iShares MSCI EM Latin America ETF: Wahl in Kolumbien am 21. Juni
BlackRock stuft Schwellenländer neutral, setzt aber auf Lateinamerika. Rohstoffreichtum und politischer Rechtsruck treiben den iShares MSCI EM Latin America ETF an.

- BlackRock senkt Schwellenländer-Einstufung
- Lateinamerika profitiert von Rohstoffnachfrage
- Konservativer Wahlsieg in Kolumbien
- ETF legt trotz Jahreshoch-Abstand zu
BlackRock tritt bei Schwellenländern auf die Bremse, macht bei Lateinamerika aber eine Ausnahme. Während asiatische Tech-Märkte nach der Rallye des ersten Halbjahres als überhitzt gelten, rücken Brasilien und Chile verstärkt in den Fokus. Viele Investoren suchen derzeit händeringend nach Alternativen zu den hochbewerteten US-Technologieaktien.
Rohstoffe als strategischer Anker
Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock stufte Schwellenländer-Aktien jüngst auf „Neutral“ herab. Die Experten raten zu Gewinnmitnahmen, besonders bei Halbleitern und asiatischen Titeln. Lateinamerika bleibt von dieser Vorsicht jedoch ausgenommen.
Länder wie Brasilien profitieren massiv von der globalen Nachfrage nach kritischen Mineralien. Die Region hält rund 46 Prozent der weltweiten Lithiumreserven und 36 Prozent der Kupfervorkommen. Diese Rohstoffe sind für den Ausbau der Künstlichen Intelligenz und die Energiewende unverzichtbar.
Politischer Rechtsruck stützt Märkte
Parallel dazu sorgt die politische Entwicklung für neue Dynamik. In Kolumbien gewann der Konservative Abelardo de la Espriella am 21. Juni 2026 die Präsidentschaftswahl. Marktbeobachter interpretieren dies als Signal für eine wirtschaftsfreundlichere Politik auf dem gesamten Kontinent.
Hinzu kommen schwache Konjunkturdaten aus den USA. Die jüngsten Arbeitsmarktzahlen blieben mit 57.000 neuen Stellen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Eine Zinserhöhung der US-Notenbank am 29. Juli 2026 wird damit unwahrscheinlicher. Niedrige US-Zinsen stützen erfahrungsgemäß die Währungen der Schwellenländer.
Institutionelles Geld fließt zu
Große Adressen wie Randolph Co Inc. und Blue Capital bauten ihre Positionen in lateinamerikanischen Titeln zuletzt deutlich aus. Das Vertrauen der Profis scheint zurückzukehren. Der iShares MSCI EM Latin America ETF legte am Freitag um 0,36 Prozent auf 17,90 Euro zu.
Der Kurs notiert damit rund elf Prozent unter seinem Jahreshoch von 20,02 Euro. Innerhalb eines Monats konnte der ETF bereits knapp drei Prozent zulegen.
Derweil bleibt der Rohölpreis ein wichtiger Faktor für die Region. Brent-Öl notiert aktuell bei rund 72 US-Dollar je Barrel. Als nächster großer Katalysator gilt die Wahl in Brasilien im Oktober. Dort entscheidet sich, ob die pro-marktliche Stimmung anhält.
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