iShares Global Semiconductors: TSMC hebt Investitionsziel auf 64 Mrd Dollar
Der Halbleiter-ETF zeigt erste Stabilisierung nach dem schwächsten Juli seit 2008. Trotz jüngster Verluste bleibt die Jahresbilanz dank KI-Investitionen stark positiv.

- Erste Stabilisierung nach schwachem Monat
- Jahresplus von 70,85 Prozent trotz Korrektur
- TSMC erhöht Investitionsziel für 2026
- Intel streicht Stellen in Kalifornien
Der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF zeigte am Montag erste Stabilisierungszeichen. Der Fonds legte um 0,32 Prozent zu und notierte bei 16,33 Euro. Das kommt nach Wochen heftiger Schwankungen für den Sektor, der gerade den schwächsten Juli seit der Finanzkrise 2008 hinter sich hat.
Der ETF liegt binnen 30 Tagen fast 16 Prozent im Minus. Trotzdem steht seit Jahresbeginn ein Plus von 70,85 Prozent zu Buche. Der Grund: der breite Boom bei Investitionen in KI-Infrastruktur, der 2026 die gesamte Chipbranche trägt.
Rekordzahlen treffen auf Finanzierungssorgen
Die aktuelle Stimmung am Markt ist gespalten. Auf der einen Seite stehen operative Rekordergebnisse, auf der anderen wachsende Zweifel an der Finanzierung des KI-Booms.
Teradyne meldete am Montag das zweite Rekordquartal in Folge. Der Umsatz im zweiten Geschäftsquartal 2026 kletterte um 104 Prozent auf 1,33 Milliarden Dollar. Treiber war vor allem die Nachfrage nach Testsystemen für Compute- und Speicherchips.
Bei Nvidia dreht sich die Debatte um etwas anderes. Der Chip-Riese soll eine Finanzierungsgarantie über 250 Milliarden Dollar für ein Rechenzentrumsprojekt mit Verbindung zu OpenAI stellen. Der Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erreichte zwar einen Rekordwert von 81,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Anleger fragen sich trotzdem, ob Nvidia künftig eigenes Kapital einsetzen muss, um die Nachfrage nach seinen Systemen zu sichern. Die Aktie notierte am Montag nahe 200 Dollar, gestützt durch Goldman Sachs, das Nvidia auf seine Conviction-Liste setzte.
TSMC baut 2-Nanometer-Kapazität massiv aus
TSMC, eine der größten Positionen im ETF, hat seinen Fahrplan für die nächste Chip-Generation konkretisiert. Der Auftragsfertiger will bis Ende 2026 eine monatliche Kapazität von 100.000 Wafern für seinen 2-Nanometer-Prozess erreichen. Grund ist die hohe Nachfrage von Apple, Nvidia und AMD.
Die dafür nötigen Investitionen wachsen entsprechend. TSMC hob sein Investitionsziel für 2026 auf 60 bis 64 Milliarden Dollar an, zuvor waren 52 bis 56 Milliarden Dollar geplant. Auch andere Tech-Konzerne fahren ihre Ausgaben hoch: Amazon erhöhte sein Investitionsbudget für 2026 auf 220 Milliarden Dollar. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, dass die aktuellen Cloud-Kapazitäten bis 2028 nicht reichen werden.
Intel streicht Stellen, Sektor konsolidiert
Während die Branchenführer ihre Kapazitäten hochfahren, laufen anderswo Restrukturierungen. Die Intel-Aktie fiel am Montag um 2,49 Prozent. Auslöser waren Berichte über 103 Stellenstreichungen an Standorten in der Bay Area, die Mitte August wirksam werden sollen. Intel hatte zuvor einen Quartalsumsatz von 16,1 Milliarden Dollar gemeldet, ein Plus von 25 Prozent – die Gewinnmargen bleiben aber unter Druck.
Im Quantencomputing-Segment gab es derweil grünes Licht für eine Übernahme. Die US-Wettbewerbsbehörde FTC genehmigte am Montag den Kauf der SkyWater-Chipfabrik durch IonQ für 1,8 Milliarden Dollar. Bedingung: Konkurrierende Quantenfirmen müssen weiterhin fairen Zugang zur Fertigungsanlage erhalten.
Der ETF notiert derzeit rund 24 Prozent unter seinem Juni-Hoch von 21,52 Euro. Mit einem 14-Tage-RSI von 42 befindet sich der Fonds in einer Konsolidierungsphase nach der starken Rally der ersten Jahreshälfte. Die nächste Bewährungsprobe für die Bewertung des Sektors steht bereits an: Am Dienstag legt AMD seine Quartalszahlen vor.
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