliche Produktion von bis zu 200 Milliarden kundenspezifischen KI-Chips ab.
Auch TSMC, der weltgrößte Auftragsfertiger, meldete am 25. August ein Umsatzplus von 37 Prozent für die ersten sieben Monate des Jahres 2026, getrieben von starker Nachfrage nach KI-Halbleitern.
Die Brokerage CLSA hatte bereits am 19. August ihre Gewinnprognosen für TSMC für die Jahre 2026 bis 2028 um 8 bis 15 Prozent angehoben und das Kursziel von 3.330 auf 3.700 taiwanesische Dollar erhöht.
Uneinheitliches Bild bei Einzelwerten
Nicht alle Branchenvertreter profitieren gleichermaßen. Broadcom verlor am 19. August 4,61 Prozent, nachdem Google seine Vereinbarung über kundenspezifische KI-Chips mit Marvell ausgeweitet hatte – Google erhielt dabei Optionsscheine über Marvell-Aktien im Wert von rund 12,2 Milliarden Dollar.
BMO Capital hatte zuvor am 21. August die Coverage für Broadcom mit „Outperform“ und einem Kursziel von 455 Dollar aufgenommen und verwies dabei auf die Führungsposition des Unternehmens bei kundenspezifischen KI-Chips. RBC Capital bestätigte am 26. August ein „Sector Perform“-Rating mit Kursziel 400 Dollar. Broadcom legt seine Quartalszahlen am 2. September vor.
Bei AMD zeigt sich Optimismus: Raymond James stufte den Titel am 25. August auf „Strong Buy“ hoch, First Shanghai folgte am 31. August mit einem Upgrade auf „Outperform“. Morningstar hatte den iShares-ETF bereits am 25. August mit einem quantitativ ermittelten, neutralen Medalist Rating versehen.
Für Anleger im Halbleiter-ETF ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Kurzfristige Schwäche trifft auf eine Branche, deren Kernwerte – von Nvidia über ASML bis TSMC – operativ so stark wachsen wie selten zuvor.
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